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Mittwoch, 17. Mai 2006
Spam - Actio und reactio
varzil, 21:17h
via boocompany:
Und bemerkensswert, wenn auch nicht direkt verwunderlich ist, dass mächtige wirtschaftliche Interessen verhindern, dass der SPAMmerei der Saft abgedreht wird.
Die Mafia lässt grüßen.
- "...
Das israelische Sicherheitsunternehmen Blue Security (DNS-Eintrag gelöscht, s.a. Wikipedia.org) gibt nach einem mehrwöchigen Kampf gegen eine verteilte Denial of Service-Attacke (DDoS) noch nie dagewesenen Umfangs auf. Blue Security hat offenbar den Nerv der Spam-Industrie getroffen und einen Weg gefunden, das Spam-Übel wirksam zu bekämpfen.
...
Das Erfolgsrezept von Blue Security lag im Einsatz der Software "Blue Frog" (Bild links aus der Wikipedia). Diese Client-Software retournierte jede Spam-Mail an den Absender sowie an den Spamvertiser, also den Auftraggeber der Werbung und forderte diese dazu auf, keine weiteren Mails mehr zu verschicken. Die Maßnahme war so effizient, dass sich die betroffenen "Geschäftsleute" rächten. Mit einer DDoS-Attacke, die nach Einschätzung eines betroffenen Hosting Unternehmens ausgereicht hätte, das halbe kanadische Netzwerk auszublasen. ...(Quelle: intern.de)
Und bemerkensswert, wenn auch nicht direkt verwunderlich ist, dass mächtige wirtschaftliche Interessen verhindern, dass der SPAMmerei der Saft abgedreht wird.
Die Mafia lässt grüßen.
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Vom Älterwerden
varzil, 17:25h
Keiner - außer den Kindern - mag es gerne, das Älter-Werden (siehe auch 50).
Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf die Alternative sehe: Das "Nicht-mehr-Älterwerden" (= der Tod) ist keine Alternative!
Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf die Alternative sehe: Das "Nicht-mehr-Älterwerden" (= der Tod) ist keine Alternative!
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Dienstag, 16. Mai 2006
Gedanken zu Eichendorffs "Winterlied"
varzil, 12:50h
Auch wenn es nicht gerade Winter ist, sondern ein wunderschöner Frühling. Dieser Text geht einem - wenn man ihn an sich heran lässt - nahe:
Mit den fallenden Blütenflocken kippt die Stimmung, ähnlich wie beim Fußballspiel mit einem Tor noch knapp vor dem Halbzeitspfiff. Die "fallenden Blütenflocken" stehen natürlich für den Frühling, sind aber aber auch schon ein Signal, dass das Wachsen und Gedeihen unweigerlich zu Tod und Vergängnis führt. Rein optisch erinnern Kirschblütenblätter ganz zwanglos auch an Schneeflocken.
Winter und Tod beherrschen die zweite Hälfte des Gedichts. Das Ich erwacht aus dem Traum vom Frühling, es ist Nacht, der Mond schimmert im falben Schein. Soweit würde das zwar auch noch zur Frühlingsstimmung passen; aber dann nimmt das Ich in diesem unwirklichen Licht wahr, dass ihm das Land, was eben noch vor Vaters Haus ausgebreitet lag, ein "fremdes Land" ist. Schlagartig ist die Frühlingsstimmung verschwunden. Was wie Blütenflocken aussah, ist tatsächlich Eis, die Gegend, die in falbes Mondlicht getaucht ist, ist in Wirklichkeit verschneit.
Das verstörte Ich versucht eine Rückbesinnung auf sich selbst. Aber auch da ist nichts so, wie es war. Das Ich ist alt geworden, symbolisiert durch das weiße Haar.
Viel schrecklicher kann ein Traum nicht enden:
eben noch Frühling, ist es jetzt Winter. Sommer und Herbst finden nicht statt. Eben war es noch mildes Frühlingswetter, schon ist es Nacht und kalt - ein Übergangswetter gibt es nicht. Eben war man noch "jung", schon erwacht man und ist alt - es gibt keine Zeit des Erwachsen-Seins.
Fazit: Ein hammerharter Text zum Thema "carpe diem".
Der Text kennt keine bürgerliche Bedächtigkeit und Betulichkeit, vielmehr wird das romantisch vom Frühling träumende Ich plötzlich in den Winter versetzt. Die Welt ist nicht schön und vertraut, sondern kalt, hart und fremd. In dem Moment, in dem das Ich sich selbst wahrnimmt, ist das eigene Leben praktisch vorbei, verträumt sozusagen.
Eine harte Botschaft, an anderer Stelle etwas lakonischer formuliert:
Winterlied
Mir träumt´, ich ruhte wiedervor meines Vaters Haus
und schaute fröhlich nieder
ins alte Tal hinaus.
Die Luft mit lindem Spielen
ging durch das Frühlingslaub,
und Blütenflocken fielen
mir über Brust und Haupt.
Als ich erwacht, da schimmert
der Mond vom Waldesrand,
im falben Scheine flimmert
um mich ein fremdes Land.
Und wie ich ringsher sehe:
Die Flocken waren Eis,
die Gegend war vom Schnee,
mein Haar vom Alter weiß.
(Autor:Joseph von Eichendorff)
Mit den fallenden Blütenflocken kippt die Stimmung, ähnlich wie beim Fußballspiel mit einem Tor noch knapp vor dem Halbzeitspfiff. Die "fallenden Blütenflocken" stehen natürlich für den Frühling, sind aber aber auch schon ein Signal, dass das Wachsen und Gedeihen unweigerlich zu Tod und Vergängnis führt. Rein optisch erinnern Kirschblütenblätter ganz zwanglos auch an Schneeflocken.
Winter und Tod beherrschen die zweite Hälfte des Gedichts. Das Ich erwacht aus dem Traum vom Frühling, es ist Nacht, der Mond schimmert im falben Schein. Soweit würde das zwar auch noch zur Frühlingsstimmung passen; aber dann nimmt das Ich in diesem unwirklichen Licht wahr, dass ihm das Land, was eben noch vor Vaters Haus ausgebreitet lag, ein "fremdes Land" ist. Schlagartig ist die Frühlingsstimmung verschwunden. Was wie Blütenflocken aussah, ist tatsächlich Eis, die Gegend, die in falbes Mondlicht getaucht ist, ist in Wirklichkeit verschneit.
Das verstörte Ich versucht eine Rückbesinnung auf sich selbst. Aber auch da ist nichts so, wie es war. Das Ich ist alt geworden, symbolisiert durch das weiße Haar.
Viel schrecklicher kann ein Traum nicht enden:
eben noch Frühling, ist es jetzt Winter. Sommer und Herbst finden nicht statt. Eben war es noch mildes Frühlingswetter, schon ist es Nacht und kalt - ein Übergangswetter gibt es nicht. Eben war man noch "jung", schon erwacht man und ist alt - es gibt keine Zeit des Erwachsen-Seins.
Fazit: Ein hammerharter Text zum Thema "carpe diem".
Der Text kennt keine bürgerliche Bedächtigkeit und Betulichkeit, vielmehr wird das romantisch vom Frühling träumende Ich plötzlich in den Winter versetzt. Die Welt ist nicht schön und vertraut, sondern kalt, hart und fremd. In dem Moment, in dem das Ich sich selbst wahrnimmt, ist das eigene Leben praktisch vorbei, verträumt sozusagen.
Eine harte Botschaft, an anderer Stelle etwas lakonischer formuliert:
Der alte Musikant
Es schüttelt die welken Blätter der Wald,mich friert, ich bin schon alt.
Bald kommt der Winter und fällt der Schnee,
bedeckt den Garten und mich und alles, alles Weh.
(Autor:Joseph von Eichendorff)
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Mittwoch, 10. Mai 2006
Terrorbekämpfung auf ägyptisch
varzil, 13:08h
Nicht zum ersten Mal liest man folgendes:
Noch nachdenklicher wird man, wenn man die Meldung in der Papierausgabe der Süddeutschen liest:
- "Die ägyptische Polizei hat einen Mann erschossen, der als Anführer einer islamistischen Gruppe galt. Er wurde im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Dahab gesucht....
Nach Angaben der Behörden stand Nasser Chamis al Mallahi an der Spitze der islamistischen Organisation Monotheismus und Dschihad. Der Mann wurde demnach während einer Schießerei mit Polizisten am Dienstagmorgen in El Arisch erschossen. ...
(Quelle: netzeitung)
Noch nachdenklicher wird man, wenn man die Meldung in der Papierausgabe der Süddeutschen liest:
- Die ägyptische Polizei hat erklärt, sie habe den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge von Dahab erschossen. Das verlautete am Dienstag aus Sicherheitskreisen in Kairo. Nasser Chamis al-Melahi sei bei einem Feuergefecht auf der Sinai-Halbinsel getötet worden. Die Polizei habe bei der Operation östlich von al-Arisch zudem einen Komplizen des Terroristen festgenommen. Damit wurden seit den Anschlägen vom 24. April, bei denen 19 Menschen starben, insgesamt sieben Verdächtige erschossen. Al-Melahi soll nach offizieller Darstellung eine Terrorgruppe namens Tawhid wa-Dschihad (göttliche Einheit und Heiliger Krieg) angeführt haben. Die Gruppe soll auch Beziehungen zu den Terroristen unterhalten haben, die 2004 und 2005 in den Sinai-Badeorten Taba und Scharm el-Scheich zahlreiche Touristen getötet hatten. Die ägyptische Polizei hatte anfangs erklärt, Beduinen seien die Bombenleger. Terrorexperten bezweifelten das.
(Quelle: Süddeutsche zeitung vom 10.05.2006, S. 8)
Nachtrag vom 24.5.2006
Die Beduinen-Theorie wird nicht mehr vertreten:- Kairo - Das Innenministerium in Kairo präsentierte heute Hintergründe zu den Anschlägen in den Sinai-Badeorten Dahab, Scharm el Scheich und Taba. Die Attentäter waren demnach ägyptische Islamisten - ohne Verbindungen zu internationalen Terrorgruppen. Ihr Ziel sei es gewesen, "die Stabilität des Staates zu gefährden, wobei sie behaupteten, dieser Staat sei auf Unglauben gegründet und seine Führer hätten sich mit den Feinden des Islam verbündet".
Laut Ministerium hatten die drei Terroristen, die sich am 24. April in Dahab inmitten von Touristen in die Luft gesprengt hatten, Unterstützung von Extremisten im Gazastreifen erhalten. Militante Palästinenser hätten die drei Attentäter ausgebildet. Sie seien im Gazastreifen trainiert worden, erklärte das ägyptische Innenministerium.
(Quelle: Spiegel online)
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DER KAFFEE II
varzil, 12:54h
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