Donnerstag, 28. Juli 2005
Polen ./. Weißrußland
In grauer Zeit - so irgendwann im Gefolge der Völkerwanderung von 1945 (wir in Deutschland nennen es inzwischen wohl wieder "Vertreibung") - wurde eine Vielzahl von Polen umgesiedelt, und zwar in die ehemals deutschen Gebiete.

Die UdSSR schnitt sich größere Teile aus dem Osten Polens, verleibte sich den Teil in einer Republik ein, die heute Weißrußland heißt, und kompensierte Polens Landverlust im Osten mit dem Zugewinn für Polen im Westen. Das machte man damals unter Siegern so.
    "...On Wednesday, Belarussian police raided the headquarters of an organisation representing ethnic Poles in Belarus and briefly detained its leader.

    Each country has expelled the other's diplomats in recent months.

    About 400,000 ethnic Poles live in Belarus, in areas that were part of Poland until World War II..." (Quelle: BBC)
Ein beliebtes Spiel: wenn es innenpolitisch kompliziert wird, macht die Regierung Stimmung gegen ethnische Minderheiten.
    Rotfeld (der polnische Außenminister) hatte das Vorgehen der weißrussischen Behörden scharf kritisiert. Die jüngsten Ereignisse zeigten, dass Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko seine Macht bedroht sehe. Das Verhalten der Behörden könne nicht toleriert werden, sagte Rotfeld. (Quelle: Spiegel online)
1945 ist dieser Tage immerhin seit 60 Jahren vorbei, aber manche lernen es nie ...

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Mittwoch, 27. Juli 2005
Zeitvertreib
Eigentlich sollte man ja froh sein, wenn man Zeit hat; meistens ist es ja eher so, dass man zu wenig Zeit hat, im Extrem hat man gar keine Zeit. Warum sollte man also die Zeit sich vertreiben?

Und dennoch:
Mancher Zeitvertreib macht einfach Spaß, so auch Planarity, ein einfaches online-Spiel, bei dem der Autor immer irgendwo, spätestens bei Level 10 12 hängenbleibt ...

Der Autor empfiehlt, sich eine Strategie zuzulegen und nicht einfach draufloszuprobieren - und Varzil hält das für Klugscheißerei, solange man keine taugliche Strategie hat.

(Gefunden bei an argh.

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Dienstag, 26. Juli 2005
Föderale Ordnung
Da ist es nun geschehen - der Bundespräsident hat den Bundestag aufgelöst. Das mag man in Ordnung finden oder auch nicht.

Die Begründung, die der Bundespräsident (nur zur Gewöhnung: es ist Horst Köhler) in der Fernsehansprache gewählt hat, enthält dabei aber einige bemerkenswerte Statements:
    "...Unser Land steht vor gewaltigen Aufgaben. Unsere Zukunft und die unserer Kinder stehen auf dem Spiel. Millionen von Menschen sind arbeitslos, viele seit Jahren. Die Haushalte des Bundes und der Länder sind in einer nie da gewesenen, kritischen Lage. Die bestehende föderale Ordnung ist überholt. Wir haben zu wenig Kinder, und wir werden immer älter. Und wir müssen uns im weltweiten, scharfen Wettbewerb behaupten. ...(Quelle:www.bundespraesident.de)
Die Themen
- Arbeitslosigkeit,
- desolate Finanzsituation des Staates,
- Kinderlosigkeit,
- Überalterung und Globalisierung
sind altbekannt und vielbeklagt und dürften als Problemfelder allgemein anerkannt sein.

Die Aussage allerdings, dass die föderale Ordnung überholt sei, will nicht so recht zu den anderen Themen passen. Darüber kann und sollte man streiten.

Selbst da, wo es sachlich gesehen offenbar für alle Teile nur vorteilhaft wäre (Vereinigung Berlin - Brandenburg), hielt die Bevölkerung an Bestehendem fest. Und die Bereitschaft der Bevölkerung Bremens und Hamburgs, sich in einem Nordstaat zusammenzutun, geht offenkundig auch gegen Null ...

Wenn er gesagt hätte, dass man die föderale Ordnung optimieren sollte, wär's ok gewesen. Hat er aber nicht gesagt. Nun muss man Politik nicht immer verstehen, auch wenn es der Bundespräsident ist, der was gesagt hat. Welche Ordnung hätte er denn eigentlich gern an Stelle der alten föderalen Ordnung?

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HP
HP ist dieser Tage weder "Hewlett Packard" noch die jeweilige "Homepage", sondern natürlich "Harry Potter 6" von Joan K. Rowlings:

Am vorletzten Samstag (16.7.) kam "Harry Potter and the Halfblood Prince" per Post. Er wurde pünktlich und zu einem vertretbaren Preis ins Haus geliefert.

Und von da an nahm die Urlaubswoche einen ganz anderen Verlauf: Es gab vier Lesezeichen für die vier Interessenten, das Buch hatte im Wohnzimmer zu bleiben, und nach einer Woche waren alle vier durch und wieder auf dem Laufenden, was die Zauberwelt betrifft.

Nebeneffekt: Zwei der vier nachwachsenden Sprösslinge wollten diesmal nicht mehr auf die deutsche Übersetzung warten, sondern haben sich mit dem Original auseinandergesetzt.

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Sprüche (2)
Wieder gelesen und wieder gefreut:
    "Sexueller Exzess ist nichts anderes als sublimierte Askese" (gefunden bei Gisbert Haefs, Schmusemord)

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