Montag, 12. Februar 2007
Winter- und Un-Tomaten
Nicht nur in der EU ist das Erscheinungsbild einer Tomate reglementiert:

"...
In January, the federal Agriculture Department put an exception into its rules to let a tomato called the UglyRipe be shipped out of state. Those rules say a tomato must be at least 5.8 centimeters and no more than 7.1 centimeters in diameter. The UglyRipe doesn’t meet those requirements — it’s ribbed at the top and not uniform in shape. It is also reputed to taste very much like a tomato. ..."
(Quelle: New-York-Times-Beilage der Papierausgabe der Süddeutschen ZEitung von heute, S. 2; man kann bei der New York Times den Artikel (438 Worte) auch für 4,95$ (= ca. 1 US-Cent pro Wort kaufen ...)

Das Ding schmeckt sogar wie eine Tomate: welch eine Sensation.

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Freitag, 9. Februar 2007
Kohle zu Ende?
Für die Nachwelt möglicherweise von Interesse könnte sein, dass in diesen Tagen eine für das Ruhrgebiet wichtige Entscheidung getroffen wurde:

Die Subventionierung des Stein­kohle­berg­baus wird eingestellt.

Oder um den Ministerpräsidenten zu zitieren:
"Gestern war ein historischer Tag. Gestern haben wir den Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau in Nordrhein-Westfalen beschlos­sen. Der Bund und die große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und des Saarlands, die RAG und die IGBCE haben zugestimmt. Heute beginnt eine neue Zeit in der Wirtschafts- und Industriegeschichte Nordrhein-Westfalens...."
(Quelle: Rede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers am 8. Februar 2007 im Düsseldorfer Landtag)
(Bild von Anthrazit aus der Wikipedia)

Soweit so gut: Damit wird immerhin ein Kapitel abgeschlossen, dass schon vor 25 Jahren hätte geschlossen werden sollen. Ein Dozent an der Verwaltungshochschule Speyer rechnete seinerzeit vor, dass man gutes Geld sparen könnte, wenn man alle Kumpels nach A 15 BBesO (Regierungsdirektor) besoldet, die Zechen dicht macht und Importkohle verfeuert.

Wie gesagt, soweit so gut. Bemerkenswert allerdings:

Drittens wollen wir die Wirtschaftspolitik in der Metropole Ruhr auf Leitmärkte und Technologiefelder konzentrieren. Dies sind aus Sicht der Landesregierung zum Beispiel:
die Energiewirtschaft;
...
Die Energiewirtschaft: Sie bleibt für das Ruhrgebiet ein zentrales Feld. In der Region hat sich eine Dichte an energiewirtschaftlichem und -technologischem Know-How entwickelt, die ihresgleichen sucht.

Von strategischer Bedeutung sind für Nordrhein-Westfalen die Investitionen in neue, hochmoderne Kraftwerke mit einem Gesamtvolumen von über 8 Milliarden Euro. Alleine im Ruhrgebiet stehen Kraftwerksinvestitionen von über 5,5 Milliarden Euro an:

RWE will in Hamm ein neues Steinkohlekraftwerk errichten,
...
(Quelle: die selbe Rede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers am 8. Februar 2007 im Düsseldorfer Landtag)

Was sagt uns unserer Ministerpräsident da? Wir machen die Zechen dicht und bauen direkt daneben ein neues Steinkohlekraftwerk.

Das klingt schon richtig klug. Fehlt nur noch der Hinweis, dass wir uns einerseits ganz heftig für die CO2-Reduktion einsetzen und andererseits Frau Merkel die geplanten EU-Umweltauflagen für die Auto-Industrie angreift und zu Fall bringt.

Varzil erlaubt sich darauf hinzuweisen, dass fossile Themen (Kohle und KMK) wieder schwer im Kommen sind.

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Donnerstag, 8. Februar 2007
Die KMK ist wieder da
Der Uni-Spiegel erklärt es den angehenden Semestern ganz langsam:

"...In der Wissenschafts­politik wimmelt es von Begriffs­ungetü­men. SPIEGEL-Autor Tho­mas Darn­städt nimmt den Kampf auf und knöpft sich zum Start die Kultus­minister­konferenz vor. Kern­kompetenz und Wild­schwein­essen - eine Einführung in die Abgründe der Bildungswelt...."
(Quelle: UniSpiegel.de)

Ein schöner Artikel - mit vielen netten Sottisen und Einblicken. ...

Wirklich.

Eines allerdings verwundert: Das Bild ("Plenarsaal Würzburg" aus der Residenz in Würzburg) ist von 2002 und das zitierte Rundschreiben RS 402/05 ist zwar typisch KMK, aber auch nicht mehr gerade taufrisch:


"Die Kultusministerkonferenz nimmt mit Befremden zur Kenntnis, dass die Finanzministerkonferenz mit Befremden zur Kenntnis genommen hat, dass die Kultusministerinnen und Kultusminister die Spitzenförderung von Studierenden für notwendig erachten"
(Quelle: UniSpiegel.de)

Richtig aktuell geht anders. Der Artikel ist infiziert von der für die KMK sprichwörtlichen Langsamkeit einer griechischen Landschildkröte ("testudo hermanni"- Bild links aus der Wikipedia). Aber die KMK gibt es ja auch erst seit 1948 und daher ist diese Rückgriff auf ältere Materialien durchaus statthaft - auch für so ein schnelles online-Medium wie SPIEGEL-online.

Aber es hätte schlimmer kommen können für die KMK. Hat sie doch einen bekennenden "Triebtäter" als Präsidenten:
"Bei der Bildung bin ich Triebtäter"
(Quelle: Interview mit Prof. Zöllner in der Süddeutschen vom 29.1.2007, nur noch im Google-Cache zu erahnen)

Was hätte man aus diesem Bekenntnis alles machen können. ...

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