Freitag, 14. Oktober 2005
Torpedos, Wale und der "letzte Schrei"
Dank Slashdot findet man Artikel, die man sonst nie läse.

Laut New Scientist plant die US Navy, angreifende Torpedos mittels Schallwellen unter Wasser zu vernichten.

    "...The ships would be equipped with arrays of 360 transducers each 1 metre square - effectively big flat-panel loudspeakers - running along either side of the hull below the waterline.

    When the ship's sonar detects an incoming torpedo, the transducers simultaneously fire an acoustic shock wave of such intensity that the torpedo either detonates early or is disabled by the pulse's crushing force, according to the Defence Advanced Research Projects Agency (DARPA), which is funding the project.

    But these are no ordinary loudspeakers: instead of having a membranous diaphragm that can vibrate in response to a range of audio frequencies, each of the devices has a ram-like cylindrical metal armature at its centre. This is projected outwards by electromagnets at very high speed, producing a shock wave. The array can be fired as many times as needed. (Quelle:New Scientist)
War da nicht schon mal was? Innerhalb und außerhalb des Netzes gibt es doch schon seit längerem Spekulationen darüber, warum in den letzten Jahren vermehrt Wale stranden. Eine der Spekulationen zu den Ursachen vermutete, dass gestrandete Wale durch die militärische Verwendung von Infra-Schall oder ähnlichem taub werden und die Gewässertiefe nicht mehr richtig einschätzen können.
    ... So far, the system's developers, Anteon Technologies of Fairfax, Virginia, and BAE Systems of Farnborough, UK, have only built one transducer. But encouraged by software simulations that show the array should work, they plan to press ahead with a one-quarter-scale test rig.

    If it reaches the stage of testing in the open ocean, however, the developers are likely to come into conflict with marine biologists. They have evidence that whales blasted by frequent acoustic signals from submarine or ship sonar appear to develop symptoms of decompression sickness, and die. (New Scientist, 11 October 2003, p 10). (Quelle:New Scientist)
Was auch immer da genau ausgebrütet wird, das klingt gar nicht gut für die Gesundheit der Wale.

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Donnerstag, 13. Oktober 2005
Macht und Medien
Hierzulande gehören Ungereimtheiten bei der Durchsuchung eines Redaktionsbüros der Zeitschrift CICERO zum allgemeinen Medienrauschen:
    "... Das Magazin „Cicero” sieht nicht ein, warum es - Souverän hin oder her - nicht möglich sein soll, über die Aktivitäten von Terroristen zu berichten, die einen „chemischen Megaanschlag” mit mindestens 80.000 Toten in Jordanien geplant haben sollen, ebenso in Großbritannien, andere Länder nicht ausgeschlossen.

    Die Angaben darüber, sagt der Reporter Schirra in „Cicero”, fußten auch nicht allein auf der ominösen BKA-Akte, hinter der Schilys Ermittler her waren, offenbar um ein Leck in den eigenen Reihen aufzudecken. Dem Journalisten ging es darum, die Wege des Terroristen nachzuzeichnen, der in der internationalen Geheimdienstgemeinde als der „zur Zeit tatsächlich gefährlichste Mann der Welt” gelte.
    [...]
    „Nur um interne Arbeitsabläufe im Inneministerium und beim BKA nachzuvollziehen, wurde unsere Redaktion lahmgelegt und durchsucht, es wurden ganze Datensätze kopiert, in unserer Adresskartei gestöbert, als sei man auf einem Flohmarkt der Raritäten-Entdeckungen. Wir empfinden das nicht bloß als eklatante Behinderung unserer Arbeit, sondern als gezielte Obstruktion.” (Quelle: faz.net)
Konkret geht das also darum, dass die Polizei die Redaktion CICERO heimgesucht hat, um herauszufinden, wieso eine brisante BKA-Akte zu einem Journalisten geraten ist. Und der Bundesinnenminister (Schily) findet das ok. Das Medienrauschen hat kurz zugekommen, die Blogosphäre (statt vieler nur lanu) hat sich darüber verbreitet und dann berichtet man doch lieber darüber, was bei der großen Koalition alles nicht herauskommt...

Ganz anders in Tansania. Da hat der (um Missverständnissen vorzubeugen: der tansanische!) Innenminister, Omar Ramadhan Mapuri, eine Kamera-Crew von Sicherheitsleuten misshandeln lassen, weil sie Gefängnispersonal bei der "Arbeit" filmten:
    "Prison wardens on Saturday hit and injured cameramen covering the eviction of people living on prison land."(Quelle: bbc.com)
Die Journalisten haben sich aber nicht wie geprügelte Hunde in die Ecke verzogen, sondern verhängten einen Nachrichten-Bann über den Innenminister:
    "Tanzania's home affairs minister has apologised for insulting journalists on Friday - only after they imposed a news blackout of his activities...

    Mr Mapuri defended their actions because it was a restricted area.

    But Tanzania's Media Owners Association called for his resignation and issued a media ban on him and his ministry on Thursday. ..."(Quelle: bbc.com)
Zwei Fragen:
    1. Wie wäre es mit einen Nachrichten-Boykott über den Bundesinnenminister?
    2. Wie würde ein Schily/Beckstein/whoever reagieren?

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Mittwoch, 12. Oktober 2005
Bush-Krieg
Ein Dank an Blogology: Florida, mit rund 17,4 Mio. Einwohner knapp 600.000 Einwohner "kleiner" als Nordrhein-Westfalen hat ein neues Gesetz:

So darf man in Florida seit kurzem einen potentiellen Angreifer mit der Waffe abwehren, was wohl auch das Erschießen einschließen dürfte. "Stand your ground" heißt das neue Gesetz: Danach braucht man der Gewalt nicht zu weichen, sondern kann Haus und Hof, aber auch sein Auto oder seinen Platz auf der Straße mit der Waffe gegen einen unrechtmäßigen Angreifer verteidigen ...
    "...Florida's "stand your ground" law, which took effect Saturday, removes a duty on the part of citizens to retreat in the face of an attack as long as they are in a place they have a legal right to be, including a public street or their place of business.

    It also gives immunity from criminal or civil charges to a shooter as long as the person shot is not a police officer.
    ..." (Quelle: cnn.com)
Ob in Florida die gleichen (mathematischen) Grundlagen des Zählens angewendet werden wie in der übrigen Welt, war schon bei der Wahl von Bush Junior zweifelhaft. Eine weitere Grundlage westlicher Demokratien, nämlich das Gewaltmonopol des Staats, scheint, wo des Präsidenten Bruder Jeb Bush gouverniert, auch nicht zu gelten. Die Sache entspricht allerdings us-amerikanischer Methode:
  • Raumschiff Enterprise: ein fremdes Raumschiff, das nicht antwortet, wird beschossen.
  • In einem beliebigen Krimi oder Western geht eine Tür nicht auf?
    Ein Schuss aus einer Handfeuerwaffe hilft immer
  • Man weiß nicht, woraus ein Komet besteht?
    Komet Temple 1 kriegt bei der Mission "Deep Impact" eine extrem beschleunigte Kupferladung ab.
  • Man hat keine Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak? Egal, bombardiert und erobert wird der Irak trotzdem.
  • Man mag den amtierenden Präsidenten (Präsidentschaftskandidaten) nicht? -> John F. sowie Bobby Kennedy, Ronald Reagan haben es zu spüren gekriegt.
Fazit: Man muss ja nicht ausgerechnet nach Florida fahren, wo schon vor Jahren Touristen als Freiwild für die einheimische Unterwelt angesehen wurden und man daher "safe routes" für Touristen erfand.

Man kann ja auch in NRW Urlaub machen. In NRW soll man zwar demnächst mit rechtsstaatlicher Absicherung auf Autobahnen wenden dürfen. Eine solche Pressemitteilung ist zwar auch nicht ganz ungefährlich, wie die ersten Reaktionen von Autofahrern auf die Meldung gezeigt haben. Trotz der "Wendemanöver" der neuen Landesregierung ist ein Besuch hierzulande allemal sicherer als ein Besuch in Florida.

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