Sonntag, 3. September 2006
Noch mal unterwegs nach/in Dresden
Diesmal ganz sicher gründlich kontrolliert (anders als zum Thema Sicherheit beschrieben) erfährt man den Dresdener Personennahverkehr: Dabei hat man die Sicherheit dessen, der die Stadt nicht zum ersten Mal betritt.

Zunächst kauft man sich am Flughafen ein Tagesticket - dass der Automat auf dem S-Bahnhof "Dresden - Flughafen" nur Bargeld mag, einen Geldscheine aber nur in der dem Preis aufgerundeten Größenordnung: das gibt es wohl überall. Bargeldlos zahlen bietet der Automat erst gar nicht an.
    Anmerkung:
    Was immerhin die bessere Variante zu den Automaten in anderen Städten ist, die so tun, als ob man bargeldlos zahlen kann, die dann aber nach 10 Minuten den Vorgang kommentarlos abbrechen.
Übrigens: Der Automat am Busbahnhof des Dresdener Flughafens akzeptiert die Geldkarte problemlos.

Dann also auf in die Stadt: da es nur eine Fahrtrichtung gibt, ist die Entscheidung, welche S-Bahn man nimmt, ganz einfacht. Man nimmt die, die da steht.

Schwieriger ist unter Umständen das Orientieren beim Straßenbahnfahren in Dresden selbst. Man steigt ein - und kann sich mit etwas Glück in einem sehr modernen Wagen anhand von Bildschirmen ganz leicht orientieren. Oder man gerät in einen fast ebenso modernen Wagen ohne Bildschirm. Da gibt es LED-Anzeigen, in deren einziger Textzeile eine dunkelrote Schrift auf schwarzem Hintergrund die nächsten Haltestellen anzeigt. Nachts sicherlich eine gute Idee, tagsüber aber kaum zu entziffern. In den alten Straßenbahnwagen, die vorbildlich an neue Technik angepasst sind, weder rappeln, noch rumpeln oder quietschen, gibt es aufgeklebte Linienpläne, eine ebenso schlichte wie übersichtliche Lösung ...

Apropos Linienplan: Wieso zeigt der Dresdener Liniennetzplan, den man nach einigem Suchen in der Tourist-Information im dem 1.200 m weiter entfernt liegenden Büro der Verkehrsbetriebe erhält, in seiner Papierausgabe nur die Straßenbahnlinien und keine S-Bahn-Linien?

Mag sein, dass es die Dummheit des Lesers ist, wenn er den Linienplan nicht richtig entziffert hat.

Ein Indiz für Dummheit: So hat Selbiger es immerhin geschafft, um 7 Uhr morgens aufzustehen und das Hotel nach einem ausgedehnten Frühstück gegen 8:50 Uhr zu verlassen, um dann gegen 9:40 Uhr am Hauptbahnhof einzutreffen, ca. 30 Minuten vor Abfahrt des ICEs, der dann nach 3 Minuten Fahrt seinen ersten Halt in Dresden-Neustadt hat, ca. 10 Minuten zu Fuß vom Hotel des Autors entfernt ...

Varzil meint: Fahrplanlesen wäre da eventuell hilfreich gewesen - man hätte locker 'ne Stunde länger schlafen können.

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Mittwoch, 30. August 2006
Schutz vor Blitzen
Weil es im Moment so schön gewittert:

Am vergangenen Sonntag gab es auf dem Flugplatz in St. Augustin - Hangelar (einem Flugplatz von eher lokaler Bedeutung) einen Flugtag:
    "...Es sollte ein schönes Familienfest werden, das gewissermaßen den Triumph der Technik über die Natur, die Eroberung der Lüfte durch den Menschen dokumentiert. Doch am Sonntagnachmittag um 16 Uhr wurde alles anders. In Minutenschnelle zog ein schweres Gewitter auf, der Himmel verfinsterte sich. Die Veranstalter waren sich sofort im Klaren, dass sie handeln mussten.

    Der Flugtagssprecher gab die Warnung durch und forderte die rund 10 000 Besucher auf, in den Zelten und Hangars Schutz zu suchen. Eine Viertelstunde später schlugen mehrere Blitze auf dem Gelände ein. Einer ging in einen großen Sonnenschirm, unter dem sich zahlreiche Gäste in Deckung gebracht hatten.
    ...[Unmittelbar neben diesem Sonnenschirm war der Blitz eingeschlagen. Foto: Ingo Eisner, 27.08.2006]
    (Quelle: Bonner Generalanzeiger)
Darauf verbreiteten Radio und Fernsehen Ratschläge, bei Gewittern nicht unter Schirmen Schutz zu suchen.

Ja bitte schön: Wo soll man denn hin, wenn's so schüttet wie am Sonntag und das nächste feste Gebäude mehrere Kilometer entfernt liegt?

Auf freiem Gelände durch das Gewitter zu laufen, ist ja wohl keine Alternative.

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Dienstag, 29. August 2006
Pharisäer
Das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner lässt einen wieder einmal an der Sinnhaftigkeit biblischer Gleichnisse zweifeln - wie so oft, wenn man den Texten zuhört. Jesus erzählt das Gleichnis wie folgt:
    "Er [Jesus] sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
Soweit klar: es geht um diejenigen, die sich anmaßen, "fromm zu sein" und dabei die anderen verachten.
    Der Pharisäer stand für sich und betete so:
    Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.
Das ist vermutlich kein sehr kluges Gebet - aber immerhin: der Pharisäer reflektiert über sich selbst, beschreibt sein an sich nicht anstößiges Verhalten: fastend, wohltätig und rechtschaffen. Nichts, weswegen man sich schämen müsste. Und er ist Gott dankbar dafür, dass er so ist, wie er ist, und nicht so wie andere Leute, die er verabscheut. Jesus sagt nichts davon, dass der Pharisäer etwa geheuchelt habe oder lüge. Dabei lässt Jesus sonst an den Pharisäern oft genug kein gutes Haar.

Im Kontrast dazu steht der Zöllner.
    Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Das ist natürlich eine andere Kategorie: der Zöllner weiß um seine Fehler (" ...mir Sünder ...") und bittet Gott um Gnade, wohl gemerkt um Gnade, und nicht etwa um Gerechtigkeit.

Jesus kommentiert die beiden Beispiele wie folgt:
    Ich sage euch: Dieser [der Zöllner] ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener [der Pharisäer]. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. ..."
    (Quelle: Lukas 18,10 Bibel-online)
Das ist nun wirklich ein Hammer:
Derjenige, der mit sich und seinem Leben zufrieden ist und auch zufrieden sein darf, hat ein Problem vor und mit Gott. Vorbildlich hingegen ist, wer sündigt und seine Sünden bereut.

Wenn er die Wahl hat, ist Varzil da lieber Pharisäer: mit sich selbst im reinen.

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