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Montag, 15. August 2005
Weltjugendtag - "da ist die Hölle los"
varzil, 19:03h
Recht hatte sie, die den Autor darauf hinwies: Der Bonner Hofgarten ist zentraler Veranstaltungsort, eine Chorprobe dort macht heute wenig Sinn, wenn man auch durch geschlossene Fenster in 200 m Entfernung noch Brings mitsingen kann. Wer will schon gegen zig-tausend Watt "Halleluja" und "Superjeilezick" ansingen.
Varzil empfiehlt dem Autor, gerade eben ein halbes Jahrhundert alt geworden, doch ruhig ins Kino gehen möge, wenn der Weltjugendtag im Hofgartenschlammbadet abrockt.
"Sin City" z. B. wäre wohl das Richtige für den moralisch gefestigten älteren Herrn.
Update 16.8.:
Die Hölle sieht mitunter auch so aus:
es regnet kräftig, es ist dunkel, da spielen Brings und Co. "umsonst und draußen" sich 'nen Wolf, die Musik schallt überall hin - aber keiner ist da - (ok, "keiner" ist übertrieben. Es sind gerade mal ein paar Hunderte, die sich da in Regen und Dunkelheit verloren haben.)
"Sin City" ist wie bei Anke Gröner angekündigt, nämlich düster schillernd schön und bedrückend. Der Film passt irgendwie zu dieser als "Marienfeier" angekündigten regennassen dunklen Menschenleere.
Varzil empfiehlt dem Autor, gerade eben ein halbes Jahrhundert alt geworden, doch ruhig ins Kino gehen möge, wenn der Weltjugendtag im Hofgarten
"Sin City" z. B. wäre wohl das Richtige für den moralisch gefestigten älteren Herrn.
Update 16.8.:
Die Hölle sieht mitunter auch so aus:
es regnet kräftig, es ist dunkel, da spielen Brings und Co. "umsonst und draußen" sich 'nen Wolf, die Musik schallt überall hin - aber keiner ist da - (ok, "keiner" ist übertrieben. Es sind gerade mal ein paar Hunderte, die sich da in Regen und Dunkelheit verloren haben.)
"Sin City" ist wie bei Anke Gröner angekündigt, nämlich düster schillernd schön und bedrückend. Der Film passt irgendwie zu dieser als "Marienfeier" angekündigten regennassen dunklen Menschenleere.
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Sonntag, 14. August 2005
Elektrische Meta-Einflüsse
varzil, 13:41h
Dinge, die den Alltag entscheidend gestalten können.

Das ist Teil einer Elektroinstallation aus dem Jahr 1965.Eine Zuleitung für eine der drei Phasen sitzt nur noch lose in ihrer Klemme und schmort seit Tagen vor sich hin.
In einem Dienstgebäude mit ca 60 Computer-Arbeitsplätzen bedeutet das, dass eine Phase (= 20 Arbeitsplätze) ständig unerklärliche Stromschwankungen und -ausfälle hat.
Und der Elektriker kann zunächst nichts finden und erklärt die Stromschwankungen mit "Oberspannungen", was auch immer das ist. Da die Systemadministration der PCs, die sich eigentlich völlig unzuständig für 220-Volt-Netze fühlt, nicht an metaphysische Elektrik glaubt, forscht und findet sie die Störung.
Ein Elektrik-Sachverständiger meint: "Die Anlage ist ja auch nie gewartet worden!" - Nachfrage:"Wie, bitte schön, wartet man einen Sicherungskasten?" - "Indem man alle paar Jahre mal die Schrauben nachzieht!". Aha!
Varzil schreibt hiermit allen Hausbesitzern ins Stammbuch: wenn ihr nicht unter metaphysischen Stromschwankungen leiden wollt, zieht die Elektroklemmen im Sicherungskasten nach ...

Das ist Teil einer Elektroinstallation aus dem Jahr 1965.Eine Zuleitung für eine der drei Phasen sitzt nur noch lose in ihrer Klemme und schmort seit Tagen vor sich hin.
In einem Dienstgebäude mit ca 60 Computer-Arbeitsplätzen bedeutet das, dass eine Phase (= 20 Arbeitsplätze) ständig unerklärliche Stromschwankungen und -ausfälle hat.
Und der Elektriker kann zunächst nichts finden und erklärt die Stromschwankungen mit "Oberspannungen", was auch immer das ist. Da die Systemadministration der PCs, die sich eigentlich völlig unzuständig für 220-Volt-Netze fühlt, nicht an metaphysische Elektrik glaubt, forscht und findet sie die Störung.
Ein Elektrik-Sachverständiger meint: "Die Anlage ist ja auch nie gewartet worden!" - Nachfrage:"Wie, bitte schön, wartet man einen Sicherungskasten?" - "Indem man alle paar Jahre mal die Schrauben nachzieht!". Aha!
Varzil schreibt hiermit allen Hausbesitzern ins Stammbuch: wenn ihr nicht unter metaphysischen Stromschwankungen leiden wollt, zieht die Elektroklemmen im Sicherungskasten nach ...
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Freitag, 12. August 2005
Über die Unlust zu regieren
varzil, 21:07h
Nun gut: der Bundeskanzler hat kein Vertrauen mehr in seine Mannen und hat sich das Misstrauen aussprechen lassen. Ob mit Erfolg, wird das Bundesverfassungsgericht demnächst sagen.
Nach der deftigen Wahlniederlage in NRW konnte man durchaus den Eindruck haben, als ob Herr Schörder so wie bisher nicht weiter machen und die Verwantwortung "den anderen" überlassen will.
Die jüngsten Äußerungen von Schönbohm ("Verwahrlosung im Sozialismus") und Stoiber ("Die Ostdeutschen sollen nicht über den Wahlausgang entscheiden") über die Wähler in den neuen Bundesländern lassen jetzt den Eindruck entstehen, als ob auch die CDU/CSU nicht ernsthaft an einem Wahlsieg interessiert ist - die Umfragewerte für die CDU/SCU sinken dementsprechend.
Wenn man unterstellt, dass die CDU-Politiker Menschen von zumindest durchschnittlichem Verstand sind, lassen sich die Äußerungen a la Schönbohm und Stoiber doch nur so erklären - oder gibt es da noch eine bessere Erklärung?
Update 13.8.:
Die Leib- und Magenspeise zum Frühstück, vulgo auch die ZEITUNG, weiß es natürlich besser - das unterscheidet den Profi-Journalisten vom Hobby-Blogger:
Varzil: Asterix hätte seine Freude.
Nach der deftigen Wahlniederlage in NRW konnte man durchaus den Eindruck haben, als ob Herr Schörder so wie bisher nicht weiter machen und die Verwantwortung "den anderen" überlassen will.
Die jüngsten Äußerungen von Schönbohm ("Verwahrlosung im Sozialismus") und Stoiber ("Die Ostdeutschen sollen nicht über den Wahlausgang entscheiden") über die Wähler in den neuen Bundesländern lassen jetzt den Eindruck entstehen, als ob auch die CDU/CSU nicht ernsthaft an einem Wahlsieg interessiert ist - die Umfragewerte für die CDU/SCU sinken dementsprechend.
Wenn man unterstellt, dass die CDU-Politiker Menschen von zumindest durchschnittlichem Verstand sind, lassen sich die Äußerungen a la Schönbohm und Stoiber doch nur so erklären - oder gibt es da noch eine bessere Erklärung?
Update 13.8.:
Die Leib- und Magenspeise zum Frühstück, vulgo auch die ZEITUNG, weiß es natürlich besser - das unterscheidet den Profi-Journalisten vom Hobby-Blogger:
- [Das Streiflicht schreibt an Herrn Stoiber]...Wie Sie sich erinnern, hatten wir im Juni mit einigen Herren aus der Staatskanzlei sowie dem CSU-Generalsekretär Söder den Plan "Doppelschlag" erarbeitet. Ihre Vorgaben waren damals: Schröder darf nicht weiterregieren, Angela Merkel darf nicht Kanzlerin werden, Westerwelle und der Osten müssen weiter dafür bestraft werden, dass sie Ihnen 2002 den Wahlsieg gestohlen haben. Ihr Ziel sei, wir zitieren Sie wörtlich aus dem Gesprächsprotokoll: "A möglichst schlechtes Wahlergebnis für die CDU, 60 Prozent für uns in Bayern, an, ääh, Westerwelle weghaun und die Sozen unter 30 Prozent." Wir hatten uns damals darauf geeinigt, dass dies das wahrscheinlichste Szenario sei, um letztlich eine große Koalition unter Ihrer Führung zu erreichen.
Nachdem Sie mit Ihrer brillanten Rede in Schwandorf nun den Grundstein für ein schlechtes CDU-Ergebnis gelegt haben, sollten wir bald in Phase zwei eintreten. (Die Bayern wählen ohnehin CSU, egal was passiert. Da müssen wir weiter nichts machen.)
.."
(Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 13.8.2005, S. 1 - leider nicht online verfügbar)."
Varzil: Asterix hätte seine Freude.
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