Dienstag, 13. September 2005
Exit BAT - Tod eines Dinosauriers
Da ist er von uns gegangen und kaum einer bemerkt es:
    ...Bund, Kommunen und Gewerkschaften haben in Berlin den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst unterzeichnet, der den Bundesangestelltentarif ablöst. ... (Quelle: tagesschau.de)
Und kaum einer wird ihn vermissen, den BAT. Ver.di hat das neue Baby online gestellt, den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst oder "Tehföd" (= TVöD)

Wahrscheinlich ist, dass das noch eine ganze Zeit dauern wird, bis alle begriffen haben, was ein Tabellenentgelt (§ 15 TVöD)
    Die/Der Beschäftigte erhält monatlich ein Tabellenentgelt. Die Höhe bestimmt sich nach der Entgeltgruppe, in die sie/er eingruppiert ist, und nach der für sie/ihn geltenden Stufe. .."
und was ein Leistungsentgelt (§ 16):
    Ab dem 1. Januar 2007 wird ein Leistungsentgelt eingeführt. Das Leistungsentgelt
    ist eine variable und leistungsorientierte Bezahlung zusätzlich zum Tabellenentgelt.
ist. Der öffentliche Dienst ist in seinen Grundzügen nun einmal nicht sehr innovativ. Hat da wer was von "leistungsorientierter Bezahlung" geschrieben? Was ist denn eigentlich "Leistung" ("Arbeit"(="Kraft"x"Weg") durch "Zeit")?

"Leistungsorientiert" soll Verwaltungsarbeit bezahlt werden.

Varzil ist gespannt.

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Die Wahl
Was kann man am 18. September wählen?

1. Einen Kanzler:
Vor 2 Monaten sagt er, dass er so nicht weitermachen könnte, man solle ihm doch bitte das Mißtrauen aussprechen. Und jetzt bittet er darum, ihn wieder zu wählen, weil er so weiter machen will wie bisher.
    Ja, Herr Kanzler, was denn nun: Hü oder hott?
2. Die Kandidatin:
Sie ist die Kandidatin der CDU - ob auch die CSU zu ihr steht, ist nach den Stoiber-Äußerungen zu den Wählern im Osten alles andere als klar. (Und ob Koch, Wulf und Co. zu ihr stehen, scheint auch fragwürdig: jedenfalls haben die alle schon mal an dem Wahlkampf ihrer Kandidatin in den letzten Tagen rumgemosert.)
    Ob die potentiell erste Kanzlerin der Bundesrepublik tatsächlich so blass-grau konturlos sein muss?
3. Der Kirchhof (eigentlich "Domplatz" lt. ZEIT):
Den würde man gern wählen: Er hat ein angenehmes Auftreten, er hat eine Überzeugung und eine Idee, wie man etwas anders und möglicherweise sogar besser machen könnte. Dummerweise steht er eigentlich nicht zur Wahl.
    Ja wie soll man jemand wählen, der in keiner Partei ist und über den seine potentiellen Partei"freunde" meinen, sein Steuerprogramm werde keinesfalls umgesetzt?

4. Der Westerwelle:
"Bonn in die Regierung" schreibt er hierzulande auf alle Plakate. Ob das hilft? Bonn war über lange lange Zeit in Sachen "Regierung" synonym mit "Kohl". Ob der Westerwelle das tatsächlich will?
    Und wenn der das tatsächlich will, kann man dann noch Westerwelle wollen?
5. Der Fischer:
Er hat einen formidablen Außenminister gegeben und kräht sich bei jedem zweiten Wahlkampfauftritt die Seele aus dem Leib. Bärbel Höhn hat in NRW mit Schmackes die Umwelt regiert.
    Und? Wieso macht jetzt auch Mutter Natur mittels "Katrina" Wahlkampf für die Grünen? Ist Mutter Natur überhaupt Deutsche oder EU-Ausländer?
6. Der Gysi-Fontaine:
Zwei Leute, denen keine Wahrheit zu platt ist, um an sie zu glauben.
Zwei Leute, die nach einigen Monaten in der Regierungsverantwortung die Kunst des Kompromisses leid waren.
Zwei Leute, die bei weitem das Unterhaltsamste sind, was diese letzten Monate zu bieten hatten (ausgenommen natürlich Die Partei).
    Soll man Politik eigentlich ernst nehmen?
Der Autor hat gewählt, damit alles anders bleibt, als es werden sollte. Oder wenigstens annähernd so ähnlich.

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OpenOffice2-Beta2
Die Beta2-Version von OpenOffice2 (Release 1.9.125) öffnet jetzt auch WordPerfect-Dateien!

WordPerfect ist (nach Ansicht des Autors) zwar immer noch DAS beste Textverarbeitungsprogramm. Allerdings ist es inzwischen nur noch auf den us-amerikanischen Markt ausgerichtet. www.wordperfect.de z. B. spricht ausschießlich Englisch, und es bleibt unklar, ob die neueste Version von WordPerfect (WP 12) überhaupt noch auf Deutsch erhältlich ist.

OpenOffice hingegen spricht (nicht nur) deutsch und kostet deutlich weniger - nämlich nichts.

Varzil findet, das ist ein starkes Argument, zumal wenn OpenOffice jetzt auch WordPerfect lesen kann ...

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Montag, 12. September 2005
Und wieder: USA-Wetter bei uns
Eine Vermutung bestätigt sich: Mit schöner Regelmäßigkeit erscheint schlechtes Wetter aus den USA auch bei uns mit ca. 14 Tagen Verspätung:

Diesmal wechselte zum Wochenende der Spätsommer zu Nebel und Regen. Naheliegend, dass der Hurrikan "Katrina", der u.a. New Orleans in den Fluten versinken ließ, unserem Sommer den Garaus gemacht hat.

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Oper
Der glatzköpfige Autor war am Samstag mit seiner Tochter, die sich den Arm gebrochen hatte, in der Oper Bonn in "Jephta" und hörte folgenden Dialog:
    Warum sollen in der Oper die Kahlköpfigen in der ersten Reihe sitzen?

      ... damit die Einarmigen in der zweiten Reihe auch klatschen können!

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Donnerstag, 8. September 2005
Irak-Krieg völkerrechtswidrig
Man könnte meinen, die SPD packe die Debatte aus dem Wahlkamp 2002 wieder aus der Mottenkiste aus:
    "...Gegen den am 20. März 2003 von den USA und vom Vereinigten Königreich (UK) begonnenen Krieg gegen den Irak bestanden und bestehen gravierende rechtliche Bedenken im Hinblick auf das Gewaltverbot der UN-Charta und das sonstige geltende Völkerrecht. Für den Krieg konnten sich die Regierungen der USA und des UK weder auf sie ermächtigende Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates noch auf das in Art. 51 UN-Charta gewährleistete Selbstverteidigungsrecht stützen. ...
Doch nicht SPD oder PDS, sondern das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 21.06.2005 einem Major der Bundeswehr Recht gegeben und dabei den oben zitierten Leitsatz geschaffen.

Der Major hatte in zwei Fällen seine Mitarbeit im Dienstbetrieb unter Hinweis darauf verweigert, dass er eine indirekte Förderung des Irak-Krieges nicht ausschießen könne.

Hinweis:
    Wer die 136 Seiten des Urteils nicht lesen mag, sei die Story bei Spiegel online empfohlen. Viel bleibt danach von der angeblich neutralen Einstellung Deutschlands im Irak-Krieg nicht übrig.
Schön, dass Gerichte Unrecht beim Namen nennen.
Schade, dass die Politik das voraussichtlich wieder einmal ignoriert.
Bemerkenswert, dass die Bundeswehr den Soldaten zunächst einmal einer stationären psychiatrischen Untersuchung ("Klapsmühle" steht da tatsächlich S. 20 im Urteil) unterzogen hat.

Motto: wer eine eigene Meinung zu Recht und Gesetz hat, muss verrückt sein.

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