Dienstag, 1. August 2006
Prof. Kekulé als Fußballer
Wohl schon tausend Mal dran vorbeigefahren, ignoriert man manche Sachen so sehr, dass man nur noch ihre Veränderung wahrnimmt.

Vor der Alten Chemie in Bonn gegenüber dem Poppelsdorfer Schloss steht eine Statue von Friedrich August Kekulé von Stradonitz. Er hat die Strukturformel für Benzol entdeckt und war wohl seinerzeit einer der führenden deutschen Chemiker:
    "...
    Als Kekulé 1867 nach Bonn berufen wurde, war das neue chemische Institut erst im Rohbau fertig. Er hatte wesentlichen Einfluss auf die Einrichtung und die Innenausstattung des großen Gebäudes, das es zu einem der am besten ausgestatteten Institute in ganz Deutschland machte. Er zog dadurch viele deutsche und ausländische Studenten an den Rhein, so dass das Gebäude bald aus allen Nähten platzte. Ein Anbau wurde erst genehmigt, als Kekulé einen Ruf nach München als Nachfolger von Justus von Liebig ablehnte.
    ...
    Sein von Hans Everding erschaffenes und 1903 errichtetes Denkmal steht vor dem alten Chemischen Institut der Bonner Universität in der Meckenheimer Allee 168. ...
    (Quelle: Wikipedia)
Seit 1903 steht er also nun vor der Alten Chemie - und vermittelt den Eindruck eines würdigen und gewichtigen Herrn Professors. Eine gewisse Lässigkeit kommt durch die Beinstellung (Standbein - Spielbein) und die Haltung der Arme in das ansonsten würdevolle bis steife Gesamtbild.

Und heute dann das:
KekuleWM2006-k Da hält er weltläufig und dem Zeitgeschehen entsprechend nicht etwa einen Benzolring, sondern einen Fußball in der Hand.

Eigentlich passt das gut zu ihm, dem Herrn Professor. Denn:
    "...Obwohl Kekulé ein schwächlicher Jugendlicher war, entwickelte er sich zu einen robusten und gesunden Erwachsenen, der bis zu seiner Promotion 1847 sportlich sehr aktiv war. ...(Quelle: Wikipedia)
"Corpus sanum circum mente sana" könnte man meinen - Kekulé sieht allerdings nicht so aus, als ob er über die Ergänzung seiner Statue hätte schmunzeln können.
Nachtrag vom 17.8.06
Wer so genau wie eine gewisse Mitbewohnerin hinsieht, erkennt auch noch einen Fan-Schal um den Hals des Profs.

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Montag, 31. Juli 2006
Frankreich-Urlaub
Im Urlaub in Frankreich fällt auf,
  • dass die Autobahnraststätten an mautpflichtigen Autobahnen viel sauberer, interessanter und großzügiger sind
  • dass auch die mautpflichtigen Autobahnen hervorragend in Schuss sind
  • dass es beim Bäcker immer noch nur Weißbrot in diversen Formen gibt
  • dass in Ferienorten die Preise für Kaffee, Bier etc.noch unverschämter sind als in deutschen Ferienorten
  • dass wie schon beim letzten Frankreich-Urlaub 2003 das Wetter in Deutschland ebenso heiß ist
  • dass die am Kiosk erhältlichen (lokalen) französischen Zeitungen kaum noch nationale und internationale Themen enthalten, sondern fast nur noch Lokales
  • dass es großartige Kulturstätten gibt, über die man nahezu zufällig stolpert, um dann zu entdecken, dass die UNESCO auch schon da war und das Ganze zum Kulturerbe erklärt hat (Cirque de Gavarnie, Carcassonne, St. Emilion)
  • dass die französische Atlantikküste (Cote d'Argent) nach wie vor sauber, schön und immer noch voll von deutschen Bunkern ist
  • dass der Autor jetzt schon zum dritten Mal hintereinander dort im Urlaub nicht beklaut worden ist, während bei den ersten Urlauben in den Siebziger- und Achtziger Jahren er drei Urlaube hintereinander Diebstahlopfer geworden ist
  • dass es bei einem Urlaub mit Kindern auch für den Vater erholsamer ist, wenn andere Kinder (und deren Eltern) mit dabei sind, auch wenn die Kinder kein Französisch sprechen, sondern allenfalls das schlechte Französisch des Vaters ("Papa, so kannst du das doch nicht sagen!") bekritteln - ob sie Recht hatten, kann der Autor nicht beurteilen, da er nie Französisch gelernt hat. Vermutlich haben sie Recht.
  • Südfrankreich als Urlaubsland immer noch interessant und liebenswert ist
  • ...(etc.)
Eigentlich überflüssig zu sagen, dass es ein sehr gelungener Urlaub war.

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Mittwoch, 26. Juli 2006
Zeitreise
Wenn man im Urlaub einen Internetzugang erlebt, fuer den man 8 Euro je Stunde bezahlt, fuehlt man sich in die fruehen Neunziger rueckversetzt, als man mit feuchtnassen Fingern die teure Internetzeit optimal nutzen wollte.

Wenn man dann die Nachrichten zum Libanon liest, meint man, in den Achtzigern gelandet zu sein.

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