Dienstag, 15. November 2005
Steuer nach Wahl
Wenn man sich mal so umsieht, liest man zur Umsatzsteuererhöhung Erstaunliches:
    "...Um dem beginnenden Aufschwung Zeit zur Entfaltung zu lassen, wird der Mehrwertsteuersatz erst in 2007 um drei Prozentpunkte auf 19% steigen. ..." (Quelle: Koalitionsvertrag)
Die Koalition will also erst einen (möglicherweise) kommenden Aufschwung, um dann die Steuern zu erhöhen. Sieht ja nett aus, aber die Wirklichkeit stellt sich anders da:
    "Politik und Wirtschaft hatten gehofft, der ZEW-Index würde ein positives Signal setzen. Doch das Konjunkturbarometer ist im November überraschend gefallen.

    Der Saldo der ZEW-Konjunkturerwartungen der rund 300 befragten Analysten und institutionellen Anleger ging im November leicht auf 38,7 von 39,4 Punkten im Oktober zurück, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute mitteilte. ...

    "Die Unsicherheit über den künftigen wirtschaftspolitischen Kurs und insbesondere die geplante Mehrwertsteuererhöhung schwächen das Vertrauen der ohnehin schon verunsicherten Verbraucher", erklärte das Institut....(Quelle: Spiegel online)
Hat die Koalition den Kontakt zur Wirklichkeit schon verloren, bevor sie überhaupt angefangen hat zu regieren? Wenn man beispielsweise 1.500 € mehrwertsteuerpflichtig ausgibt, ergibt sich aus der Mehrwertsteuererhöhung einfach ein Verlust bei dem Warenwert:
    Jahr Warenwert USt % Steueranteil brutto Ausgabe
    2006 1.293,10 € 16 % 206,90 € 1.500,00 €
    2007 1.260,50 € 19 % 239,50 € 1.500,00 €
    Differenz - 32,60 € 3 % + 32,60 € 0 €
Folglich kann man in 2007 mit der gleichen Menge Geld für 32,60 € weniger Waren kaufen, weil man 32,60 € mehr an Umsatzsteuern zu zahlen hat. Aller Voraussicht nach wird sich die Einnahmeseite bei den meisten Menschen nicht zum Positiven entwickeln.

Ob es irgendwo auch eine Ausgaben-Entlastung geben wird, bleibt unklar. Das Wort "Steuersenkung" kommt jedenfalls im Koalitionsvertrag nicht vor.

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Montag, 14. November 2005
Siegen
Wenn man nach "Essen" kommt, wird man dort essen. Das hat der Autor aber noch nie gemacht.

Wenn man nach "Baden-Baden" kommt, kann man dort sicherlich irgend wo baden. Das hat der Autor aber auch noch nie gemacht.

Wenn man nun nach "Siegen" kommt und in der Siegerland-Halle auf dem Landeschorwettbewerb singt, will man dort siegen. Das hat der Autor wiederum noch nie gemacht, aber Zweiter geworden zu sein ist auch was Schönes.
    (Nebenbei: Der Link zum Veranstalter, dem Landesmusikrat, führt zwar auf eine Chorwettbewerbsseite, aber nicht wirklich weiter...)
Varzil meint, "Siegen" sollte vielleicht "Zweiterwerden" heißen.

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Donnerstag, 10. November 2005
nine eleven
Vorbemerkung:
"nine eleven" oder "9/11" hat in der angelsächsischen Welt eine andere Bedeutung als hierzulande der 9.11. Letzterer hat es in sich:
    "Der 9. November gilt wegen der Ereignisse von als ein besonders „schicksalsträchtiges“ Datum der neueren Geschichte in Deutschland und Österreich - sowohl in einer heute gesellschaftlich jeweils negativ als auch positiv bewerteten Beurteilung der entsprechenden Ereignisse - und wird daher auch als "Schicksalstag der Deutschen" bezeichnet.(Quelle: wikipedia)
In der Wahrnehmung des Autors kam gestern nur Erinnerung an die Reichskristallprogromnacht vor.

Wieviel Gedenktage gibt es eigentlich für die Judenverfolgung im Dritten Reich neben dem Neunten Elften? Neben dem 9.11.1938 gibt es da noch die Befreiung des KZs Buchenwald am 11. April und die kürzlich von UN zum Gedenktag erhobene Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz am 27. Januar. Gelegentlich wird auch noch der 20. Januar als Tag der Wannsee-Konferenz "gefeiert".

Da mag man sich kaum wundern, wenn es da mit dem Gedenken nicht so richtig klappen will. Es ist einfach zuviel an Gedenken für die armen Dichter und Denker.

Die Briten machen es sich einfacher:
    "Remember remember
    the Fifth of November"
Vor 400 (!) Jahren am 5.11.1605 wurde Guy Fawkes, ein katholischer Engländer, bei einem versuchten (!) Sprengstoffattentat auf König und Parlament gefasst.(mehr dazu bei wikipedia).

Varzil: Von den Engländern lernen heißt Gedenken lernen. Bei allen Verbrechen, die von oder an Engländern verübt worden sind, gedenken sie eines fehlgeschlagenen Attentats ...

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