... newer stories
Mittwoch, 24. Januar 2007
"Die Queen" - spannend, wie da nichts passiert
varzil, 15:14h
Es gibt Filme, in die geht man nur, weil man mit anderen mitgeht.Um so erstaunlicher gestern der Film "Die Queen": Über mehr als 90 Minuten lang passiert in dem Film eigentlich nicht mehr, als dass ein junger Premierminister der alten Königin die Meinung ihres Volkes näher bringt. Punkt. Mehr nicht - der Unfall von Diana wird nur erzählt, nicht gezeigt; und auch von der Jagd auf einen Hirsch zeigt der Film nur das erfolglose Anpirschen.
Am dramatischsten ist noch der Moment, als sich die Königin höchst selbst mit einem Geländewagen in einer Furt festfährt und dann ins schottisch-kalte Flusswasser aussteigen muss, um zu sehen, was los ist.
Und dennoch: der Film macht Freude und langweilt in keiner Minute. Er erzählt einen ganzen Kinoabend lang eine Geschichte über das englische Königshaus, die ein Normalsterblicher in 3 Minuten ("weltfremd, snobistisch, idealistisch, gefühlskalt") erzählt haben würde ...
Die Faszination des Films dürfte daher vor allem die Kunst des Schauspielens sein, allen voran Helen Mirren (Bild rechts bei Zeit.de).
Ein Beispiel dafür, dass gute Filme auch im Kino ohne Sex and Crime, ohne Explosionen, Gewalt oder klamaukhafte Comedians gut unterhalten können.
... link (0 Kommentare) ... comment ...bereits 633 x gelesen
Dienstag, 23. Januar 2007
wiedergefunden
varzil, 18:16h
Der Heise-Verlag macht in seiner Veröffentlichung eigentlich Reklame für ein Buch mit den Cartoons aus der c't. Das kann man natürlich kaufen - muss man aber nicht. Denn in dem Artikel stößt man auf eine Gesamtübersicht über die Cartoons aus der c't. All die schönen bunten Zeichnungen, über die man sich 14-täglich freuen konnte.
Ein Beispiel für besonders anhaltende Heiterkeit war dieses aus Anfang 2003 (Bild verlinkt zum Heise-Verlag und lädt eine Vergrößerung - mit der Pointe).
Eine Menge Vergnügen hat sich da angesammelt.
... link (0 Kommentare) ... comment ...bereits 665 x gelesen
Montag, 22. Januar 2007
Achtung rechts: Sonntagsdemenz
varzil, 13:22h
Wieder einmal "Tatort" gesehen - eine eigentlich gute Story: "Schwelbrand" (Link und Bilder von www.radiobremen.de)Dem ermatteten Sonntagsabend-Glotzer bieten sich interessante Erkenntnisse an:
- Man muss Jeanette Biedermann nicht kennen, um sie nicht gut finden zu müssen.

- Man muss kein Nazi sein, um festzustellen, dass der Film politisch schwächelt: Besonders die Kommissarin scheint überhaupt kein Interesse daran zu haben, sich inhaltlich mit den Parolen auseinanderzusetzen ("Die Ausländer nehmen uns unsre Jobs weg!"). Sie reagiert im typischen 68er Stil ("Wer hat Ihnen denn diesen Schwachsinn beigebracht"). Dabei ist es offenkundig, dass eine Reihe von Jobs in Deutschland (Bauarbeiter, Erntehelfer, Hausreinigung) überwiegend von Ausländern erledigt wird (weil sie für Deutsche zu schlecht bezahlt und zu anstrengend sind - vermutlich).
- Immerhin: die Drehbuchautoren legen es darauf an, dass man die Mörder in der Neo-Nazi-Szene vermutet. Und am Ende sind die Neo-Nazis auch die Bösen, allerdings haben sie mit dem Mord an der Dana-Assistentin nichts zu tun.
- Ist eigentlich eine Tatort-Kommissarin für schwere Körperverletzung nicht zuständig? Immerhin schildert Dana, wie ihr Ex-Freund und Neo-Nazi einen Kumpanen rollstuhlreif verprügelt hat. Da sind aber die 90 Minuten sozusagen um. Und für eine krimitechnische Auflösung aller Schandtaten in dem Neo-Nazi-Krimi keine Zeit mehr. Auch der Bruder von Dana scheint straflos davon zu kommen, obwohl er den Plakatkleber zusmmen mit anderen in eine Glastür gehetzt hat und obwohl er mit ein paar Glassplittern einem Mit-Nazi auch die Schuld am Tod des Plakate-Klebers in die Schuhe schieben will.
... link (0 Kommentare) ... comment ...bereits 628 x gelesen
... older stories

