Freitag, 10. März 2006
Über das Hupen
Nur zur Erinnerung:
    "§ 16 StVO

    (1) Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben
      1. wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt (§ 5 Abs. 5) oder
      2. wer sich oder andere gefährdet sieht.
    (2)...

    (Quelle: Straßenverkehrsordnung bei Juris)
Der Alltag belegt etwas anderes. Es wird gehupt,
  • um "Hallo" und "Tschüss" zu sagen,
  • um sich dem Mädchen an der Haltestelle zu präsentieren
  • um den Mitmenschen darauf aufmerksam zu machen, dass er was falsch macht
  • um Kinder von der Straße zu scheuchen
  • ...
Warum eigentlich erwarten Autofahrer, dass alle Welt auf ihr Herannahmen hektisch reagieren muss? Vermutlich aus einem ähnlichen Grund, wie jeder meint, ein Gespräch unterbrechen zu müssen, nur weil das Cellefon klingelt?

These:
    Ein Auto, das hupt, ist zu schnell gefahren.

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Mittwoch, 8. März 2006
"Lührick" zum internationalen Frauentag

Wer am internationalen Frauentag
schreibt nicht das, was er grad mag,
sondern allgemein was über Frauen,
kann man ziemlich gut drauf bauen,
dass dann alle schlauen Frauen
Männer nur noch "eit'le Pfauen"
nennen und sie in die Pfanne hauen.

Wollen all die rauen Pfauen
am Frauentag es nicht versauen,
runzeln sie erst ihre Brauen,
schenken dann all ihren Frauen
rote Rosen - keine blauen!

Bloß kann man die im März nicht klauen,
beginnt’s doch gerade erst zu tauen.

Doch die alten Muttersauen
suhlen sich in deutschen Gauen
friedlich in des Waldes Morgengrauen

Und bei ganz genauem Schauen stauen
sich die Frauen, die schlauen und die flauen,
beim Sauen-Schau’n im Morgengrau’n.

Drum hier der Rat zum Tag der Frauen:

Wenn die Frau’n sich trau’n, Sauen zu schauen,
dann lass’ sie sich beim Trauen hauen,
sofern sie sich zu hauen trauen.

DU kannst Dir Dein Bierchen brauen!

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Dienstag, 7. März 2006
Cardillac - oder wie Hindemith eine Oper schrieb
Zunächst einmal rundum Positives aus der Bonner Oper:
    "...Dieser Zwiespalt von Musizieroper und Thriller, von strengstem musikalischen Handwerk und und exzessiver Handlung wird in der Bonner Premiere durch Erich Wächter und das gut aufgelegte Beethoven Orchester auf frappierende Weise aufgehoben.

    Da hat man es mit einer schlagkräftigen, stürmischen, zumeist vorantreibenden Bühnenmusik zu tun, die den Geist der 20er Jahre atmet, die, fetzig und lakonisch, durchweg über die 90 pausenlosen Aufführungsminuten zu fesseln vermag, auch in ihren fein austarierten lyrischen Episoden.

    "Cardillac" kennt zwei Hauptfiguren: den Goldschmied und die Menge, das Individuum und die Masse. Es ist ein faszinierender Zweikampf: Andreas Scheibner bewältigt sein Rollen-Debüt als Cardillac trotz (der am Ende hörbaren) Indisposition mit Intelligenz und vokaler Intensität; der von Sibylle Wagner vorbereitete Chor ist an Präsenz und Ausdrucksstärke schwerlich zu übertreffen.
    (Quelle: Ulrich Bumann am 7.3.2006 in Bonner Generalanzeiger)
Also kaum was zu meckern: dass der Star vergrippt ist und dennoch singt, ist ihm hoch anzurechnen. Und alle haben begeistert musiziert. (Bild bei Theater Bonn)

Nur:
die Musik berührt einen ähnlich flach wie die Musik zu einem Hitchcock-Film: sie ist ständig präsent, nie langweilig, gelegentlich mitreißend, machmal schön. Und sie ist mit Ausnahme des ersten und letzten Akkords durchweg atonal. Resultat: die Aufführenden sind von der Musik fasziniert, die Fans moderner Oper sind begeistert, und der Durchschnittszuschauer bleibt unberührt.

Und da es durchweg düster ist und die Bonner Oper auf eine Pause verzichtet, blickt man erst hinterher gründlicher in das Programmheft. Und o Wunder: das Programmheft ist lesenswert: neben einer knappen Inhaltsangabe gibt es etliches zum Werk.

Phänomenal und vielleicht auch eine Erklärung, warum das eigentlich spannende Geschehen einen nicht berührt:
Hindemith hatte seinerzeit (1926) offenbar Schwierigkeiten, für seine Opernmusik ein Libretto zu finden. Die Musik war wohl weitgehend fertig, nur der Stoff fehlte...
    "...Wie aus Briefen Hindemiths hervorgeht, hatte er Schwierigkeiten, den richtigen Librettisten, beziehungsweise den passenden Stoff für seine Oper zu finden. ...
    (Quelle: Jan-Philipp Possmann in Hausarbeiten.de)
Vielleicht hat die fehlende emotionale Beteiligung ihr Ursache darin, dass Stoff und Musik zu spät zusammenfanden.

Varzil vermutet hingegen eher, dass der Autor einfach voreingenommen ist gegenüber atonaler Musik...

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