Donnerstag, 1. Juni 2006
Koloraturschaden
Wenn denn das Genudel mal was länger dauert und die Trefferquote bei den Sechzehnteln langsam, aber zuverlässig sinkt, spricht man von einem sog.
    Koloraturschaden.
Nach der "längsten Koloratur" zu googeln ist übrigens erstaunlich unergiebig. Sicherlich nicht die längste Koloratur, aber aus akutem Anlass noch am frischesten in Erinnerung: Händels Messias: "For unto us a Child is born" Takt 74 - 77: 56 (sechsundfünfzig) Sechzehntel am Stück nonstop sind gestern in der Probe im Kreuzkirchenhall aneinander vorbeigerasselt, ein echter Koloraturschaden!

Morgen wird es besser, "vox bona" steigert sich zur "vox meliora".

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Podcast
Nicht ganz klar, warum man sich Podcasts anhören oder ansehen soll:
    Podcasting (oder Radio on demand, Radio auf Abruf) bezeichnet das Produzieren und Anbieten von Audio- oder Videodateien über das Internet. Der Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern iPod und Broadcasting (engl. für „ausstrahlen“) zusammen. ...
    (Quelle: wikipedia)
Soweit so gut. Solange es nur um das zeitversetzte Hören von Rundfunksendungen geht, macht das Sinn. Allerdings wäre das nur für spezielle Radiosendungen interessant - bei dem Einheitsdudelfunk ist es doch egal, welche Sendung man gerade (nicht) hört.

Im Allgemeinen unbeantwortet ist die Frage:
Warum soll man sich das, was man drei mal schneller gelesen hätte, von einer ungeschulten Sprechstimme in oft schlechter Aufnahmequalität vorlesen lassen?

Ob all die iPod-Besitzer tatsächlich lieber hören als lesen?

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Jahreszeit
Hierzulande ist es einfach kalt: von vorgestern auf gestern gerade mal 3° nachts und max. 14° tagsüber. Da ist es an manchen Dezembertagen wärmer.

Der Autor greift wieder auf Mütze und Mantel zurück - und das im Juni.

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Mittwoch, 24. Mai 2006
Vatertag, zum III.
Der Autor bekennt, dass ihm die rechte Einstellung zum Vater- (oder Mutter-)tag fehlt. Aber irgendwie ist es auch nett, zu erleben, dass den eigenen Kindern der Vatertag wichtig ist. Für den Arbeitstätigen, der sich auf einen ruhigen Feiertag freute, ist allerdings die Ankündigung
    "Wir sind morgen um 9 Uhr zum Frühstück da!"
so etwas wie der ultimative Wecker. Dabei wollte der Autor eigentlich ausschlafen, dann Zeitung lesen, Kaffee-trinken und dann irgendwann mittags ...

Denkste - Kinder haben eigene Vorstellungen vom Vatertag.

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Dienstag, 23. Mai 2006
Singen, Chor, Esten, Bär, Bonn und mehr
Ca. 2 - 3 % der deutschen Bevölkerung singen in zumindest einem Chor (weiß die wikipedia), in absoluten Zahlen heißt das:
    1,6 bis 2,4 Millionen Deutsche singen in einem Chor.
Zum Vergleich eine Zahl vom Fußball:
    "Alleine in Deutschland wird diese relativ einfache Sportart von 27.000 Fußballvereinen und darin weit über sechs Millionen Menschen ausgeübt...."
    (Quelle: wikipedia)
Im Vergleich zu den 6 Millionen deutschen Fußballspielenden sind die 2 Millionen deutschen Chorsingenden eher unauffällig. Und zumindest bei den Zuschauer-/Zuhörerzahlen ist die Relation für die Chorszene auch deutlich schlechter: Sind es über 11 Millionen Zuschauer bei 306 Bundesligaspielen (Quelle s.o.), fehlen vergleichbare Zahlen für Chorkonzerte. Es dürfte jedoch unwahrscheinlich sein, dass bei den 300 bestbesuchten Chorkonzerten in Deutschland mehr als 1 Million Zuhörer erscheinen. Wenn man allerdings die Million Weltjugendtagsbesucher auf dem Marienfeld zu den Chorkonzert-Hörern im weiteren Sinne rechnet, sieht die Relation doch etwas besser aus...

Anders als bei den Millionen Fliegen, die sich bekanntlich nicht irren können, können elf Millionen Menschen sehr wohl irren. Irren ist halt menschlich.

Wo wir gerade bei denm Irren sind: Die Fußball-WM beginnt am 9. Juni und ganz Deutschland tut so, als ob das Spiel "Deutschland Costa-Rica" von herausragender Bedeutung sei. Zumindest ähnlich Bedeutendes gibt es allerdings schon ab dem 28. Mai in Bonn: Das Programm ist ebenso vielfältig wie die Bonner Chorszene und fast so international wie die Fußball-WM. Es reicht von Renaissance bis Jazz, von Solo über a-capella bis hin zu großen Werken für Chor und Orchester, - auch eine Uraufführung einer zeitgenössischen Komposition ist dabei - und für den internationalen Touch, ohne den auch in Bonn nun einmal nichts läuft, sorgen diverse estnische Gäste.
    Exkurs zu Estland:
    Estland hat ca. 1,3 Millionen Einwohner - in Deutschland gibt es also mehr Chorsänger als es Esten gibt. Allerdings hat Estland mehr (ca. 800) Braunbären als Deutschland (zur Zeit vielleicht noch ca. 1, wenn der eine nicht gerade wieder über die Grenze nach Österreich entwischt ist.)
    Aus Gründen, die der Autor nicht nachvollziehen kann, ist Estland übrigens nicht bei der Fußball-WM dabei.
Ziemlich sicher dürfte sein, dass weder einer der 800 estnischen noch der eine deutsch/österreichische Bär nach CANTABOnn kommt.

Sicherlich erscheinen werden aber Und alle, die bei CANTABOnn auftreten, werden besser singen als beispielsweise die Deutsche Nationalelf von 1974. Versprochen!
    (Noch ein Exkurs:
    Singen Klinsmann und Co. dieses Jahr eigentlich gar nicht? Ist Fußball nicht mehr ihr Leben?)
Varzil meint, dass dies als Beispiel für einen misslungenen PR-Text ausreicht. Er rät dazu, den Gegenwert einer Karte für "Deutschland-Costa Rica", für den man sämliche Veranstaltungen von CANTABOnn besuchen könnte, zu sparen, ein Zehntel des gesparten Geldes beispielsweise in eine Konzertkarte für die Nacht der Poesie am 7.6. mit einer Reihe von Eichendorff-Vertonungen zu investieren - da gibt es nicht nur Lyrik und Musik, sondern auch etwas zu essen - und sich am 9.6. Costa Ricas Sieg über Deutschland im Fernsehen anzusehen.

Und eines ist sicher: In jedem Fall wird bei CANTABOnn besser gesungen als bei Costa Rica:Deutschland.

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