Mittwoch, 25. Mai 2005
Ejakulations-Bremse
Eine merkwürdige Meldung bei Spiegel-online zu einem Problem, das zuletzt in Esperatino öffentlich diskutiert wurde:
    Ein neues Medikament könnte eine Männersorge bald der Vergangenheit angehören lassen: Es soll den Sex verlängern, indem es den Samenerguss verzögert....
    Als "frühzeitigen Samenerguss" definierten die Forscher, wenn Männer nach zwei Minuten Geschlechtsverkehr oder weniger zum Orgasmus kamen. Das Phänomen ist weit verbreitet, im Gegensatz zur Impotenz aber viel weniger öffentlich diskutiert. Nach Angaben der American Urological Association sind zwischen 27 und 34 Prozent aller Männer davon betroffen....
Mag sein, dass ein chronisch frühzeitiger Orgasmus für das Sexualleben "verheerend" ist. Es ist aber wohl erst sekundär ein Männer-Problem, primär kommen die Frauen zu kurz. Denn was biologisch zählt, ist das Ergebnis: die Spermatozoen sind auf dem Weg und machen das, was sie immer machen, nämlich die Eizelle suchen und befruchten.

Varzil nimmt die Forschungsergebnisse freundlich zur Kenntnis und bemerkt, dass die früher als frauenfeindlich verschrieene Forschung hier die Männer im Visier hat. Man hätte ja auch ein Präparat erproben können, dass den weiblichen Orgasmus beschleunigt.

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Dienstag, 24. Mai 2005
Vertrauensfrage (Art. 68 GG)
Eigentlich ist es einfach, was Art 68 Grundgesetz sagt:
    "(1) Findet ein Antrag des Bundeskanzlers, ihm das Vertrauen auszusprechen, nicht die Zustimmung der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages, so kann der Bundespräsident auf Vorschlag des Bundeskanzlers binnen einundzwanzig Tagen den Bundestag auflösen. Das Recht zur Auflösung erlischt, sobald der Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen anderen Bundeskanzler wählt. ()...
Man muss die Vertrauensfrage stellen und die Stimmen zählen. Sind weniger als die Hälfte der Mitglieder des Bundestags für den Kanzler, ist der Weg zu Neuwahlen frei. Aus welchen Gründen die Mehrheit der Mitglieder dem Bundeskanzler das Vertrauen versagt, spielt nach dem Wortlaut keine Rolle.

Wie es mit Eltern häufig ist, haben auch die Väter und Mütter eigentlich etwas anderes gemeint, als da in Art 68 GG steht. Gemeint ist in etwa: "Du sollst Dein Volk nicht dauernd mit Wahlen belästigen, sondern die vier Jahre, für die Du gewählt bist, auch arbeiten, d.h. regieren." Klingt doch ganz vernünftig, oder? Staatsrechtler von Arnim hat das jetzt etwas staatsmännischer in einem Spiegel-online-Interview erläutert. So könnte also die Vertrauensfrage verfassungskonform durchgeführt werden.

Das eigentliche Problem (Bundesrat und Bundestag blockieren sich gegenseitig) wird damit aber offensichtlich nicht gelöst.

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Montag, 23. Mai 2005
Nachruf
Anlässlich eines verlässlich humorigen Runderlasses zur Nachrufpraxis entdeckt man bei Spiegel-online, dass für die ehemaligen NSDAP-Mitglieder Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher ein ehrender Nachruf vorgesehen ist.

So schnell kann offenbar eine einfache Maxime"keine Nachrufe für ehemalige Nationalsozialisten" aufgegeben werden, wenn das mit der allgemeinen Stimmungslage übereinstimmt.

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Glatze
Nun soll ein Gendefekt der Mutter schuld sein, wenn Sohnemann in jungen Jahren eine Platte hat, berichtet das Handelsblatt unter Hinweis auf einschlägige Forschungen der Uni Bonn.

Der Autor kennt zu viele Glatzen aus der Familie väterlicherseits, um das zu glauben. Genauer gesagt kennt er Männer mit Glatze nur aus seiner väterlichen Familie. Mütterlicherseits haben alle Männer noch in hohem Alter viele Haare.

Varzil glaubt lieber, was er sieht als was er liest.

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Lesestoff
Gisbert Haefs "Roma":
Als Krimi eher mittelprächtig, als Zeitengemälde nahezu einmalig: Rom zu Zeiten von Marc Aurel. Ein Lesevergnügen, großes Kino für den Kopf, ähnlich wie Star Wars: die Geschichte ist eigentlich nicht so wichtig. ...

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Wahlhilfe
Es war ein angenehmer Tag im Stimmbezirk als "Wahlvorstehervertreter" - das Volk, der Souverän, war gnädig gestimmt und kam gleichmäßig verteilt ins Wahllokal, sodass es kaum langweilige Pausen und auch keine langen Schlangen gab.

Die meisten Wähler kommen zu zweit.

Aber dann nach dem Auszählen kommt man nach Hause, so gegen 19:15 Uhr und erfährt, dass die CDU gewonnen hat. Das war keine große Überraschung, weil irgendwie Wechselstimmung war. Und nachdem man gesehen hat, wie einfach sich die Wahl auszählen ließ, war auch kein Wunder, dass es um 19 Uhr quasioffizielle Ergebnisse gab.

Der Knaller überhaupt war allerdings, dass die Wahl, für die man gerade einen Sonntag geopfert hatte, eigentlich keine Socke mehr interessierte. Alles diskutierte die von Schröder und Müntefering angekündigte Bundestagswahl im Herbst.

Was es bedeutet, wenn ein Kandidat ohne inhaltliche Aussage antritt und dann auch noch eine Stimmenmehrheit kriegt, blieb hingegen gnädig im Siegestaumel verhüllt.

Und warum feiert eine Partei, die etwa ein Drittel ihres Stimmenanteils verloren hat (die FDP ist von 9 auf 6 Prozent reduziert worden), das als einen großartigen Erfolg?

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