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Mittwoch, 24. Mai 2006
Vatertag, zum III.
varzil, 20:06h
Der Autor bekennt, dass ihm die rechte Einstellung zum Vater- (oder Mutter-)tag fehlt. Aber irgendwie ist es auch nett, zu erleben, dass den eigenen Kindern der Vatertag wichtig ist. Für den Arbeitstätigen, der sich auf einen ruhigen Feiertag freute, ist allerdings die Ankündigung
Denkste - Kinder haben eigene Vorstellungen vom Vatertag.
- "Wir sind morgen um 9 Uhr zum Frühstück da!"
Denkste - Kinder haben eigene Vorstellungen vom Vatertag.
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Dienstag, 23. Mai 2006
Singen, Chor, Esten, Bär, Bonn und mehr
varzil, 23:21h
Ca. 2 - 3 % der deutschen Bevölkerung singen in zumindest einem Chor (weiß die wikipedia), in absoluten Zahlen heißt das:
Anders als bei den Millionen Fliegen, die sich bekanntlich nicht irren können, können elf Millionen Menschen sehr wohl irren. Irren ist halt menschlich.
Wo wir gerade bei denm Irren sind: Die Fußball-WM beginnt am 9. Juni und ganz Deutschland tut so, als ob das Spiel "Deutschland Costa-Rica" von herausragender Bedeutung sei. Zumindest ähnlich Bedeutendes gibt es allerdings schon ab dem 28. Mai in Bonn:
Das Programm ist ebenso vielfältig wie die Bonner Chorszene und fast so international wie die Fußball-WM. Es reicht von Renaissance bis Jazz, von Solo über a-capella bis hin zu großen Werken für Chor und Orchester, - auch eine Uraufführung einer zeitgenössischen Komposition ist dabei - und für den internationalen Touch, ohne den auch in Bonn nun einmal nichts läuft, sorgen diverse estnische Gäste.
Sicherlich erscheinen werden aber
Und eines ist sicher: In jedem Fall wird bei CANTABOnn besser gesungen als bei Costa Rica:Deutschland.
- 1,6 bis 2,4 Millionen Deutsche singen in einem Chor.
- "Alleine in Deutschland wird diese relativ einfache Sportart von 27.000 Fußballvereinen und darin weit über sechs Millionen Menschen ausgeübt...."
(Quelle: wikipedia)
Anders als bei den Millionen Fliegen, die sich bekanntlich nicht irren können, können elf Millionen Menschen sehr wohl irren. Irren ist halt menschlich.
Wo wir gerade bei
- Am 28. Mai beginnt das Vokalfestival "CANTABOnn"
Das Programm ist ebenso vielfältig wie die Bonner Chorszene und fast so international wie die Fußball-WM. Es reicht von Renaissance bis Jazz, von Solo über a-capella bis hin zu großen Werken für Chor und Orchester, - auch eine Uraufführung einer zeitgenössischen Komposition ist dabei - und für den internationalen Touch, ohne den auch in Bonn nun einmal nichts läuft, sorgen diverse estnische Gäste.
- Exkurs zu Estland:
Estland hat ca. 1,3 Millionen Einwohner - in Deutschland gibt es also mehr Chorsänger als es Esten gibt. Allerdings hat Estland mehr (ca. 800) Braunbären als Deutschland (zur Zeit vielleicht noch ca. 1, wenn der eine nicht gerade wieder über die Grenze nach Österreich entwischt ist.)
Aus Gründen, die der Autor nicht nachvollziehen kann, ist Estland übrigens nicht bei der Fußball-WM dabei.
Sicherlich erscheinen werden aber
- der immer hörenswerte Bonner Kammerchor
- die vivid voices oder
- vox bona, die "gute Stimme", die hier nicht allein, aber auch schon wegen der Mitwirkung des Autors erwähnt werden muss.
- (Noch ein Exkurs:
Singen Klinsmann und Co. dieses Jahr eigentlich gar nicht? Ist Fußball nicht mehr ihr Leben?)
Und eines ist sicher: In jedem Fall wird bei CANTABOnn besser gesungen als bei Costa Rica:Deutschland.
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Montag, 22. Mai 2006
Nigeria und das Öl im Niger-Delta
varzil, 18:10h
Seit langem schon gärt es da im Niger-Delta. Das Time-Magazin vom 22.05.2006 macht für Europa oder zumindest Deutschland ein Titel-Thema dazu.
Denn Anfang Mai ist dort eine Öl-Pipeline explodiert, was ca. 150 Tote verursachte. Die Nachrichtenlage ist unklar: ob schlichtes riskantes Anbohren einer Pipeline durch die bettelarme Bevölkerung Ursache ist oder ob da eine rebellische Absicht hintersteht, lässt sich nicht eindeutig klären.
An den Problemen Nigerias ändert diese diffuse Nachrichtenlage allerdings nichts. Da wir gerade beim Generalisieren zum Thema "Nigeria" sind:
Shell, eine der Hauptakteure im nigerianischen Öl-Geschäft und vom obersten nigerianischen Gericht zur Zahlung einer Summe von 1,5 Milliarden Dollar wegen Umweltverschmutzung verurteilt, will nicht zahlen:
Varzil erinnert sich an fühere Zeiten: Biafra war Ende der '60er regelmäßig in den Nachrichten, als ein Staatenteil von Nigeria
versuchte, seine Unabhängigkeit von Nigeria zu erstreiten (die Karte rechts stammt aus der wikipedia, dort auch mehr zum Biafra-Krieg von 1967 - 1970. )
Der Westen hatte seinerzeit heftig mit dem Rebellen-Staat Biafra sympathisiert, weil die Ibo (oder: Igbo) christlich waren, weil Nigeria selbst mit russischen Waffen kämpfte und weil die Presse und die Kirche schließlich viele Fotos von ausgehungerten Ibos veröffentlichte.
(Bild von Peter Williams)
Wenn man das so mit heute vergleicht, hat sich in den letzten 40 Jahren da nichts getan ...
Denn Anfang Mai ist dort eine Öl-Pipeline explodiert, was ca. 150 Tote verursachte. Die Nachrichtenlage ist unklar: ob schlichtes riskantes Anbohren einer Pipeline durch die bettelarme Bevölkerung Ursache ist oder ob da eine rebellische Absicht hintersteht, lässt sich nicht eindeutig klären.
- " ...Laut der Nachrichtenagentur AFP ereignete sich das Unglück in einem Dorf namens Ilado nahe der Metropole [gemeint ist: Lagos]. Von dort berichtete ein AFP-Korrespondent. Helfer des nigerianischen Roten Kreuzes sollen an der Unglücksstelle nur Leichen vorgefunden haben. Sie seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, sagte Rot-Kreuz-Generalsekretär Abiodun Orebiyi.
Laut Orebiyi war die Pipeline an mehreren Stellen angebohrt, vermutlich um Öl zu stehlen."
(Quelle: Spiegel online vom 12.5.2006)
- "...Frustrated that they remain poor after decades of oil production, locals have begun attacking foreign oil companies, their workers and the Nigerian soldiers who protect them — not, as in the past, for money, but as part of an armed campaign. Unless there is change, they say, there will be war. The government and oil companies "don't listen to words," Delta militia member Richard, 27, told Time three weeks ago, the dull roar of a gas flare in the background. "So perhaps they will understand the language of the gun."
..
(Quelle: Simon Robinson in time.com)
An den Problemen Nigerias ändert diese diffuse Nachrichtenlage allerdings nichts. Da wir gerade beim Generalisieren zum Thema "Nigeria" sind:
Shell, eine der Hauptakteure im nigerianischen Öl-Geschäft und vom obersten nigerianischen Gericht zur Zahlung einer Summe von 1,5 Milliarden Dollar wegen Umweltverschmutzung verurteilt, will nicht zahlen:
- "Ein Gericht in Nigeria hat dem Ölkonzern Royal Dutch Shell eine Frist bis diesen Montag gesetzt, um 1,5 Milliarden Dollar (knapp 1,2 Milliarden Euro) Entschädigung für Umweltverschmutzungen im Niger-Delta zu zahlen. Der britisch-niederländischen Konzern teilte am Wochenende mit, gegen die richterliche Anordnung Einspruch erhoben zu haben. Der zuständige Richter in Port Harcourt hatte schon im Februar eine Parlamentsentscheidung bestätigt, nach der Shell zur Entschädigungszahlung an Bewohner des von der Öl-Industrie geprägten Bundesstaates Bayelsa im Niger-Delta verpflichtet wird."
(Quelle: Wirtschaftsteil der Papierausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 22.5.2006 S. 21)
Varzil erinnert sich an fühere Zeiten: Biafra war Ende der '60er regelmäßig in den Nachrichten, als ein Staatenteil von Nigeria
Der Westen hatte seinerzeit heftig mit dem Rebellen-Staat Biafra sympathisiert, weil die Ibo (oder: Igbo) christlich waren, weil Nigeria selbst mit russischen Waffen kämpfte und weil die Presse und die Kirche schließlich viele Fotos von ausgehungerten Ibos veröffentlichte.
(Bild von Peter Williams)Wenn man das so mit heute vergleicht, hat sich in den letzten 40 Jahren da nichts getan ...
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