Montag, 26. September 2005
Tu felix Europa
Während in Nordamerika sich die Hurrikane die Hand geben und in Ostasien ein Taifun den nächsten jagt, während man von den Willi-Willis im Indischen Ozean fast nie was hört, geht in Europa ein "ganz normaler Sommer" seinem Ende entgegen.

Ok, es war im Süden ziemlich trocken und ziemlich heiß - Portugals Feuerwehr hatte einiges zu löschen (oder brennt das da immer noch?). Und auch ok: in Bayern und Österreich hat es ziemlich heftig geregnet.

Aber alles kein Vergleich mit den USA.

Man muss dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten in Sachen "wer hat die größte Naturkatastrophe" keine Konkurrenz machen. Vielleicht ist die Heftigkeit der Launen in der Natur auch ein Grund dafür, dass Nordamerika in der Vergangenheit nie in die Verlegenheit kam, eine zivilisatorische Hochkultur zu entwickeln ...

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Freitag, 23. September 2005
Abgang
Ein Mann mit Ecken und Kanten:

Auch die Illustration in der ZEIT zeigt etwas von seiner Bedeutung:
    Joschka Fischer? Kriegt sein Fett weg als »der Dickdünne«. Illustration: Wolfgang Sischke
Joschka Fischer
Er ringt um seine Figur... Und er hat inzwischen ein erstaunliches persönliches Format gefunden.
    ... "Ich habe die Politik auch immer genossen. Aber jetzt ist Schluss."

    Künftig werde er "hinten im Bundestag sitzen und nachdenken und schweigen". Fischer bezeichnete sich als einen der letzten "Live-Rock'n'Roller" der deutschen Politik. Jetzt komme in allen Parteien die Playback-Generation.

    Fischer ließ erkennen, dass er am liebsten schon jetzt "den ganz großen Schnitt" gemacht hätte und sich vollständig aus der Politik zurückziehen würde. Er habe aber fest zugesagt, sein Bundestagsmandat anzunehmen. Ob er allerdings für die volle Legislaturperiode im Parlament sitzen wolle, ließ er offen: "In meinem Alter kann man nicht mehr alles als selbstverständlich voraussetzen."...(Quelle: Spiegel online)
Gestern sorgte sich die BILD-Zeitung, ob er jetzt "stinke-reich" werde ... (die roten Kästen am Straßenrand lassen sich noch nicht verlinken). Es ist offenbar eine Sorge, die Fischer nicht hat.
    "...Auf die Frage, ob er einen neuen Job habe, sagte Fischer: "Ich habe gar nichts - außer gute Laune."(Quelle: Spiegel online)
Und wenn man dann von seinen Anfängen liest, weiß man, dass Joschak Fischer sicherlich niemand aus den sog. "besseren" Kreisen ist.

    "Fischer wurde als drittes Kind eines Metzgers geboren. Die Eltern mussten als Ungarndeutsche 1946 Budapest verlassen. Der von ihm geführte Vorname leitet sich von Jóska ab, einer Verniedlichungsform des ungarischen Vornamens József.

    Noch vor Beendigung der Untersekunda (10. Klasse) verließ Fischer 1965 das Gottlieb-Daimler-Gymnasium in Stuttgart-Bad Cannstatt ohne Abschluss und begann in Fellbach eine Lehre als Fotograf, die er 1966 abbrach. Während seiner Jugend war er als Ministrant in der katholischen Kirche aktiv.

    Danach arbeitete er vorübergehend als Spielwarenverkäufer. Im November 1966 starben Fischers Schwester und sein Vater. ... (Quelle: Wikipedia)
Exit als Außenminister. Viel mehr kann man im Leben nicht erreichen - jetzt hat er sogar einen sauberen Abgang geschafft. Respekt.

Varzil glaubt das noch nicht so ganz: Vielleicht wird Fischer ja nach ein paar Monaten Pause doch noch der erste Außenminister der EU ...

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Donnerstag, 22. September 2005
Katrina reloaded
Da kommt wieder was - auf Katrina folgt "Rita"... Das Nasa-Foto vom 21.9.2005 zeigt die Fasziniation, die von Naturkatastrophen ausgeht, sobald man nicht selbst davon betroffen ist. Nicht nur Varzil ist fasziniert. Es gibt auf der Nasa-Seite selbst einen Link auf eine 8 MB (!) große Version des Fotos ...
    Nebenbei:
    Auch wenn New Orleans nicht unmittelbar vom Zentrum getroffen werden wird: das Hurrikan-Tiefdrucksystem füllt fast den ganzen östlichen Teil des Golfs von Mexiko aus. Da werden wohl ein paar Regenwolken und Windböen auch Richtung Louisiana gehen.
Eine Hauptsorge gilt wieder einmal den Öl-Platformen und -Raffinerien:
    "...Der Hurrikan "Rita" wird die Ölindustrie erheblich beschädigen: Sieben US-amerikanische Ölraffinerien im Gebiet des Wirbelsturms wurden bereits geschlossen. Auch Mexiko bereitet sich darauf vor, Erdölanlagen stillzulegen...."(Quelle: Spiegel online)
Und man hat nicht den Eindruck, als ob es in der US-Regierung Bestrebungen gibt, über das Thema "globale Erwärmung" auch nur nachzudenken, geschweige denn, etwas dagegen zu unternehmen. Wahrscheinlich verdienen noch zu viele Leute an der Katastrophe (Stichwort "Halliburton").
    "... Aktien von Anlagenbauern wie Halliburton und Dienstleistern wie McDermot legten in den vergangenen Tagen deutlich zu. Der Sturm hat damit den Aufwärtstrend der Branche verstärkt. Schon vorher profitierten die Titel von der starken Nachfrage nach neuen Öl-Förderanlagen und Raffinerien...."(Quelle: Handelsblatt.com)
Für den, der vergessen haben sollte, warum dem Autor beim Stichwort "Halliburton" immer wieder die US-Regierung einfällt:
    "... Dafür will er [der von Bush eingesetzte Vorsitzende der Bö(r)senaufsicht SEC, Harvey Pitt,] angeblich entschieden die möglichen Bilanzfälschungen beim Energiekonzern Halliburton prüfen, deren Direktor von 1995 bis 2000 der jetzige Vizepräsident Dick Cheney ist. Der aber ist nicht nur schon durch seine enge Verbindung zum skandalträchtigen Pleite-Energiekonzern Enron aufgefallen, sondern auch bereits durch die Geschäfte, die er für Halliburton angeleiert hat, als er unter Bush I noch Verteidigungsminister war...."(Quelle: Florian Rötzer in Telepolis am 17.2.2002)

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