Samstag, 30. Juli 2005
Zeitungsabonnementsservicetextbaustein
Ein Zeitungsabonnement:
Es liefert einem allwerktäglich die news von gestern zum Frühstück.

Ein Zeitungsabonnement in den Ferien:
Es beschert einem eine Zeitungspause. Vermutlich ist der Zusteller in Ferien und die Vertretung kennt sich nicht aus.

Und es beschert einem einen Eindruck in die Textbausteine des Abonnementen-Service sowie eine Woche lang eine freundliche zusätzliche Kommunikationsmöglichkeit
    ...
    Sehr geehrter Herr Varzil,

    vielen Dank für Ihre Email vom 26.07. Wir werden Ihre Anfrage
    schnellstmöglichst bearbeiten, damit Ihr Abonnement der "Süddeutschen Zeitung" wieder zu Ihrer Zufriedenheit verläuft.

    Freundliche Grüße

    Ihre
    Süddeutsche Zeitung GmbH
Nett eigentlich - davon gibt es jeden Tag eine E-Mail, wenn man denn über das Web-Formular reklamiert - sie sind gleichlautend, nur das Datum wechselt.

Am dritten Tag wechselt der Stil:
    ...
    Sehr geehrter Herr Varzil,

    vielen Dank für Ihre Nachricht.

    Für die aufgetretenen Unregelmäßigkeiten bei der Zustellung Ihrer
    Süddeutschen Zeitung bitten wir um Entschuldigung. Wir wollen, dass Sie Ihre "Süddeutsche" pünktlich und zuverlässig erhalten und kümmern uns deshalb sofort um Ihre Beschwerde. Ihren Hinweis haben wir bereits an unseren Vertriebspartner weitergeleitet mit der Bitte, die Zustellmängel umgehend zu beheben.

    Wir möchten sicherstellen, dass unsere Bemühungen dazu führen, dass Sie mit der Zustellung Ihrer Zeitung wieder zufrieden sind. Wir sind dankbar, wenn Sie uns einen erneuten Hinweis geben, sollten die jetzt eingeleiteten Maßnahmen nicht dazu führen, dass Sie Ihre SZ wieder ordnungsgemäß erhalten.Vielen Dank.

    Freundliche Grüße
    Ihre
    Süddeutsche Zeitung GmbH
Und dann gibt es sogar noch eine persönlich klingende Nachfrage:
    ....Sehr geehrter Herr Varzil,
     
    wir wollten uns nochmals bei Ihnen erkundigen, ob die Zustellung nun ordnungsgemäß erfolgt und Sie wieder täglich Ihre Zeitung erhalten.
    Sollte dies nicht der Fall sein, bitten wir Sie um eine kurze Rückmeldung.
    Vielen Dank.
     
    Mit freundlichen Grüßen ...
Eine eindrucksvolle Kundenbetreuung. Und nicht vollautomatisch, denn die Reklamation von Samstag (heute) löst keine dieser E-Mails aus. Und eine Zeitung gibt es auch nach 6 Tagen immer noch nicht.

Varzil vermutet eine Erziehungsmaßnahme: man soll deren e-paper abonnieren.

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Freitag, 29. Juli 2005
Bonner Pranger
Bonner PrangerLange Zeit stand da eine Säule, zwischen Bonner Münster und Dresdener Bank.

(Das Foto bei Bonner Generalanzeiger zeigt den Zustand von vor etlichen zig-Jahren, so geschätzt ca. 1965.)

Bonner Pranger Ein Bonner Lastwagen hat die Säule umgefahren. Jetzt ist sie weg und hinterlässt ein Loch im Pflaster.

(Foto bei Express.de)

Allerdings soll sie restauriert werden. Denn die Säule war nicht irgend eine Säule, sondern der mittelalterlicher Pranger (mehr bei Stadt Bonn).

Wenn ein Laster den Pranger, an dem "das Laster" angeprangert wurde, aus dem Pflaster hebelt, dann hat das was von einem Kalauer, aber auch etwas Symbolhaftes.

Die moderne Form des Prangers (vor allem der Boulevard-Jounalismus zu Papier und im Fernsehen, aber auch so eine Art von Sexualverbrecher-Kartei, wie sie jüngst in den USA im Netz zu finden sein soll) lässt sich leider nicht so leicht beseitigen.
Nachtrag vom 23.08.2006:
Die Stadt Bonn hat sich jetzt (August 2006 !) wohl mit der Allianz-Versicherung ds LKWs über die Schadensbeseitigung geeinigt. Nach einem Bericht im Bonner Generalanzeiger wird ein Restaurator die Säule aus 150 Bruchstücken zusammensetzten, weitere 100 Bruchstücke, die nicht größer sind als eine Walnuss, werden nicht wieder verwendet. Fehlende Teile werden durch "Kunstsandstein" ersetzt ...

Da wurde dem Restaurator das Puzzeln zu mühselig ...

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Donnerstag, 28. Juli 2005
Polen ./. Weißrußland
In grauer Zeit - so irgendwann im Gefolge der Völkerwanderung von 1945 (wir in Deutschland nennen es inzwischen wohl wieder "Vertreibung") - wurde eine Vielzahl von Polen umgesiedelt, und zwar in die ehemals deutschen Gebiete.

Die UdSSR schnitt sich größere Teile aus dem Osten Polens, verleibte sich den Teil in einer Republik ein, die heute Weißrußland heißt, und kompensierte Polens Landverlust im Osten mit dem Zugewinn für Polen im Westen. Das machte man damals unter Siegern so.
    "...On Wednesday, Belarussian police raided the headquarters of an organisation representing ethnic Poles in Belarus and briefly detained its leader.

    Each country has expelled the other's diplomats in recent months.

    About 400,000 ethnic Poles live in Belarus, in areas that were part of Poland until World War II..." (Quelle: BBC)
Ein beliebtes Spiel: wenn es innenpolitisch kompliziert wird, macht die Regierung Stimmung gegen ethnische Minderheiten.
    Rotfeld (der polnische Außenminister) hatte das Vorgehen der weißrussischen Behörden scharf kritisiert. Die jüngsten Ereignisse zeigten, dass Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko seine Macht bedroht sehe. Das Verhalten der Behörden könne nicht toleriert werden, sagte Rotfeld. (Quelle: Spiegel online)
1945 ist dieser Tage immerhin seit 60 Jahren vorbei, aber manche lernen es nie ...

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