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Freitag, 13. Mai 2005
obdachloser Sekt
varzil, 16:34h
Eine skurrile Geschichte aus Bremen (die Süddeutsche tituliert das als "Sektattacke":)
Der Wirtschaftssenator Peter Gloystein begießt einen Obdachlosen bei einem Weinfest mit Sekt und tritt 24 Stunden später zurück.
Jetzt kennt man ihn auch außerhalb Bremens: ein Rücktritt mit Format.
Der Wirtschaftssenator Peter Gloystein begießt einen Obdachlosen bei einem Weinfest mit Sekt und tritt 24 Stunden später zurück.
Jetzt kennt man ihn auch außerhalb Bremens: ein Rücktritt mit Format.
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Tag des Orgasmus
varzil, 11:51h
Dinge, die die Welt unbedingt braucht:
Der "Tag des O...." , und nicht die "Geschichte der O" oder so. Die brasilianische Stadt Esperantina beging den Tag am 9. Mai (also noch vor Mamertus und Co.):
Dann liest er den Text erneut und fragt sich, warum der Bürgermeister zum einen die Beziehung nur von "verheirateten Paaren", zum andern aber ausgerechnet die "ejaculatio praecox" thematisiert.
Bleibt ihm zu wünschen, dass er - wie ein gelehriger Bild-Zeitungsleser - nur Aufmerksamkeit erregen will. Wie heißt die Stadt doch gleich? Esperantina? "Hoffnung"?
O Wanderer,
kommst Du nach Esperantina,
lass fahren alle Hoffnung ...
Der "Tag des O...." , und nicht die "Geschichte der O" oder so. Die brasilianische Stadt Esperantina beging den Tag am 9. Mai (also noch vor Mamertus und Co.):
- ... Bürgermeister Felipe Santolia sagte heute, die Initiative solle die Beziehung verheirateter Paare verbessern. "Wir feiern den Orgasmus in jeder Hinsicht. Es gibt sogar eine Podiumsdiskussion zur vorzeitigen Ejakulation." ...
Dann liest er den Text erneut und fragt sich, warum der Bürgermeister zum einen die Beziehung nur von "verheirateten Paaren", zum andern aber ausgerechnet die "ejaculatio praecox" thematisiert.
Bleibt ihm zu wünschen, dass er - wie ein gelehriger Bild-Zeitungsleser - nur Aufmerksamkeit erregen will. Wie heißt die Stadt doch gleich? Esperantina? "Hoffnung"?
O Wanderer,
kommst Du nach Esperantina,
lass fahren alle Hoffnung ...
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Donnerstag, 12. Mai 2005
Eisheilige Kommunikation
varzil, 20:00h
Viele der Organisationsprobleme der Neuzeit rühren offensichtlich daher, dass die Weisheit unserer Altvorderen sich an der Alltagswelt ihrer jeweiligen Zeit orientiert. Sie haben ihre Erkenntnisse zeitgemäß formuliert.
Und da liegt das Problem. Das Gleichnis vom Weinberg erschließt sich natürlich auch heute noch dem Winzer und dem amtierenden Papst, der junge städtische Berufstätige (Young Urban Professional, vulgo "Yuppie" - ergo: Justäbe) erlebt heute hingegen eine Alltagswelt, die mit jener Welt von Winzer, Bauern und Jesus nicht mehr viel gemein hat. Aktualisierungen sind also unvermeidbar.
z.B.:
Besser wäre heute eine Losregel wie z.B.:
Während Varzil gestern an Mamertus noch fror, scheint heute an Pankratius immerhin schon die Sonne und es ist nicht mehr so kalt wie an Mamertus. Aber bis zu Sophie sind noch Servatius und Bonifatius zu überstehen. Tomaten- und andere frostempfindliche Setzlinge könnten vor diesem Datum sich noch einem mehr oder weniger heftigen Bodenfrost ausgesetzt sehen - wußten jedenfalls noch mehr oder weniger alle unsere Altvorderen.
Allerdings:
Wer meint, die Bauernregel von den Eisheiligen funktioniere doch gar nicht so richtig, hat sogar recht. Denn die Eisheiligen haben die Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender nicht mitgemacht (sie sind - jahreszeitlich gesehen - rund 12 Tage zu früh!) und haben natürlich auch von globaler Erwärmung nichts mitbekommen.
Vielleicht hat die globale Erwärmung auch etwas mit einer Sehnsucht zu tun, den gregorianischen mit dem julianischen Kalender zu versöhnen. Der kundige Thebaner wird sich erinnern, dass die Kalenderreform von Gregor dem Dreizehnten ein deutlich schlechteres Schicksal als alle deutschen Rechtschreibreformen der letzten 150 Jahre hatte. Teile der Orthodoxie weigern sich noch heute, d.h. bald 500 Jahre nach der Kalenderreform, anzuerkennen, dass die Welt sich etwas (= 11 Minuten pro Jahr) schneller dreht als von Gaius Julius Cäsar vor 2050 Jahren berechnet.
Den Justäbe berührt, sofern er nicht orthodoxen Glaubens oder praktizierender Kommunist - jener hätte die Oktoberrevolution ja im November zu feiern - ist, schon die Kalenderfrage nicht wirklich. Das aktuelle Datum liefert das mobile Telefon und die Tageszeitung. Und die Eisheiligen berühren ihn nur noch, wenn er sein Gefährt in der Laternengarage parkt und der Nachtfrost ihm die Windschutzscheibe "bereift" hat. Neuzeitlich gewendet müsste man also den Scheibenkratzer und den Türschlossenteiser erst nach den Eisheiligen einmotten. Eine solche "alte Berufstätigenregel" sollte schon aus memotechnischen Gründen in einen Reim gepackt sein, was weder bei "Türschlossenteiser" noch bei "Windschutzscheibenkratzer" richtig leicht fällt.
Sprüche für eine bessere Welt
Nur zur Illustration:
Und da liegt das Problem. Das Gleichnis vom Weinberg erschließt sich natürlich auch heute noch dem Winzer und dem amtierenden Papst, der junge städtische Berufstätige (Young Urban Professional, vulgo "Yuppie" - ergo: Justäbe) erlebt heute hingegen eine Alltagswelt, die mit jener Welt von Winzer, Bauern und Jesus nicht mehr viel gemein hat. Aktualisierungen sind also unvermeidbar.
z.B.:
- "Bis Johanni, nicht vergessen,
Spargel essen!"
Besser wäre heute eine Losregel wie z.B.:
- "Nach Schnee, Eis, Sturm und Hagel
gibt's endlich wieder deutschen Spargel"
Während Varzil gestern an Mamertus noch fror, scheint heute an Pankratius immerhin schon die Sonne und es ist nicht mehr so kalt wie an Mamertus. Aber bis zu Sophie sind noch Servatius und Bonifatius zu überstehen. Tomaten- und andere frostempfindliche Setzlinge könnten vor diesem Datum sich noch einem mehr oder weniger heftigen Bodenfrost ausgesetzt sehen - wußten jedenfalls noch mehr oder weniger alle unsere Altvorderen.
Allerdings:
Wer meint, die Bauernregel von den Eisheiligen funktioniere doch gar nicht so richtig, hat sogar recht. Denn die Eisheiligen haben die Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender nicht mitgemacht (sie sind - jahreszeitlich gesehen - rund 12 Tage zu früh!) und haben natürlich auch von globaler Erwärmung nichts mitbekommen.
Vielleicht hat die globale Erwärmung auch etwas mit einer Sehnsucht zu tun, den gregorianischen mit dem julianischen Kalender zu versöhnen. Der kundige Thebaner wird sich erinnern, dass die Kalenderreform von Gregor dem Dreizehnten ein deutlich schlechteres Schicksal als alle deutschen Rechtschreibreformen der letzten 150 Jahre hatte. Teile der Orthodoxie weigern sich noch heute, d.h. bald 500 Jahre nach der Kalenderreform, anzuerkennen, dass die Welt sich etwas (= 11 Minuten pro Jahr) schneller dreht als von Gaius Julius Cäsar vor 2050 Jahren berechnet.
Den Justäbe berührt, sofern er nicht orthodoxen Glaubens oder praktizierender Kommunist - jener hätte die Oktoberrevolution ja im November zu feiern - ist, schon die Kalenderfrage nicht wirklich. Das aktuelle Datum liefert das mobile Telefon und die Tageszeitung. Und die Eisheiligen berühren ihn nur noch, wenn er sein Gefährt in der Laternengarage parkt und der Nachtfrost ihm die Windschutzscheibe "bereift" hat. Neuzeitlich gewendet müsste man also den Scheibenkratzer und den Türschlossenteiser erst nach den Eisheiligen einmotten. Eine solche "alte Berufstätigenregel" sollte schon aus memotechnischen Gründen in einen Reim gepackt sein, was weder bei "Türschlossenteiser" noch bei "Windschutzscheibenkratzer" richtig leicht fällt.
Sprüche für eine bessere Welt
Nur zur Illustration:
- "Verstau den Auto-Scheibenkratzer nie nie nie,
in Keller oder Karzer vor Sophie, -phie -phie!"
- "Bei Eis im Schloss
hilft der Enteiser
bis Bonifatioss -
dann wird's heißer."
- "Der heilige Pankratius,
macht endlich Schluss
mit kaltem Schnee und blankem Eise!
Erst dann kann man ganz leise
die Winterreifen
nach hinten schleifen,
und alle uns're Schneeketten
können in den Keller jetten."
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Mittwoch, 11. Mai 2005
Eisheilig
varzil, 11:55h
Heute morgen bei 17 Grad Frühstückstemperatur die Heizung wieder aktiviert, bringt einen auf die Idee, nach den Eisheiligen zu forschen.
Wikipedia weiß mehr, daher hier nur die Namen:
Wikipedia weiß mehr, daher hier nur die Namen:
-
Mamertus - 11. Mai
Pankratius - 12. Mai
Servatius - 13. Mai
Bonifatius - 14. Mai
Sophie - 15. Mai
- "...Mamertus ist ein christlicher Heiliger. Er entstammte einer wohlhabenden gallischen Familie aus Lyon. Gelebt hat er im 5. Jahrhundert in Vienne (heute Frankreich), wo er Bischof war. Er soll sich um die Bittgangs-Prozessionen vor Himmelfahrt verdient gemacht haben. Während seiner Amtszeit soll er durch Beten einer furchtbaren Feuersbrunst Einhalt geboten haben, die die ganze Stadt zu zerstören drohte ....
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