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Montag, 7. August 2006
Strategien: Carcassonne
varzil, 19:59h
Eine Stadt, an der der seine Reise strategisch planende Mann oder sein weibliches Pendant nicht vorbeifahren sollte. Die Altstadt, eine mittelalterliche, schon im 19. Jahrhundert restaurierte Befestigungsanlage, ist einfach sehenswert, wenn auch touristisch
Zur Strategie des Festungsbaus:
- "...Ab 1247 entsteht am linken Flussufer die Unterstadt. In der Folgezeit bis etwa 1285 lässt der König einen Zwinger errichten und verstärkt den inneren Ring in dessen Schutz. Der äußere Ring mit Zinnen und Hurden ist niedriger als der innere und liegt in dessen Schussbereich. Niedrige nach innen offene Türme wechseln sich mit hohen kreisrunden geschlossenen ab, die zu eigenständigen Bollwerken umfunktioniert werden konnten.
Der mächtigste von ihnen ist mit 25 m Höhe der an der Südostecke stehende Vade-Turm. Durch diese Konstruktion wird die innere Mauer vor Wurfgeschossen geschützt, sowie vor Sappengräbern und Untergrabung. Der künstlich erzeugte Engpass zwischen den Mauern setzte die Belagerer nach Einnahme der äußeren Mauer dem Beschuss sowohl von der inneren Mauer wie von den noch nicht eingenommenen Türmen der äußeren aus. Verwinkelte Zufahrten, Zugbrücken und mächtige Türme behinderten den Einsatz von Belagerungswaffen gegen die Tore.
Nach diesen Umbauten galt die Stadt als uneinnehmbar, verlor jedoch gleichermaßen auch an strategischer Bedeutung.
...
(Quelle: Wikipedia)
Auch zum Thema:
Carcassonne - das Spiel
Es gibt immer mehr schöne Strategie-Spiele, seit 2001 heißt eines davon "Carcassonne".
Wenn der Carcasonne-Spiel-Fan nun in die Stadt Carcassonne kommt, passiert schlichtweg nichts. Ein Aha-Erlebnis findet nicht statt.
Die insbesondere durch die Katharer-Kriege veranlassten Festungsbauten sind in Natur eindrucksvoll, wenn auch durch das 19. Jahrhundert etwas geschönt. Das mittelalterliche Mauerwerk ist, soweit erkennbar, deutlich unregelmäßiger.
Im Spiel spielt die Großartigkeit der Bauten keine Rolle, auch die Frage, ob die Festung uneinnehmbar ist, nicht. Und von der Erweiterung Die Katharer abgesehen gibt es keinen Bezug zwischen Stadt und Spiel.
Und dennoch:
Die Stadt ist schön und "einen Umweg" wert. Ob sie, wie der Guide-Michelin meint, "eine Reise wert" ist, wird der mittelalterliche-Festungs-Fan wohl sicher bejahen, der Rest der Menschheit allerdings wohl eher bezweifeln.
Und das Spiel ist auch schön:
Allerdings ist auch die Carcassonne-Strategie im Spiel "veraltet", konkret: nicht Computer-gerecht. Die Umsetzung als PC-Spiel zeigt, dass der Spiele-Spaß auf der Strecke bleibt. Der Computer hält es nämlich für strategisch geschickt, eine sehr
Mit Menschen mit einer solchen Strategie ("kaputtmachen") macht das Spielen schon im Kindergarten keinen Spaß. Ob Microsoft daher gut beraten war, die Spielerechte zu kaufen (s. Wikipedia), kann man bezweifeln.
Varzil findet es beruhigend, dass das Spiel Menschen, die letztlich konstruktiv orientiert sind, mit Freude am Spiel belohnt - strategisch geschickt: die gute Erfahrung lässt hoffen, dass das neue Spiel des Jahres 2006 "Thurn und Taxis" aus dem selben Verlag ähnliche Freude macht.
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Spaß mit Mathe
varzil, 16:43h
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Sonntag, 6. August 2006
Doping
varzil, 22:03h
Da hat es Floyd Landis geschafft, die Tour de France zu gewinnen. Nun ist er als Dopingsünder überführt - bleibt abzuwarten, was aus seinem Tour-Sieg wird.
Varzil überlegt sich, dass es angesichts der Unwilligkeit oder der Unmöglichkeit, Doping zu kontrollieren, vielleicht sinnvoller ist, Doping zuzulassen:
Motto: "Heute ein Etappensieg dank Cyclo-amidon" ....
Varzil überlegt sich, dass es angesichts der Unwilligkeit oder der Unmöglichkeit, Doping zu kontrollieren, vielleicht sinnvoller ist, Doping zuzulassen:
Motto: "Heute ein Etappensieg dank Cyclo-amidon" ....
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Freitag, 4. August 2006
Gut gegen Böse - Militär gegen Miliz
varzil, 13:55h
Wenn man Kindern etwas erklären soll, merkt man oft, wie unklar Begriffe eigentlich sein können. Konkret lässt sich das, was da derzeit im Libanon geschieht, eigentlich kaum kindgerecht erklären.
Israel, das ist noch einfach: seit 1948 ein Staat mit einer Armee, ein Staat, der dort entstanden ist, wo vor 2000 Jahren schon einmal Israel war, der aber in Unfrieden lebt mit den Leuten in der Nachbarschaft, die da inzwischen seit Jahrhunderten gewohnt haben und gewohnt waren, ohne Israel zu leben.
Hezbollah, Hizbullah, Hizbolla - oder wie auch immer - ist schon schwieriger: es ist keine libanesische Armee, sondern eine Gruppe von Arabern, eine Miliz, die sich den Kampf gegen Israel auf die Fahnen geschrieben hat und aus dem Libanon heraus agiert. Etwas schlauer macht einen da die Wikipedia:
Man fühlt sich an die irische IRA oder die baskische ETA erinnert, die lange Zeit (immer noch?) einen politischen und einen militärischen Zweig/Arm pflegten (pflegen?).
Unstreitig schießt Hisbollah nicht erst seit kurzem mit Raketen auf Israel. Inzwischen tun sie es regelmäßig und offenbar relativ viel - von ca. 100 Raketen am Tag ist die Rede - und relativ ungenau: es scheint Zufall zu sein, wenn sie 'mal etwas treffen.
Ebenso unstreitig hat Israel daraufhin vor ca. 4 Wochen die Entführung von 2 israelischen Soldaten durch die Hisbollah zum Anlass genommen, auf den Libanon zu schießen - mit Raketen, mit Bomben, mit Granaten, mit allem, was zu einem Krieg gehört. Leider auch mit der für einen Krieg typischen Unverhältnismäßigkeit, dafür deutlich treffsicherer und um einiges intensiver als die Hisbollah. Offenbar schießt Israel auf alles, was irgendwie in den Verdacht gerät, Hisbollah-Kämpfer in seiner Nähe zu haben. Dabei macht Israel weder vor zivilen Objekten noch vor der UN-Friedenstruppe halt.
Fazit: Nachdem man in den letzten 15 Jahren vergeblich versucht hat, miteinander zu reden, schießt man jetzt wieder aufeinander.
Kann man da überhaupt mit "gut" und "böse" urteilen? Auf den ersten Blick muss man der Hisbollah die Schurkenrolle zuweisen, die einfach so auf Israel schießt, ohne sich darum zu kümmern, wen sie trifft: in deren Augen gibt es offenbar keine "unschuldigen Opfer".
Dass Israel den Libanon in "Sippenhaft" dafür nimmt, dass von seinem Gebiet aus auf Israel geschossen wird, macht es aber nicht gerade einfach, Israels Position für die Seite der Guten zu halten. Wie Israel am besten wissen müsste, kann man sich seine Nachbarn nun einmal nicht einfach aussuchen.
Die Aufforderung der Weltöffenlichkeit einschließlich Papst ("Aufhören!") kann man zwar verstehen, aber mit welcher Berechtigung will man die schießenden Parteien eigentlich zum Aufhören bringen? Hat da jemand etwa eine Lösung für den Nahost-Konflikt? Oder entspringt der Ruf nach einem "Waffenstillstand" nur dem Wunsch, bitteschön in der Tagesschau nicht ständig mit Schießereien und deren grausigen Ergebnissen behelligt zu werden?
Insgesamt also im Osten nichts Neues. Die seit 1948, d.h. seit dem Bestehen Israels, im Nahen Osten regelmäßig wiederkehrenden Waffengänge haben bislang kein Ergebnis gebracht. Den arabischen Kämpfern ist die Auslöschung Israels nicht gelungen, eher im Gegenteil: Israel ist militärisch besser gerüstet als alle seine Kontrahenten. Israel hat auf der anderen Seite ebenfalls nichts erreicht: der Grundkonflikt darüber, wer auf dem historischen Gebiet Palästina leben darf, besteht fort.
Das war hier schon am 9.12.2005 Thema anlässlich der Provokation von H. Ahmadinedschad: "Israel soll umziehen". Interessanter Weise hat lt. Süddeutsche von heute (Artikel nur gegen Geld lesbar) Peter Voß im Presseclub von Sonntag, 30.07.2006 diese Idee wieder aufgegriffen und in der Zeitung erläutert, er sei halt ein Pessimist.
In gewisser Weise hat er vermutlich Recht. Nach den Erfahrungen der letzten 58 Jahre wird auch diesmal der Krieg im Libanon kein endgültiges Ergebnis haben. Bleibt abzuwarten, ob die Beteiligten das irgendwann auch einmal merken und dann die Kraft finden, von selbst aufzuhören.
Israel, das ist noch einfach: seit 1948 ein Staat mit einer Armee, ein Staat, der dort entstanden ist, wo vor 2000 Jahren schon einmal Israel war, der aber in Unfrieden lebt mit den Leuten in der Nachbarschaft, die da inzwischen seit Jahrhunderten gewohnt haben und gewohnt waren, ohne Israel zu leben.
Hezbollah, Hizbullah, Hizbolla - oder wie auch immer - ist schon schwieriger: es ist keine libanesische Armee, sondern eine Gruppe von Arabern, eine Miliz, die sich den Kampf gegen Israel auf die Fahnen geschrieben hat und aus dem Libanon heraus agiert. Etwas schlauer macht einen da die Wikipedia:
Im Libanon ist sie einerseits eine politische Partei, die seit 1992 auch im Parlament vertreten ist. Zur Zeit stellt sie 14 von 128 Parlamentsabgeordneten und den Energieminister in der aktuellen libanesichen Regierung. Außerdem verfügt sie aber nach wie vor über paramilitärische Einheiten, die insbesondere im Süden des Landes unabhängig von der libanesischen Staatsgewalt agieren. Die Hisbollah verfolgt sowohl sozialpolitische Ziele, etwa im Bereich Bildung und Gesundheitswesen, als auch außenpolitische Strategien, zu denen nach Aussage ihres Führers Sayyid Hassan Nasrallah auch die Auslöschung Israels gehört.
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(Quelle: Wikipedia)
Man fühlt sich an die irische IRA oder die baskische ETA erinnert, die lange Zeit (immer noch?) einen politischen und einen militärischen Zweig/Arm pflegten (pflegen?).
Unstreitig schießt Hisbollah nicht erst seit kurzem mit Raketen auf Israel. Inzwischen tun sie es regelmäßig und offenbar relativ viel - von ca. 100 Raketen am Tag ist die Rede - und relativ ungenau: es scheint Zufall zu sein, wenn sie 'mal etwas treffen.
Ebenso unstreitig hat Israel daraufhin vor ca. 4 Wochen die Entführung von 2 israelischen Soldaten durch die Hisbollah zum Anlass genommen, auf den Libanon zu schießen - mit Raketen, mit Bomben, mit Granaten, mit allem, was zu einem Krieg gehört. Leider auch mit der für einen Krieg typischen Unverhältnismäßigkeit, dafür deutlich treffsicherer und um einiges intensiver als die Hisbollah. Offenbar schießt Israel auf alles, was irgendwie in den Verdacht gerät, Hisbollah-Kämpfer in seiner Nähe zu haben. Dabei macht Israel weder vor zivilen Objekten noch vor der UN-Friedenstruppe halt.
Fazit: Nachdem man in den letzten 15 Jahren vergeblich versucht hat, miteinander zu reden, schießt man jetzt wieder aufeinander.
Kann man da überhaupt mit "gut" und "böse" urteilen? Auf den ersten Blick muss man der Hisbollah die Schurkenrolle zuweisen, die einfach so auf Israel schießt, ohne sich darum zu kümmern, wen sie trifft: in deren Augen gibt es offenbar keine "unschuldigen Opfer".
Dass Israel den Libanon in "Sippenhaft" dafür nimmt, dass von seinem Gebiet aus auf Israel geschossen wird, macht es aber nicht gerade einfach, Israels Position für die Seite der Guten zu halten. Wie Israel am besten wissen müsste, kann man sich seine Nachbarn nun einmal nicht einfach aussuchen.
Die Aufforderung der Weltöffenlichkeit einschließlich Papst ("Aufhören!") kann man zwar verstehen, aber mit welcher Berechtigung will man die schießenden Parteien eigentlich zum Aufhören bringen? Hat da jemand etwa eine Lösung für den Nahost-Konflikt? Oder entspringt der Ruf nach einem "Waffenstillstand" nur dem Wunsch, bitteschön in der Tagesschau nicht ständig mit Schießereien und deren grausigen Ergebnissen behelligt zu werden?
Insgesamt also im Osten nichts Neues. Die seit 1948, d.h. seit dem Bestehen Israels, im Nahen Osten regelmäßig wiederkehrenden Waffengänge haben bislang kein Ergebnis gebracht. Den arabischen Kämpfern ist die Auslöschung Israels nicht gelungen, eher im Gegenteil: Israel ist militärisch besser gerüstet als alle seine Kontrahenten. Israel hat auf der anderen Seite ebenfalls nichts erreicht: der Grundkonflikt darüber, wer auf dem historischen Gebiet Palästina leben darf, besteht fort.
Das war hier schon am 9.12.2005 Thema anlässlich der Provokation von H. Ahmadinedschad: "Israel soll umziehen". Interessanter Weise hat lt. Süddeutsche von heute (Artikel nur gegen Geld lesbar) Peter Voß im Presseclub von Sonntag, 30.07.2006 diese Idee wieder aufgegriffen und in der Zeitung erläutert, er sei halt ein Pessimist.
In gewisser Weise hat er vermutlich Recht. Nach den Erfahrungen der letzten 58 Jahre wird auch diesmal der Krieg im Libanon kein endgültiges Ergebnis haben. Bleibt abzuwarten, ob die Beteiligten das irgendwann auch einmal merken und dann die Kraft finden, von selbst aufzuhören.
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