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Freitag, 17. Juni 2005
Deutsche Exzellenz
varzil, 17:14h
Deutschland braucht mehr Spitzenforschung - das ist das Credo aller seit einigen Jahren, viele sagen es schon seit Jahrzehnten.
In 18 (achtzehn) Monaten haben Bund und Länder sich nun darauf verständigt, dass sie was machen wollen: Es gibt insgesamt 1,9 Milliarden Euro, verteilt über 6 Jahre. Der Bund zahlt 75 % das jeweilige Land, dem die Uni/Forschungseinrichtung etc. gehört, zahlt 25 %.
Exzellent ist vor allem das Verfahren zur Verteilung der Gelder. Es sei daher hier im Wortlaut der Entwurfsfassung zitiert:
Zur Belohnung für den Leser hier ein angewandtes Beispiel gelungener Sozialforschung:
wo kommen all die Smilies her?
(Quelle: b3ta)
In 18 (achtzehn) Monaten haben Bund und Länder sich nun darauf verständigt, dass sie was machen wollen: Es gibt insgesamt 1,9 Milliarden Euro, verteilt über 6 Jahre. Der Bund zahlt 75 % das jeweilige Land, dem die Uni/Forschungseinrichtung etc. gehört, zahlt 25 %.
Exzellent ist vor allem das Verfahren zur Verteilung der Gelder. Es sei daher hier im Wortlaut der Entwurfsfassung zitiert:
- ...§ 4 Verfahren
(1) Das Programm wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen einer Bund-Länder-Sonderfinanzierung nach Maßgabe der folgenden Grundsätze durchgeführt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wirkt dabei mit dem Wissenschaftsrat zusammen.
(2) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bildet zusammen mit dem Wissenschaftsrat eine Gemeinsame Kommission und setzt einen Bewilligungsausschuss ein. Dieser besteht aus der Gemeinsamen Kommission und den für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder.
(3) Die Gemeinsame Kommission besteht aus einer Fachkommission und einer Strategiekommission. Die Fachkommission wird vom Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingesetzt und hat vierzehn Mitglieder. Die Strategiekommission wird von der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates eingesetzt und hat zwölf Mitglieder. Jeweils die Hälfte der Mitglieder sollen Expertinnen und Experten mit langjähriger uslandserfahrung in der Forschung, im Hochschulmanagement oder in der Wirtschaft sein. Die Gemeinsame Kommission kann externen Sachverstand hinzuziehen.
(4) Das Programm wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft einheitlich für alle drei Förderlinien ausgeschrieben. Die Gemeinsame Kommission legt die Förderbedingungen unter Berücksichtigung der nach § 3 maßgeblichen Kriterien fest.
(5) Antragsberechtigt sind Universitäten, jeweils vertreten durch ihre Leitung. Anträge sind über die zuständigen Wissenschaftsbehörden der Länder an die Deutsche Forschungsgemeinschaft zu richten. Es können Anträge für eine oder mehrere Graduiertenschulen und/oder für ein oder mehrere Exzellenzcluster und zusätzlich ein Antrag in der dritten Förderlinie gestellt werden.
(6) Die Ausschreibung erfolgt zweistufig (Antragsskizzen bzw. Vollanträge). Die Gemeinsame Kommission entscheidet, zu welchen Vorhaben Vollanträge vorgelegt werden sollen.
(7) Die Gemeinsame Kommission gibt zu den Anträgen für alle drei Förderlinien eine abschließende gemeinsame Empfehlung auf der Grundlage fachwissenschaftlicher Begutachtungen ab. Dabei werden die nach § 3 maßgeblichen Kriterien berücksichtigt.
(8) Der Bewilligungsausschuss entscheidet auf der Grundlage der Empfehlungen nach Absatz 7 über die Anträge. Die Mitglieder der Gemeinsamen Kommission führen je eineinhalb Stimmen und die Ministerinnen und Minister der Länder je eine Stimme; die Bundesministerin oder der Bundesminister führt sechzehn Stimmen.
(9) Die Förderentscheidungen werden von den für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder gemeinsam bekannt egeben. (Quelle:Vertragsentwurf in Anlage zur Pressemitteilung der BLK
- 1. Antragsberechtigt sind Universitäten, jeweils vertreten durch ihre Leitung (§ 4 Abs. 5 Satz 1).
- (wahrscheinlich macht das nicht der Rektor oder der Präsident selbst und allein, sondern der Institutsdirektor Prof. Fleißig, der wiederum auf die Zuarbeit von Dr. Strebsam und der Wissenschaftlichen Hilfskraft Dipl. xyz Genial zurückgreift. Dann beraten Fakultät und Senat; der Rektor darf dann deren Beschlüsse umsetzen...)
- Ein ordentliches Ministerium hat einen für die Hochschule zuständigen Hochschulreferenten, wird aber wegen der politischen Bedeutung der Sache vermutlich auch eine Exzellenz-Stabsstelle einrichten.
Anm.:
wer hier die Arbeit macht, hängt von jeweiligen Konstellation ab: am unwahrscheinlichsten ist, dass die Stabsstelle, Frau Tanja-Anja Supi-Dupi-Bullimi, alles selbst liest; vermutlich ist der Hochschulreferent, Dr. Grauer-Anzug, wieder auf das Textverständnis und die Hochschulkontakte von Oberamtsrat von Achtbisfünf zu Dipl. xyz Genial angewiesen.
- Anm.:
Die DFG ist natürlich ein ganz schlank und rank arbeitendes Forschungsförderungsinstitut mit einer ganz übersichtlichen Organisationsstruktur. Wer allerdings glaubt, die DFG entscheide mittels dieser Strukturen jetzt über die "Exzellenz"-anträge, hat sich geschnitten, bzw. § 4 Abs. 2 nicht gelesen oder nicht verstanden. ("Gehe zurück zur Badstraße! Gehe nicht über Los ...)
- Kommentar:
Es werden also Wissenschaftsrat (in dem unter anderem - Überraschung! - Bund und Länder vertreten sind) , DFG, alle 16 Länder und der Bund zusammen entscheiden. Und weil man sich so schrecklich inkompetent fühlt, kann man noch "externen Sachverstand" hinzuziehen. Vielleicht ruft aber auch die zuständige Sachbearbeiterin in der DFG, Frau Süsse-Motte mal den inzwischen promovierten Dr. Dipl.xyz Genial an und fragt, was er denn eigentlich will.
Zur Belohnung für den Leser hier ein angewandtes Beispiel gelungener Sozialforschung:
wo kommen all die Smilies her?

(Quelle: b3ta)
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Donnerstag, 16. Juni 2005
Grenzen des Wachstums
varzil, 13:17h
Ganz egal, was die Politik uns noch verspricht: Erdöl wird teurer, weil zunehmend mehr Öl verbraucht (China) als produziert wird.
- Opec erhöht Förderquote, Preis steigt weiter ... Die Ölmärkte zeigten sich von der Entscheidung nicht beeindruckt. Angesichts nahezu ausgereizter Opec-Förderkapazitäten zog der Preis für ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent im Juli-Kontrakt am frühen Nachmittag um mehr als 60 Cent auf 54,38 Dollar an.
(Quelle: Spiegel-online)
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Mittwoch, 15. Juni 2005
Polygame Platzhirsche
varzil, 20:12h
(Quelle: Spiegel-online)
Aber lesen wir weiter:
- ... Während die offizielle Mormonen-Kirche die Polygamie abgeschafft hat, halten die extremen Fundamentalisten an der Vielehe fest. Um in die höchsten Sphären des Himmels zu kommen, muss ein Mann ihrer Vorstellung nach mindestens drei Ehefrauen haben.
Aber lesen wir weiter:
- ... (die Mormonen kommen) ... aus einer Welt, in der gelehrt wird, dass Dinosaurier von anderen Planeten kamen und noch nie ein Mensch auf dem Mond war. ...
- "Um auch in Zukunft ihre Harems zu sichern, greifen zwei fundamentalistische Mormonen-Gemeinden zu drastischen Mitteln: Seit der selbsternannte Prophet Warren Jeffs das Regiment in den Städtchen Hildale und Colorado City führt, wurden mehr als 400 junge Männer von den Platzhirschen vertrieben. ...
... Er (Warren Jeffs) soll sie verbannt haben, damit Kirchen-Älteste mehr Auswahl unter den Frauen hätten.... die unliebsamen Jugendlichen (werden) ausgesetzt, um die nachwachsende Konkurrenz zu stutzen. An einem Ort, wo die Herren der Schöpfung unter Umständen Dutzende Frauen haben können, sind zu viele Männer störend für die Platzhirsche. "Es ist eine Frage der Mathematik. Wenn alle junge Frauen an einen Mann verheiratet werden, was macht man mit den jungen Männern?", fragt Staatsanwalt Shurtleff.
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Metrologie
varzil, 12:53h
"Metrologie" klingt, als ob man nach der zweiten Flasche Wein über Wetter und Klima (gemeinhin die "Meteorologie") reden wollte.
Denkste, is aber nich:
Denkste, is aber nich:
- "..Metrologie oder industrielle Messtechnik nennt man die Vermessung eines Objektes mit Präzisionshardware, aus der Software die Daten gewinnt, mit denen ein 2D- oder 3D-Modell erstellt wird, das wiederum mit CAD-Anwendungen und Bauplänen abgeglichen werden kann. ..." (Quelle: heise.de)
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