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Mittwoch, 8. Juni 2005
Bonn Chocolaterie
varzil, 20:36h
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Orgasmus-Design
varzil, 18:37h
Varzil entschuldigt sich schon mal vorab wegen der nur scheinbaren Orgasmusfixiertheit in Koriander, zuletzt am 25.5.2005, aber diese Meldung passt einfach zu gut dazu:
Also liebe Ladies, nur nebenbei: weder ihr noch Euere Lovers, sondern Eure Vorfahren sind "schuld".
Aber weshalb es zu dem Thema "Ejakulationsbremse" passt:
Und patent, wie die Briten nun einmal sind, haben sie auch direkt eine Medizin in Aussicht:
- "...The reason why some women have problems reaching orgasm might be down to their genes ..." (Quelle: BBC online)
Also liebe Ladies, nur nebenbei: weder ihr noch Euere Lovers, sondern Eure Vorfahren sind "schuld".
Aber weshalb es zu dem Thema "Ejakulationsbremse" passt:
- "...The findings also suggest that women who orgasm easily may be satisfied with mates who are less skilled in bed. ... "
Und patent, wie die Briten nun einmal sind, haben sie auch direkt eine Medizin in Aussicht:
- ...Knowing which genes are important could potentially pave the way to drugs to help women orgasm ...
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Eltern, Kinder, Enkel
varzil, 14:13h
Eine interessante Diskussion läuft durch das Land. Da hat das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil gestern festgestellt:
Das "kleinere" offentsichtliche Problem ist die Frage, wer denn für den Eltern-Unterhalt aufkommen soll:
Derzeit zahlen die (möglicherweise wohlhabenden) eigenen Kinder und notfalls der Staat bei jenen, die keine eigenen Kinder haben oder deren Kinder einkommenslos sind. Bloß: warum soll der Staat eigentlich die Kinderlosigkeit der Eltern noch mit einer Pflegefürsorge im Alter "belohnen"? Nur, weil niemand sonst da ist? Und wenn er die kinderlosen Eltern umsorgt, mit welchem Recht greift er bei den Eltern, die Kinder großgezogen haben, deren Nachwuchs in die Tasche?
Die Grundlagen der derzeitigen Problematik liegen allerdings in der Bevölkerungszusammensetzung. Denn die Bevölkerungspyramide ist keine Pyramide, sondern ein Bevölkerungs"faß":

Oder vielleicht noch grundsätzlicher:
Kinder haften nicht (immer) für ihre Eltern
So ähnlich lautet auch die Schlagzeile heute in der Süddeutschen, nur ohne den Klammerzusatz. Und schon wird wieder diskutiert, wer welche Lasten zu tragen hat.Das "kleinere" offentsichtliche Problem ist die Frage, wer denn für den Eltern-Unterhalt aufkommen soll:
Derzeit zahlen die (möglicherweise wohlhabenden) eigenen Kinder und notfalls der Staat bei jenen, die keine eigenen Kinder haben oder deren Kinder einkommenslos sind. Bloß: warum soll der Staat eigentlich die Kinderlosigkeit der Eltern noch mit einer Pflegefürsorge im Alter "belohnen"? Nur, weil niemand sonst da ist? Und wenn er die kinderlosen Eltern umsorgt, mit welchem Recht greift er bei den Eltern, die Kinder großgezogen haben, deren Nachwuchs in die Tasche?
Die Grundlagen der derzeitigen Problematik liegen allerdings in der Bevölkerungszusammensetzung. Denn die Bevölkerungspyramide ist keine Pyramide, sondern ein Bevölkerungs"faß":

Oder vielleicht noch grundsätzlicher:
- In Deutschland gibt es kein Bevölkerungswachstum, die Bevölkerungszahl stagniert bestenfalls.
- In der Welt gibt es sehr wohl noch Bevölkerungswachstum, teilweise sogar ziemlich heftig (Indien, Ägypten, Brasilien fallen mir ein)
- Die Ressourcen auf der Erde sind sicherlich nicht unendlich; viele Dinge sind jetzt schon knapp: Nahrungsmittel, Energie (Öl), Rohstoffe (Eisen)
- Der Auftrag "seid fruchtbar und mehret Euch" dürfte weitgehend erfüllt sein. Eigentlich müsste die Menschheit sich jetzt an Gott wenden und fragen: "ok Boss, ist erledigt, was jetzt?"
- Soweit bekannt, gibt es für stagnierende Systeme noch keine gescheite Theorie; Stagnation gilt gemeinhin schon als der Beginn des Verfalls.
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Dienstag, 7. Juni 2005
Ungeschriebenes nacktes Recht
varzil, 20:56h
Dass es das in unseren Zeiten noch gibt: ungeschriebenes Recht! Man kennt es vor allem aus Jura-Vorlesungen zur "Rechtsquellenlehre" - in der Praxis begegnet es einem eher selten.
Aber es gibt es noch, wie hier z.B. beim Verbot des "Nackt-Radfahren"
Das Schöne an ungeschriebenem Recht: es kann sich einfach durch Zeitablauf ändern. Wer weiß, ob Nacktheit in 30 Jahren immer noch das "Schamgeführ des größten Teils der Bevölkerung" verletzen kann.
Aber es gibt es noch, wie hier z.B. beim Verbot des "Nackt-Radfahren"
- "...etwa zwölf Teilnehmer wollten ohne Bekleidung auf dem Rheindamm von Iffezheim bis zur Grenze des Landkreises Rastatt und wieder zurück radeln, um für die Nacktheit als "zweckdienliche und gesellschaftsfähige Kleidung und gegen das Verstecken von Körpern" einzutreten ...
- "...Das Nacktradeln widerspreche allgemein anerkannten Regeln der ungeschriebenen Gesellschaftsordnung, entschied ... das Verwaltungsgericht. Zwar sei heutzutage die Einstellung zum Nacktbaden an Stränden und in Schwimmbädern unbefangener und freier als früher. Es verletze jedoch immer noch das Schamgefühl des größten Teils der Bevölkerung, dort unfreiwillig unbekleideten Menschen zu begegnen, wo niemand völlige Nacktheit erwarte...." (Quelle Spiegel online)
Das Schöne an ungeschriebenem Recht: es kann sich einfach durch Zeitablauf ändern. Wer weiß, ob Nacktheit in 30 Jahren immer noch das "Schamgeführ des größten Teils der Bevölkerung" verletzen kann.
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Montag, 6. Juni 2005
Aus- und eingeMERZt
varzil, 20:05h
'ne ganze Zeit lang war er weg, der Friedrich Merz.
Denn es hatte sich vor nicht langer Zeit "ausgemerzt", oder wie sollte man es sonst verstehen, dass er am 13.10.04 seinen Rücktritt aus dem CDU-Vorstand erklärt hat? (s. ZDF-Heute-Archiv)
Gestern beim Zappen entdeckt, dass er wieder da ist, und zwar sowohl im 1. bei Christiansen als auch bei Phoenix, N24 oder so, gleichzeitig wohlgemerkt. Und er hat - lt. Spiegel-online - tatsächlich einen bemerkenswerten Beitrag zur Politik gebracht, indem er feststellte, die Frage, wer Wirtschafts- und Finanzminister werde, sei von zentraler Bedeutung.
Denn es hatte sich vor nicht langer Zeit "ausgemerzt", oder wie sollte man es sonst verstehen, dass er am 13.10.04 seinen Rücktritt aus dem CDU-Vorstand erklärt hat? (s. ZDF-Heute-Archiv)
Gestern beim Zappen entdeckt, dass er wieder da ist, und zwar sowohl im 1. bei Christiansen als auch bei Phoenix, N24 oder so, gleichzeitig wohlgemerkt. Und er hat - lt. Spiegel-online - tatsächlich einen bemerkenswerten Beitrag zur Politik gebracht, indem er feststellte, die Frage, wer Wirtschafts- und Finanzminister werde, sei von zentraler Bedeutung.
- "...Wenn der Parteivorsitzende der CSU das will, dann soll er das sagen. Darauf haben die Wählerinnen und Wähler in Deutschland einen Anspruch", sagte Merz." (Quelle:Spiegel-online)
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viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt
varzil, 17:40h
Matthäus 22, 2-14:
Nun eine wenig überraschende Wendung: Der König versteht sein Volk nicht: wie kann es seine Einladung ablehnen? Nicht dass er, der König, selbst etwas falsch gemacht haben könnte, er vermutet vielmehr, dass es an seinen Boten liegt. Er tauscht daher die Boten (man assoziiert spontan mit Fußballtrainern oder Finanzministern) aus und macht die Botschaft dringlich, nach dem Motto: "nun sind die Kartoffeln einmal da, nun werden sie auch gegessen!"
Aber weiter im Geschehen. Nach dieser tragischen Katastrophe geht es ökonomisch-ökologisch sowie sozio-dynamisch sehr wertvoll weiter: Der König hat endlich verstanden, dass seine ursprünglich geladenen Gäste nicht kommen wollen. Er sagt sich, "die Gäste waren es nicht wert" und lädt Hinz und Kunz ein. Das ist ein bißchen kleinkindmäßig trotzig. Menschlich halt.
Aber damit nicht genug, es kommt noch härter:
wer nicht ordentlich angezogen ist, fliegt raus, und zwar nicht nur aus der Nobel-Disco, sondern auch schon vor 2000 Jahren beim Hochzeitsmahl des Königs.
Warum die Gäste also nicht auf die Feier kommen wollten?
Das Risiko ist hoch, dass man entweder nach der falschen Reaktion auf die "Einladung" das Dach über dem Kopf angezündet bekommt, oder aber auch, dass man hochkant rausfliegt ("an Händen und Füßen gebunden hinaus in die Finsternis"), wenn man nicht angemessen angezogen ist.
Wie war das doch gleich am Anfang:
Varzil glaubt eher an die menschliche Seite des Gottessohnes: Nach Matthäus war Jesus in dieser Phase, in der er das Gleichnis erzählte, einfach sauer, weil die Hohenpriester nicht auf ihn hören wollten.
Er marschiert abends wutentbrannt in die Wüste, kommt morgens hungrig zurück und reagiert schließlich seinen Ärger an einem Feigenbaum ab:
Ob der was dafür kann, dass er nicht immer Früchte trug, wenn der "auserwählte Sohn, an dem ich meine Freude habe" (Jesus) vorbeikam?
- Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen.
Nun eine wenig überraschende Wendung: Der König versteht sein Volk nicht: wie kann es seine Einladung ablehnen? Nicht dass er, der König, selbst etwas falsch gemacht haben könnte, er vermutet vielmehr, dass es an seinen Boten liegt. Er tauscht daher die Boten (man assoziiert spontan mit Fußballtrainern oder Finanzministern) aus und macht die Botschaft dringlich, nach dem Motto: "nun sind die Kartoffeln einmal da, nun werden sie auch gegessen!"
- Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie.
- Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.
Aber weiter im Geschehen. Nach dieser tragischen Katastrophe geht es ökonomisch-ökologisch sowie sozio-dynamisch sehr wertvoll weiter: Der König hat endlich verstanden, dass seine ursprünglich geladenen Gäste nicht kommen wollen. Er sagt sich, "die Gäste waren es nicht wert" und lädt Hinz und Kunz ein. Das ist ein bißchen kleinkindmäßig trotzig. Menschlich halt.
- Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren's nicht wert. Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll.
Aber damit nicht genug, es kommt noch härter:
- Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.
wer nicht ordentlich angezogen ist, fliegt raus, und zwar nicht nur aus der Nobel-Disco, sondern auch schon vor 2000 Jahren beim Hochzeitsmahl des Königs.
Warum die Gäste also nicht auf die Feier kommen wollten?
Das Risiko ist hoch, dass man entweder nach der falschen Reaktion auf die "Einladung" das Dach über dem Kopf angezündet bekommt, oder aber auch, dass man hochkant rausfliegt ("an Händen und Füßen gebunden hinaus in die Finsternis"), wenn man nicht angemessen angezogen ist.
Wie war das doch gleich am Anfang:
- "Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete."
Varzil glaubt eher an die menschliche Seite des Gottessohnes: Nach Matthäus war Jesus in dieser Phase, in der er das Gleichnis erzählte, einfach sauer, weil die Hohenpriester nicht auf ihn hören wollten.
Er marschiert abends wutentbrannt in die Wüste, kommt morgens hungrig zurück und reagiert schließlich seinen Ärger an einem Feigenbaum ab:
- Als er aber am Morgen wieder in die Stadt ging, hungerte ihn. Und er sah einen Feigenbaum an dem Wege, ging hin und afand nichts daran als Blätter und sprach zu ihm: Nun wachse auf dir niemals mehr Frucht! Und der Feigenbaum verdorrte sogleich. (Matth. 21, 18-19)
Ob der was dafür kann, dass er nicht immer Früchte trug, wenn der "auserwählte Sohn, an dem ich meine Freude habe" (Jesus) vorbeikam?
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Wenn der Hirsch schreit
varzil, 14:32h
- "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser,
so schreit meine Seele, Gott, zu Dir"
Da Hirsche selten schreien (Anm.: nämlich nur dann, wenn ihnen ihre Sexualhormone zu Kopfe steigen, dann schreien sie aber nicht nach Wasser, sondern nach paarungswilligen Hirschkühen), fragt sich der andächtige Gottesdienstbesucher in einer schwachen Minute, wie es sich denn dann mit dem Schrei der Seele verhält. Als gemäßigter rheinischer Katholik vermutet man ganz menschlich, dass die Seele von Felix Mendelssohn-Bartholdy wohl nicht so sehr nach Gott geschrieen haben wird, weil eben auch der Hirsch nicht nach frischem Wasser schreit.
In einer neueren Übersetzung "schreit" der Hirsch in Psalm 42 leider nicht mehr, sondern lechzt nur noch:
- Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
Psalm 42: der Psalm für die Lästermäuler.
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