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Mittwoch, 28. September 2005
New Orleans - ein amerikanisches Gefängnis
varzil, 16:21h
Kaum zu glauben, und doch: es klingt plausibel:
- "...As Hurricane Katrina began pounding New Orleans, the sheriff's department abandoned hundreds of inmates imprisoned in the city's jail, Human Rights Watch said today. Inmates in Templeman III, one of several buildings in the Orleans Parish Prison compound, reported that as of Monday, August 29, there were no correctional officers in the building, which held more than 600 inmates. These inmates, including some who were locked in ground-floor cells, were not evacuated until Thursday, September 1, four days after flood waters in the jail had reached chest-level.
"Of all the nightmares during Hurricane Katrina, this must be one of the worst," said Corinne Carey, researcher from Human Rights Watch. "Prisoners were abandoned in their cells without food or water for days as floodwaters rose toward the ceiling."...(Quelle: Reuters Foundation via blogology)
- ...Many of the men held at jail had been arrested for offenses like criminal trespass, public drunkenness or disorderly conduct. Many had not even been brought before a judge and charged, much less been convicted." (Quelle: Reuters Foundation)
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Bonner "Provinz"
varzil, 12:41h
Die Bonner Oper hatte am Sonntag "Fidelio" im Programm, und zwar in einer Neuinszenierung unter der Regie von Günter Krämer.
Provinziell (= ungebildet) wäre das Publikum zu nennen, wenn es das Dargebotene, nämlich offenkundig mißlungenes Regietheater, auch noch heftig beklatschen würde ...
Varzil sieht den alten Konflikt zwischen Wort und Ton, wenn in allen drei Kritiken die musikalische Seite der Darbietung ausdrücklich gelobt wird.
- "...Nach dem PARSIFAL aus der Spielzeit 1996/97 inszeniert Günter Krämer zum zweiten Mal in Bonn. In Zusammenarbeit mit der Autorin Friederike Roth entstand eine Fassung, die den Freiheitsgedanken der Oper auch auf die bürgerliche Ehe erweitert. ..."(Quelle: Oper Bonn)
- "...Große Teile des Bonner Publikums wollten denn auch den Krämerschen Erfindungen, die die Musik immer wieder zum Beiwerk degradierten, nicht folgen. In den langen Minuten eines stummen Trauerspiels machte sich der Unmut Luft; die Hilfeschreie nach "Beethoven" oder nach "Musik" gehörten noch zu den netteren Kundgebungen wie auch der Versuch einiger Zuschauer, singend das Heft selbst in die Hand zu nehmen.
Das nennt man wohl einen ordentlichen Skandal - und tatsächlich bewegte sich die Aufführung am Rande des Abbruchs. Günter Krämer sprach nachher von einem "provinziellen" Publikum....(Quelle: Ulrich Bumann (Bonner Generalanzeiger))
- "...Passt Krämer zu Beethoven? Vielleicht. Aber sicher nicht Beethoven zu Krämer. Zumindest nicht im kaum mehr wieder zu erkennenden «Fidelio». Mit einer überbordenden Flut von Ideen führt der Regisseur im ersten Akt dem Zuschauer eine andere, als die gewohnte Kerkerwelt vor: die Welt von heute. Vor einem blendend weißen Stoffhalbrund, ähnlich einem Zirkuszelt (Bild: Herbert Schäfer), spielen sich nicht immer einsichtige Szenen ab. Die Wände werden mit Parolen über Liebe, Treue und Tod beschmiert, die Gefangenen - in schwarzen Anzügen - sind mal Täter, mal Opfer, mal Aufsichtsräte, mal Todesschützen.
Die meisten Probleme bereitet szenisch allerdings der durchaus akzeptable Einfall, die Figur der bis in den Tod treuen Ehefrau in zwei Rollen, Leonore und Fidelio, aufzuspalten. Dabei geraten sich die Sängerin (Nancy Gustafson mit einem mehr lyrischen als dramatischen Sopran) und ihr männlicher Doppelgänger, der Schauspieler Daniel Schüßler, mehr als einmal ins Gehege. Denn die angestrebte Symbiose funktioniert nur etappenweise. Kein Wunder, dass die Zuhörer in der für das Beethovenfest aufwendig koproduzierten Aufführung ungeduldig werden, wenn sie statt mit gesungenen Noten mit gesprochenen Versen vorlieb nehmen müssen...." (Quelle: Dieter Lerche in Rundschau-online)
- "...Es dauerte eine Weile, bis die Wut aus dem Bauch in die Kehle gestiegen war - aber dann ging der Deckel explosionsartig hoch: „Aufhören“, „Quatsch keine Oper!“, „Wir wollen Musik“, „Wo bleibt Ludwig?“ dröhnte es aus von den Zuschauersitzen. Die Qualität der Einlassungen war sehr unterschiedlich, im Ganzen aber konnte die teils kleinstädtische Empörungsintensität durchaus beeindrucken - streckenweise jedenfalls war der Fortgang der Bonner „Fidelio“-Premiere ernsthaft gefährdet..."(Quelle:Markus Schwering (Kölner Stadtanzeiger))
Provinziell (= ungebildet) wäre das Publikum zu nennen, wenn es das Dargebotene, nämlich offenkundig mißlungenes Regietheater, auch noch heftig beklatschen würde ...
Varzil sieht den alten Konflikt zwischen Wort und Ton, wenn in allen drei Kritiken die musikalische Seite der Darbietung ausdrücklich gelobt wird.
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Dienstag, 27. September 2005
Warum man über glühende Kohlen gehen kann
varzil, 18:43h
Bei National Geographic lernt man verschiedene Begründungen kennen, warum man sich nicht die Füße verbrennt, wenn man über glühende Kohlen geht.
- "...David Willey [a physics instructor and an expert on the science of fire walking at the University of Pittsburgh in Pennsylvania] ... said people are able to walk across a bed of burning coals because "wood is a lousy conductor."
...
In fire walking, a person's feet, which Willey said are also poor conductors, touch ash-covered coals. Since the fire walker is indeed walking, the time of contact between feet and coals is minimal—too quick for the coals to burn or char the feet, Willey said...."
(Quelle: National Geographic)
- "...
According to Burkan [founder of the Firewalking Institute of Research and Education in Twain Harte, California. He promotes himself as the creator of the U.S. fire-walking movement, which he says dates to 1977], the basic physical principle behind fire walking is the same that allows an egg to boil in a paper cup when placed atop red-hot coals. The boiling water keeps the cup at 212 degrees Fahrenheit (100 degrees Celsius)—hundreds of degrees cooler than paper's burning point.
Burkan says that circulating blood likewise keeps the flesh on a fire walker's feet from reaching its burning point—as long as the walker is relaxed enough to allow strong blood flow and as long as the walker keeps walking. "What controls [the ability to fire walk] is more than physics, it's your state of mind," Burkan said. (Quelle: National Geographic)
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Montag, 26. September 2005
Tu felix Europa
varzil, 20:49h
Während in Nordamerika sich die Hurrikane die Hand geben und in Ostasien ein Taifun den nächsten jagt, während man von den Willi-Willis im Indischen Ozean fast nie was hört, geht in Europa ein "ganz normaler Sommer" seinem Ende entgegen.
Ok, es war im Süden ziemlich trocken und ziemlich heiß - Portugals Feuerwehr hatte einiges zu löschen (oder brennt das da immer noch?). Und auch ok: in Bayern und Österreich hat es ziemlich heftig geregnet.
Aber alles kein Vergleich mit den USA.
Man muss dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten in Sachen "wer hat die größte Naturkatastrophe" keine Konkurrenz machen. Vielleicht ist die Heftigkeit der Launen in der Natur auch ein Grund dafür, dass Nordamerika in der Vergangenheit nie in die Verlegenheit kam, eine zivilisatorische Hochkultur zu entwickeln ...
Ok, es war im Süden ziemlich trocken und ziemlich heiß - Portugals Feuerwehr hatte einiges zu löschen (oder brennt das da immer noch?). Und auch ok: in Bayern und Österreich hat es ziemlich heftig geregnet.
Aber alles kein Vergleich mit den USA.
Man muss dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten in Sachen "wer hat die größte Naturkatastrophe" keine Konkurrenz machen. Vielleicht ist die Heftigkeit der Launen in der Natur auch ein Grund dafür, dass Nordamerika in der Vergangenheit nie in die Verlegenheit kam, eine zivilisatorische Hochkultur zu entwickeln ...
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