Dienstag, 17. Januar 2006
Ibbenbüren, die Bahn und die Hühner
Dafür allein lohnt schon sich das Abo der Zeitung:
    Entgleister Güterzug rauscht in Vorgarten
    "...Wie die Polizei mitteilte, konnte der Lokführer nach einem Rangiermanöver auf abschüssiger Strecke plötzlich nicht mehr bremsen. Die Lokomotive und 16 mit Kohle beladene Waggons rissen einen Prellbock aus der Verankerung, rasten den Bahndamm hinunter, durch einen kleinen Garten und blieben erst im Vorgarten eines Einfamilienhauses stehen. Das Haus verfehlte die Lok nur um zweieinhalb Meter. Auf der Fahrt durch den Garten zerstörte der 1600 Tonnen schwere Zug des nahe gelegenen Steinkohlebergwerks eine kniehohe Gartenmauer und einen Hühnerstall. ..."
    (Quelle siehe unten)
Soweit so gut - journalistisches Handwerk sozusagen; es ist etwas passiert, aber nichts wirklich Schlimmes. Es ist exakt beschrieben und man kann den Schrecken, den ein 1600 Tonnen schwerer Kohlezug auf seiner Irrfahrt in einen Vorgarten anrichtet hat, auch nachvollziehen.

Und dann kommt in der weiteren Beschreibung des entstandenen Schadens das "Sahnehäubchen" auf die Frühstückslektüre:
    Den Sachschaden bezifferte die Polizei auf etwa 1,5 Millionen Euro. Der Lokführer verletzte sich leicht, als er kurz vor dem Grundstück von der fahrenden Lokomotive sprang. Den Hühnern ist nichts passiert."
    (Quelle: Panorama der Süddeutschen Zeitung vom 17.1.2006; soweit ersichtlich, nur im Bezahl-Inhalt nachzulesen, Hervorhebung vom Autor)

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Montag, 16. Januar 2006
späterer Schulbeginn?
Jede Familie wird es kennen: die Zeit ist morgens einfach knapp. Und bis alle
  • aufgestanden und sich gewaschen haben
  • sich angezogen haben,
  • gefrühstückt haben,
  • und auf den Weg gebracht sind
ist meist schon ein die halbe Energie, die die Eltern über Nacht getankt haben, verbraucht.

Die Idee, den morgendlichen Alltag in den Familien zu geruhsamer zu gestalten, ist daher naheliegend.
    "Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) fordert, in den Schulen eine "halbe oder ganze Stunde später" mit dem Unterricht zu beginnen. Kinder würden häufig früher aus dem Haus gehen als ihre Eltern - während viele erst nach acht Uhr zur Arbeit müssen, beginnen Schulen und Kindergärten oft vorher. ..."
    (Quelle: Spiegel online)
Allerdings: wo gehen eigentlich "Kinder häufig früher aus dem Haus als die Eltern"? Zumindest in Gegenden mit viel Industriebetrieben liegt doch der Arbeitsbeginn häufig deutlich vor dem Schulbeginn. Aber vielleicht ist das in Baden-Württemberg ja anders.

Und außerdem verwundert es, dass sich diese Gedanken der Ministerpräsident, das ist Herr Oettinger (Bild links) und nicht der eigentlich zuständige Kultusministerminister, Herr Helmut Rau, macht (Bild rechts).

Varzil erklärt sich das so: Der Kultusminister, also Herr Rau, hätte ja auch einen Ministerialerlass anstelle einer Pressemitteilung veröffentlichen können (müssen?). Aber da es wegen der anstehenden Wahlen um Öffentlichkeitswirksamkeit geht, verzichtet Herr Rau auf die unter Umständen problematische Umsetzung in die Tat und lässt Herrn Oettinger mal einfach so vor sich hin denken.

Richtig fragwürdig werden dessen Gedanken allerdings, wenn man sich die Situation im Alltag einmal konkreter vorstellt:

Der Schulanfang (z.B. um 8:30 Uhr statt um 8 Uhr) führt doch zwangsläufig zu noch mehr Diskussionen um das "Insbettgehen" abends, weil die Kinder morgens eben eine halbe Stunde länger schlafen können. Damit würde der Streß also einfach nur nach hinten verlagert ...

Das müsste ein Ministerpräsident, der in seinem Lebenslauf schreibt,
    "...Geboren am 15. Oktober 1953 in Stuttgart, evangelisch, verheiratet, 1 Kind. (Quelle: Webseite Oettinger auf www.baden-wuerttemberg.de)
eigentlich auch aus eigener Anschauung kennen. Vielleicht ist er aber auch abends, wenn sein Kind ins Bett muss, noch gar nicht zuhause ...

Varzil meint, dass Herr Rau, der 2 Kinder auf seiner Webseite erwähnt, deshalb schweigt, weil er diese Diskussionen mit seinen Kindern auch schon mal verloren hat. ...

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Donnerstag, 12. Januar 2006
neuer Präsident in Tansania
Nahezu unbemerkt von der großen Medienöffentlichkeit wechselte im Dezember in Tansania, immerhin einer ehemaligen deutschen Kolonie, das Staatsoberhaupt.

Neuer Präsident ist Jakaya Kikwete.

Wenn der Wechsel hierzulande auch praktisch ignoriert wird, schreibt immerhin die BBC über ihn, denn Tansania stand nach 1920 im Auftrag des Völkerbundes unter britischer Verwaltung:
    "... The general election was described by international observers as well run.

    Mr Kikwete served for 10 years as Tanzania's foreign minister, after retiring from the military with the rank of lieutenant-colonel.

    He says his biggest concern is to try to resolve tensions in the islands of Zanzibar, where the opposition has considerable support. ..."
    (Quelle für Bild und Text: www.bbc.com)
Man hat schon Schlimmeres über neue Staatspräsidenten gelesen.

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