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Freitag, 9. Juni 2006
Was bleibt von CANTABOnn
varzil, 15:47h
Vorbemerkung:
Der Autor hat sich weitgehendst 'rausgehalten. Und CANTABOnn funktioniert ganz super, auch wenn (oder weil) man selbst nicht mitorganisiert hat. Ganz "ganz raushalten" ging nicht, weil Vox bona bei einem Bonner Vokalfestival mitmacht und der Autor bei Vox bona mitsingt.
Und wie war es?
2. Vorbemerkung:
Der ganz große Nachteil solcher Chorfestivals ist generell, dass dann, wenn man selbst mitmacht, meist keine Zeit bleibt, den anderen Teilnehmern zuzuhören (wg. Terminen für Proben, eigene Konzerte undfür den Auf- und Abbau von technischer Ausrüstung (Podeste, Stühle, Kasse etc.).
Folglich hat der Autor nur wenig Eindrücke, die aber dafür umso intensiver gesammelt:
Die Frage, warum leistet sich eine Kirche eigentlich eine solche Musik, beantwortet sich damit von selbst: endlich war die Kirche einmal voll, und zwar voll von begeisterten Leuten, die freiwillig kommen (und dafür auch noch bezahlen), die dabei einen Gutteil christlicher Fundamentalbotschaft in der Musik von Bach und Händel mitbekommen.
Besser kann man Kirchensteuern kaum investieren.
Diesmal mit 2 Ensembles, der Tartu-Youth-Choir aus Estland und wieder Vox bona, dazu die unvergleichliche Ingeborg Danz und Michael Gees als Klavierbegleiter, schließlich last not least die Rezitatorin Stefanie Knauer sowie Stefan Horz an der Orgel der Kreuzkirche.
Warum ein estnischer Chor in Deutschland deutsche Romantik darbietet, lässt sich nur aus der Festivals-Dramaturgie (sprich: daraus erklären, dass ursprünglich mal ein Konzert mit dem Bonner Kammerchor angedacht war. Dieses Konzept wurde aber aufgegeben, um Raum für einen ausländischen Gastchor (BALSIS) zu schaffen. Der sagte dann kurzfristig ab, sodass der Tartu-Youth-Choir in die weitgehend feststehende Konzeption der Nacht der Posie "hineinsprang".
Ziemlich toll dann der Robert-Schumann-Zyklus, den Ingeborg Danz präsentierte, allerdings auch einfach lang, wenn man eher unbequem sitzt ("die singt ja schön, aber wieviel Lieder hat der Zyklus denn? Mein Hintern!"). Dann wieder selber Singen (Eichendorff-Vertonungen) - man hatte es geahnt, dass man wieder dran sein würde, aber nach all dem Sitzen und all dem Schumann dauerte es bis zum Nystedt, bis alles wieder anständig klang...
In der Pause haben manche was gegessen, viele sind aber nach knapp 3 Stunden Musik auch gegangen.
Dann tönt die Ott-Orgel - ein großes B-A-C-H Stück. Die Kirche ist voller Klang und Reger-Sound. Poesie???
Zwischendurch gut gelesene Texte - der Autor lauscht aber mehr der schönen Stimme als dem Inhalt. Es fühlt sich an, wie unter einer Dusche: es platscht angenehm auf einen herunter und tropft ab.
Dann der eigentliche Höhepunkt: Eichendorff-Vertonungen im Wechsel zwischen Original für Solo-Stimme und Bearbeitung von Clytus Gottwald für bis zu 16-stimmigen Chor: ein optimaler Kontrast. Und zweifellos der klangliche Höhepunkt:
"Ich bin der Welt abhanden gekommen" von Mahler. Einfach atemberaubend schön. Leider war uns aber auch schon ein Großteil des Publikums abhanden gekommen. Auch die Rezensentin im Generalanzeiger verliert darüber kein Wort. Ob sie ausgerechnet den Mahler verschlafen hat?
Zum Schluss den Endenicher Choral von Schumann. Da ist es deutlich nach 23 Uhr: 4 Stunden Musik und Text: eine beispiellose "Nacht der Poesie". Wer dageblieben war (mehr als 100 Leute), war begeistert.
in der Magdalena-Kirche in Endenich sang der Bonner Kammerchor ein Programm, das den Titel "Spiegelungen" wörtlich nahm: es gab eine Reihe von geistlichen Chorwerken jeweils zweimal: einmal Renaissance-Musik und dann noch einmal modern.
Der Autor genießt den Abend: nichts ist zu tun, einfach nur sitzen und zuhören, den Ideen und Fantasien nachlauschen. Warum singt eigentlich nur die Hälfte des Chores, wenn die Renaissance-Sachen dran sind? Vielleicht ist es so eine Art demographischer Proporz: vor 400 Jahren lebten deutlich weniger Menschen als vor 100 Jahren ... Aber auch das verkleinerte Ensemble zaubert Musik in die schöne Endenicher Kirche. Draußen ist Sommer und drinnen auch. Und wenn der gesamte Chor beim Frank Martins Messe oder dem "Salve Regina" von Poulenc zur Sache geht, gibt es Klang satt und in Hülle und Fülle. Sozusagen eine Art von "Greatest Hits" - nur zu toppen von "In stiller Nacht" (Brahms) - das gab es aber erst in der großen Chornacht in der Schloßkirche zu hören. Und der Autor hörte auch nur die letzte Strophe: Musik, die unmittelbar anrührt und einen schaudern lässt.
Der Autor hat sich weitgehendst 'rausgehalten. Und CANTABOnn funktioniert ganz super, auch wenn (oder weil) man selbst nicht mitorganisiert hat. Ganz "ganz raushalten" ging nicht, weil Vox bona bei einem Bonner Vokalfestival mitmacht und der Autor bei Vox bona mitsingt.
Und wie war es?
2. Vorbemerkung:
Der ganz große Nachteil solcher Chorfestivals ist generell, dass dann, wenn man selbst mitmacht, meist keine Zeit bleibt, den anderen Teilnehmern zuzuhören (wg. Terminen für Proben, eigene Konzerte undfür den Auf- und Abbau von technischer Ausrüstung (Podeste, Stühle, Kasse etc.).
Folglich hat der Autor nur wenig Eindrücke, die aber dafür umso intensiver gesammelt:
1. Bach meets Jazz (2.6.)

(Foto von www.voxbona.de)
- vier Ensembles:
- (Bonner Jazzchor,
- Big-Band der Uni Bonn,
- Orchester der Kreuzkirche Bonn und Vox bona
- einem Mix aus Barock- und Jazzmusik, der es in sich hatte:
- der Number-One-Hit der barocken Vokal-Musik überhaupt: das "Halleluja" aus dem Messias
- DER Fetz-Nummer aus dem Weihnachtsoratorium: "Ehre sei Dir Gott gesungen" und
- der Hymne für alle Würfel-Spieler: "Lasset uns den nicht zerteilen" aus der Johannespassion - "Würfel", weil die kontinuierlichen Sechzehntel in den Celli das Rollen der Würfel nachmachen sollen in Erinnerung daran, das die Soldateska auf Golgatha um das Gewand von Jesus gewürfelt hat.
- einige englische Madrigale, u. a. "Weep O Mine Eyes" (Bennet), die einem beim Hören wie auch beim Singen immer wieder wohlige Schauer den Rücken runterlaufen lassen
- die Jazzfassungen dazu sind keine weichgespülten "Swingle-Singers"- oder Jacques-Loussier-Arrangements, sondern harter eigenständiger Jazz, der die barocken Vorlagen oft nur als Anhalt und Inspiration nutzt. Dass dabei auch die Genialität der Vorlagen häufiger einem banalen Effekt zum Opfer fällt, bleibt kaum aus. Der Bonner Jazzchor bietet daher auch einige Stücke reinen Jazz und Pop dar. Gerade auch da merkt man, dass das (barocke oder jazzige) Original meist mehr bietet als eine Cover-Version.
- einem begeisterungsfähigen und -willigen Publikum in einer ausverkauften Kirche: für den Autor, der oft genug gelernt hat, sich zu freuen, wenn er in einer nur zu einem Drittel bis einem Viertel (300 bis 400 Leute) gefüllten Kirche singt, einfach eine Sensation. Fazit: Jazz funktioniert, in der Kombination mit Bach sogar doppelt.
Die Frage, warum leistet sich eine Kirche eigentlich eine solche Musik, beantwortet sich damit von selbst: endlich war die Kirche einmal voll, und zwar voll von begeisterten Leuten, die freiwillig kommen (und dafür auch noch bezahlen), die dabei einen Gutteil christlicher Fundamentalbotschaft in der Musik von Bach und Händel mitbekommen.
Besser kann man Kirchensteuern kaum investieren.
2. Nacht der Poesie am 2.6.2006
Auch dies, wenn auch in ganz anderer Hinsicht, eine Sensation: Mit Lyrik der Romantik (Schumann und Eichendorff) lassen sich anfangs 700 Leute in die Kreuzkirche locken. Auch nach 4 1/2 Stunden sind immer noch mehr als 100 Besucher da, eine rein physisch nicht zu unterschätzende Durchhalte-Leistung. Für Teenies, die 4 - 5 Stunden auf den Einlass zu "Tokio Hotel" warten, mag das ganz normal sein, bei einem Programm, auf dem Namen wie Schumann, Hugo Wolf, Franz Listz oder auch Gustav Mahler stehen, und einem Durchschnittsalter der Konzertbesucher von deutlich über 40, wenn nicht über 50 ist das alles andere als selbstverständlich.Diesmal mit 2 Ensembles, der Tartu-Youth-Choir aus Estland und wieder Vox bona, dazu die unvergleichliche Ingeborg Danz und Michael Gees als Klavierbegleiter, schließlich last not least die Rezitatorin Stefanie Knauer sowie Stefan Horz an der Orgel der Kreuzkirche.
Warum ein estnischer Chor in Deutschland deutsche Romantik darbietet, lässt sich nur aus der Festivals-Dramaturgie (sprich: daraus erklären, dass ursprünglich mal ein Konzert mit dem Bonner Kammerchor angedacht war. Dieses Konzept wurde aber aufgegeben, um Raum für einen ausländischen Gastchor (BALSIS) zu schaffen. Der sagte dann kurzfristig ab, sodass der Tartu-Youth-Choir in die weitgehend feststehende Konzeption der Nacht der Posie "hineinsprang".
Ziemlich toll dann der Robert-Schumann-Zyklus, den Ingeborg Danz präsentierte, allerdings auch einfach lang, wenn man eher unbequem sitzt ("die singt ja schön, aber wieviel Lieder hat der Zyklus denn? Mein Hintern!"). Dann wieder selber Singen (Eichendorff-Vertonungen) - man hatte es geahnt, dass man wieder dran sein würde, aber nach all dem Sitzen und all dem Schumann dauerte es bis zum Nystedt, bis alles wieder anständig klang...
In der Pause haben manche was gegessen, viele sind aber nach knapp 3 Stunden Musik auch gegangen.
Dann tönt die Ott-Orgel - ein großes B-A-C-H Stück. Die Kirche ist voller Klang und Reger-Sound. Poesie???
Zwischendurch gut gelesene Texte - der Autor lauscht aber mehr der schönen Stimme als dem Inhalt. Es fühlt sich an, wie unter einer Dusche: es platscht angenehm auf einen herunter und tropft ab.
Dann der eigentliche Höhepunkt: Eichendorff-Vertonungen im Wechsel zwischen Original für Solo-Stimme und Bearbeitung von Clytus Gottwald für bis zu 16-stimmigen Chor: ein optimaler Kontrast. Und zweifellos der klangliche Höhepunkt:
"Ich bin der Welt abhanden gekommen" von Mahler. Einfach atemberaubend schön. Leider war uns aber auch schon ein Großteil des Publikums abhanden gekommen. Auch die Rezensentin im Generalanzeiger verliert darüber kein Wort. Ob sie ausgerechnet den Mahler verschlafen hat?
Zum Schluss den Endenicher Choral von Schumann. Da ist es deutlich nach 23 Uhr: 4 Stunden Musik und Text: eine beispiellose "Nacht der Poesie". Wer dageblieben war (mehr als 100 Leute), war begeistert.
3. "Renaissance und Moderne - geistliche Chormusik im Spiegel der Zeiten" am 8.6.2006
Einmal Chorkonzert anders herum (nicht singen, sondern hören):in der Magdalena-Kirche in Endenich sang der Bonner Kammerchor ein Programm, das den Titel "Spiegelungen" wörtlich nahm: es gab eine Reihe von geistlichen Chorwerken jeweils zweimal: einmal Renaissance-Musik und dann noch einmal modern.
Der Autor genießt den Abend: nichts ist zu tun, einfach nur sitzen und zuhören, den Ideen und Fantasien nachlauschen. Warum singt eigentlich nur die Hälfte des Chores, wenn die Renaissance-Sachen dran sind? Vielleicht ist es so eine Art demographischer Proporz: vor 400 Jahren lebten deutlich weniger Menschen als vor 100 Jahren ... Aber auch das verkleinerte Ensemble zaubert Musik in die schöne Endenicher Kirche. Draußen ist Sommer und drinnen auch. Und wenn der gesamte Chor beim Frank Martins Messe oder dem "Salve Regina" von Poulenc zur Sache geht, gibt es Klang satt und in Hülle und Fülle. Sozusagen eine Art von "Greatest Hits" - nur zu toppen von "In stiller Nacht" (Brahms) - das gab es aber erst in der großen Chornacht in der Schloßkirche zu hören. Und der Autor hörte auch nur die letzte Strophe: Musik, die unmittelbar anrührt und einen schaudern lässt.
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Flagge zeigen ... (wenn man mal genauer hinguckt)
varzil, 11:37h
Eigentlich ist sie zu schade, um sie den Rechten und den Fußball-Dumpfbacken zu überlassen:
Mancherorts versteckt sich noch einiges an Optimierungspotential.
Die Deutschland-Fahne

-
Bildungsserver für "Deutsche AuslandsSchularbeit Am Netz - DASAN".
(Quelle: Bundesverwaltungsamt - Zentralstelle für das Auslandsschulwesen - Hervorhebung vom Autor)
- Exkurs:
"bundesrepublik.org" ist auf einen Herrn "Florian Lottner für das Kuratorium" registriert. Im Vergleich dazu ist DASAN ja noch klar und eindeutig. Denn eine Google-Suche nach Florian Lottner bringt locker mehr als 400 Treffer ...
- Exkurs 2:
- www.DASAN.de, der "Bildungsserver für "Deutsche AuslandsSchularbeit Am Netz" listet unter "Aktuell" als erstes eine 3 Monate alte Presseerklärung zur "Rechtschreibreform" auf - das macht nicht gerade Mut, den Rest des "Bildungsservers" zu erforschen.
- Der Link unter "Stellenangebote der Schulen" führt zu einer Mitteilung des Bundesverwaltungsamts, dass dieser Link veraltet ist.
- Folgt man dem Hinweis "DASAN-Special für Schüler", erhält man einen Link auf ein vierteljährlich erscheinendes "JUMA" (Jungendmagazin), das einen so begrüßt:
- "Liebe JUMA- und TIPP-Leser,
leider wurde die Herausgabe von JUMA und TIPP mit Heft 1/06 eingestellt...."
(Quelle: Juma)
Allerdings präsentiert sich der deutsche Bildungsserver unter www.bildungsserver.de als aktuelles und informatives Portal.
Mancherorts versteckt sich noch einiges an Optimierungspotential.
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Donnerstag, 8. Juni 2006
Über den Zorn
varzil, 20:54h
Da hat Kai Dieckmann eigentlich über eine der Todsünden predigen sollen:
Warum allerdings "Zorn" eine Todsünde sein soll, erschließt sich einem nicht auf Anhieb. Zum Thema "Zorn" liest man daher nach:
Streiten kann man tatsächlich darüber, ob Zorn nun eine gute (so Dieckmann, s.o.) oder eher schlechte Eigenschaft ist.
Vieles spricht dafür, dass Zorn ein eher schlechter Ratgeber ist. Das Ideal vieler Jahrhunderte, die emotionslose Beurteilung von Sachverhalten, ist Herrn Dieckmann aber offenbar ein Gräuel - ebenso wie die Schreibweise dieses Wortes.
Die Behauptung, dass "ohne Zorn ein bürgerliches Staatswesen nicht denkbar" sei, müsste allerdings erst einmal belegt werden. Dieckmann bleibt nach der Darstellung in der Süddeutschen dafür jeden Beleg schuldig - wer Platons "Politeia" auch nur in Ansätzen kennt, wird der Dieckmannschen These gegenüber skeptisch sein.
Ein guter Beleg, warum die These "wir brauchen mehr Zorn" nicht taugt, findet sich in dem o.a. Artikel selbst:
Aber dass Zorn bei der Rechtschreibreform hilft, scheint doch mehr als fragwürdig zu sein.
Varzil meint nach wie vor, dass weniger Emotionen bei dem Thema hilfreicher sein könnte.
- "...Wie auch sechs andere Prominente – unter ihnen Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust, TV-Moderator Reinhold Beckmann und Unicef-Streiterin Heide Simonis – sollte Diekmann anlässlich einer Vortragsreihe über eine der sieben Todsünden sprechen.
Doch der Bild-Chef machte aus der Todsünde Zorn, über die er reden soll, kurzerhand eine Tugend.
...
Es geht ihm ums große Ganze. „Ohne Zorn“ , führte er aus, sei „ein bürgerliches Staatswesen nicht denkbar“. Leider müsse er beobachten, dass sich immer mehr Deutsche „in die innere Emigration“ verabschiedeten. Es fehle an zornigen Deutschen – außer den konservativen Intellektuellen Paul Kirchhof, Meinhard Miegel, Arnulf Baring, ein paar Kirchenleuten und einigen Unternehmern.
..."
(Quelle: Süddeutsche online)
Warum allerdings "Zorn" eine Todsünde sein soll, erschließt sich einem nicht auf Anhieb. Zum Thema "Zorn" liest man daher nach:
- Einerseits tritt er [Zorn] als heftiger Ärger, wutartiger Affekt als Jähzorn oder Zornesausbruch auf, der zu unkontrollierten Handlungen oder Worten führen kann. Der Zorn erscheint dann als Beherrscher des Menschen, der seinerseits seine Gefühlsregungen nicht mehr kontrolliert.
Andererseits tritt der Zorn auf als gerecht erscheinendes Zürnen auf (auch: als "Groll"): Bauernzorn, Bürgerzorn, Volkszorn, Wählerzorn; Götterzorn, Zorn Gottes, heiliger Zorn (siehe auch: Ingrimm).
Zorn ist immer gegen eine bestimmte Person oder Gruppe gerichtet, während die Wut nach allen Seiten explodieren kann. ..."
(Quelle: wikipedia)
- "...
- Superbia: Hochmut (Übermut, Hoffart, Eitelkeit, Stolz)
- Avaritia: Geiz (Habgier, Habsucht)
- Invidia: Neid (Missgunst, Eifersucht)
- Ira: Zorn (Wut, Vergeltung, Rachsucht)
- Luxuria: Wollust (Unkeuschheit)
- Gula: Völlerei (Gefräßigkeit, Unmäßigkeit, Maßlosigkeit)
- Acedia: Trägheit des Herzens / des Geistes (Überdruss)
Sünden entstehen nach der klassischen Theologie aus sieben schlechten Charaktereigenschaften:
..."
(Quelle: wikipedia)
Streiten kann man tatsächlich darüber, ob Zorn nun eine gute (so Dieckmann, s.o.) oder eher schlechte Eigenschaft ist.
Vieles spricht dafür, dass Zorn ein eher schlechter Ratgeber ist. Das Ideal vieler Jahrhunderte, die emotionslose Beurteilung von Sachverhalten, ist Herrn Dieckmann aber offenbar ein Gräuel - ebenso wie die Schreibweise dieses Wortes.
Die Behauptung, dass "ohne Zorn ein bürgerliches Staatswesen nicht denkbar" sei, müsste allerdings erst einmal belegt werden. Dieckmann bleibt nach der Darstellung in der Süddeutschen dafür jeden Beleg schuldig - wer Platons "Politeia" auch nur in Ansätzen kennt, wird der Dieckmannschen These gegenüber skeptisch sein.
Ein guter Beleg, warum die These "wir brauchen mehr Zorn" nicht taugt, findet sich in dem o.a. Artikel selbst:
- "... Zum Ende meldete sich eine ältere Dame: Sie sei „sehr zornig auf den Springer-Konzern“, da der beim Kampf gegen die Rechtschreibreform eingeknickt sei. Dabei habe sie sich so gefreut, als in Bild gegen die „Schlechtschreibreform“ polemisiert wurde und der Redaktion geschrieben. Diekmann stockte kurz. Dann sagte er: „Die Deutschen haben uns bei dem Thema allein gelassen. ...“
(Quelle: Süddeutsche online)
Aber dass Zorn bei der Rechtschreibreform hilft, scheint doch mehr als fragwürdig zu sein.
Varzil meint nach wie vor, dass weniger Emotionen bei dem Thema hilfreicher sein könnte.
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Mittwoch, 7. Juni 2006
Fi-Fa-Fussball
varzil, 14:23h
Die Fi-Fa-Fussball-Reklame-Regeln waren in Koriander schon vor etlicher Zeit orthografisch aufgefallen, wegen der schönen Assoziation mit "fuss" gleich "rothaarig etc." wird hier im Folgenden die FIFA-Orthografie "Fussball" verwendet.
"Kommunikationsguerillas" haben die absurden Auswüchse um die Sponsoren-Reklame Ende Mai auf ihre Art in einigen Städten ausgenutzt.
Inzwischen hat sich die Aufregung um gefälschten Handzettel (Link zu http://www.tagesschau.de) wieder gelegt. Auf den Zetteln waren die Anwohner von "FiFa-Fussball-WM"-Stadien freundlich gebeten worden, auf die Belange der Sponsoren Rücksicht zu nehmen. Die Regeln sind eigentlich zu schade, als dass sie der Vergessenheit anheim fallen:
Wie Spiegel online zu Recht bemerkt, hat die Stadt Köln sich da nicht unmittelbar als Hochburg des Humors gezeigt.
Varzil glaubt, dass Fußball oberhalb der Kneipenliga einfach eine spassfreie Sache ist. Das Publikum sucht sich daher eigene Wege, um an dem Unvermeidlichen dennoch seine Freude zu haben....
"Kommunikationsguerillas" haben die absurden Auswüchse um die Sponsoren-Reklame Ende Mai auf ihre Art in einigen Städten ausgenutzt.
Inzwischen hat sich die Aufregung um gefälschten Handzettel (Link zu http://www.tagesschau.de) wieder gelegt. Auf den Zetteln waren die Anwohner von "FiFa-Fussball-WM"-Stadien freundlich gebeten worden, auf die Belange der Sponsoren Rücksicht zu nehmen. Die Regeln sind eigentlich zu schade, als dass sie der Vergessenheit anheim fallen:
- keine Kleidung mit Markenzeichen von Nichtsponsoren in der Öffentlichkeit tragen
- keine Fahnen oder sonstigen großflächigen Werbeträger für Nichtsponsoren an den Hausfassaden
- am PKW eventuelle Werbeaufschriften von Nicht-Sponsoren abdecken oder das Auto möglichst unauffällig in Nebenstraßen parken
- bei Werbesendungen im Fernsehen die Fenster schließen oder den Fernseher abschalten
- Nachsingen, Nachsummen oder Pfeifen von Werbemelodien sowie das Abspielen von Klingeltönen von Nichtsponsoren vermeiden
- Angehörigen bei der Einhaltung der FiFa-Regeln helfen (Kinder!)
- ...als Gast in Gaststätten soll man auf einem werbefreien Bierfilz bestehen oder nur solche akzeptieren, die das FiFa-WM2006 Logo tragen
- beim Einkauf von "Fremdprodukten" diese auf dem Nachhauseweg nicht offen zur Schau stellen (Quelle: Bild des Flugblatts bei Stadt Köln
Wie Spiegel online zu Recht bemerkt, hat die Stadt Köln sich da nicht unmittelbar als Hochburg des Humors gezeigt.
- "...Obwohl man in der Domstadt nun zumindest saisonal das Humormonopol für sich verbucht,..."
(Quelle: Spiegel online)
Varzil glaubt, dass Fußball oberhalb der Kneipenliga einfach eine spassfreie Sache ist. Das Publikum sucht sich daher eigene Wege, um an dem Unvermeidlichen dennoch seine Freude zu haben....
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