Freitag, 3. November 2006
Berliner Wunder
Die Stadt bzw. das Land Berlin ist immer wieder für eine Schlagzeile gut.

Zunächst reklamierte Berlin eine außergewöhnlich hohe Verschuldung und behauptete, man könne die Schulden nicht aus eigener Kraft abtragen. Also klagte man beim Bundesverfassungsgericht auf Hilfe durch den Bund.

Daraufhin entschied das Gericht, Berlin sei gar nicht so außergewöhnlich verschuldet (Koriander vom 19.10.2006) und wies die Klage ab.

Und jetzt das "Wunder von Berlin":
    "... Nun soll die Hauptstadt ganz ohne Bundeshilfe trotzdem 2007 einen verfassungsgemäßen Haushalt bekommen

    ...Die Konjunktur zieht an, und auch das arme Berlin profitiert vom Steuersegen – so einfach ist das. Alle Katastrophenszenarien der Berliner Verfassungsklage erscheinen plötzlich wie Gruselmärchen. ...
    Geht der Geldsegen die nächsten Jahre so weiter, entspräche das einer Sanierungshilfe des Bundes von 32 Milliarden Euro. Auf mehr hätte Berlin auch bei einem positiven Votum der Verfassungsrichter nicht hoffen dürfen....
    (Quelle: Berliner Tagesspiegel online)
Vor Gericht mit Pauken und Trompeten verloren - und dennoch Geld bekommen:
    Das gibt es nur in Berlin.
Da hat man doch schnell den Eindruck, dass Berlin vor dem Gericht nicht die (volle) Wahrheit gesagt hat. Erst hat man sich künstlich arm gerechnet und - nachdem das keinen Erfolg hatte - rechnet man sich wieder reich.

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Donnerstag, 2. November 2006
Bargeld = Bröselgeld?
Eigentlich ein Gefühl, das jeder kennt: das Geld zerrinnt einem unter den Fingern! Und in diesem Fall sogar ganz wörtlich:
    "...Für den mysteriösen Zerfall von rund tausend Euro-Geldscheinen, die in der Hand ihrer Besitzer einfach zerbröselten, scheint es keine Erklärung zu geben, die logisch wäre. Das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz hat im Laufe der jetzt bekannt gewordenen Ermittlungen ein Gutachten dazu erstellt. Dabei sei die Behörde zu dem Schluss gekommen, dass die zerstörten Banknoten mit Schwefelsäure in Kontakt gekommen seien, sagte eine Sprecherin des LKA in Mainz.
    (Quelle: Spiegel online, ähnlich auch netzeitung)
Geld, das einem in der Hand zerbröselt: ein gutes Argument, mit der ec-Karte zu bezahlen...

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Mittwoch, 1. November 2006
Allerheiligen
Das ist einer der etwas entlegeneren Feiertage - ähnlich wie bei Pfingsten: man weiß nicht so genau etwas damit anzufangen:
    "...Das Fest wurde eingeführt, da es unmöglich war, jeden Heiligen an einem besonderen Tag zu feiern.

    Jährliche Gedenktage für Verstorbene – ob Märtyrer, Heilige oder „Normalsterbliche“ – gab es bereits im antiken Christentum.

    In den östlichen Kirchen finden sich seit Anfang des 4. Jahrhunderts dann ausdrücklich Allerheiligenfeste, die allerdings als „Herrentag aller Heiligen“ am 1. Sonntag nach Pfingsten gefeiert wurden.

    In der westlichen Kirche weihte Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das heidnische römische Pantheon in Rom – zuvor das Heiligtum der antiken Götterwelt – der Jungfrau Maria und allen Heiligen und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern.
    (Quelle: Wikipedia zu Allerheiligen, (Pantheon-Bild bei www.uni-erlangen.de))
Das lässt aufhorchen: Die Götterwelt im antiken Rom war unübersichtlich geworden, und so schuf man ein "Pantheon" - ein Gebäude für "alle Götter". Und Bonifatius IV. handelte ähnlich: er war es Leid, dass da ein antiker Tempel für alle Götter stand, und widmete ihn um, nämlich allen Heiligen der christlichen Kirche.
    "Papst Gregor III. weihte schließlich eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte daher für die Stadt Rom den Feiertag auf den 1. November.

    Ende des 8. Jahrhunderts begann man an diesem Tag dieses Fest vor allem auch in Frankreich zu feiern. Allmählich verbreitete sich in der gesamten Westkirche der 1. November. ..."
    (Quelle: Wikipedia zu Allerheiligen)
Allerheiligen heute:
Heute im Altenberger Dom begegnete einem wieder diese alte Westkirche: Es gab ein gregori- anisches Choralamt einschließlich der Litanei aller Heiligen, gesungen von der Schola Cantorum Coloniensis und mit einem Pastor, der singen konnte, sowie mit einer nach Hunderten zählenden Gemeinde, die sich mit dem Auffinden der lateinischen Texte und Melodien im Gotteslob mindestens so schwer tat wie der Organist mit dem Einblenden der richtiigen Lied-Nummern.

Apropos Orgel: Auch wenn er die Lied-Nummern spät einblendete, das Schlußstück, sozusagen der Rausschmeißer, war ein "Finale furioso" mit allem, was die Altenberger Dom-Orgel bieten konnte - Gänsehaut inklusive.

Damit es aber nicht zu profan wird: Die Predigt nahm auch auf das aktuell vorgelesene Evangelium Bezug (Heilige: das sind die, von denen es heißt: "Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich." (Matth. 5,3), war erfreulich kurz und ging außerdem auch noch auf Halloween ein:
    Als Halloween wird die Feier des Vorabends vom Allerheiligenfest in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November bezeichnet, die vor allem in Irland und Nordamerika traditionell gefeiert wird. Am gleichen Termin wurde zuvor bereits das alte keltische Fest Samhain gefeiert. Daher glauben einige, dass Halloween auf irisches oder gar keltisches Brauchtum zurückgeht. Diese Herleitung ist jedoch umstritten. Das Wort "Halloween" jedenfalls geht auf das Wort "All Hallow's Eve" (Vorabend von Allerheiligen) zurück....
    (Quelle: Wikipedia zu Halloween)
Halloween also definitiv nicht anik römisch - vielleicht wirkt es deshalb hierzulande immer noch so deplaziert, wie eine Promotion-Veranstaltung von Kaufhof, Karstadt, Aldi und den Innenstadtkneipen-Verbänden.

Die Schola hat zu Allerheiligen anständig gesungen - für morgens um 10:30 Uhr kann man ein gelegentliches Absacken um einen Viertel-Ton durchaus akzeptieren, zumal man das Gefühl vermittelt bekam, dass sie wussten, was sie sangen.

Ansonten: großer Bahnhof: Neben den 15 Sängern der Schola gab es 12 Messdiener und 6 andere Gottesdiensthelfer, viel Weihrauch und einen Altenberger Dom, der sich endlich nicht mehr als permanente Baustelle präsentierte.

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