Dienstag, 31. Oktober 2006
SLED
Irgendwann wird man ja doch mal neugierig.
Novell hat den Suse Linux Enterprise Desktop (SLED 10) veröffentlicht. Man kann ihn kaufen, man kann ihn aber auch ausprobieren, ohne Geld hinlegen zu müssen (Evaluierungs-Download). Man kriegt eine ziemlich ausgereifte SUSE Linux Distribution mit so ziemlich allem, was man im Büroalltag braucht.

Und dafür, dass es "für umme" ist, ist das, was sich jetzt nach zwei Test-Tagen auf einem immerhin drei Jahre alten Notebook in einer Büro-Umgebung zeigt, schon ganz erstaunlich. Aber der Reihe nach hier die wesentlichen Eindrücke:
  • Die parallele Installation von SLED 10 neben Windows 2000 bringt einen zunächst ins Schwitzen, weil die Installationsroutine die NTFS-Partition von Windows gerne verkleinern würde, daran aber scheitert und die Maschine sich dann erst einmal weigert, überhaupt zu booten. Erst das Partitionieren von Hand bringt den Master-Boot-Record wieder auf Trab. Windows allerdings ist beleidigt und überarbeitet seine Partition beim ersten Hochfahren nach der SLED-Installation mit Scandisk, um angeblich diverse Fehler zu beseitigen. Nach ein paar Minuten die Entwarnung: alles in Butter - Windows ist unbeschädigt geblieben.
  • Zurück zu SLED 10:
    Die Hardware-Unterstützung läuft von Anfang an gut, wenn auch die USB-Maus erst beim 6. Mal Booten erkannt und akzeptiert wird - eigentlich ein typisches Windows-Phänomen, dass man solange booten muss, bis es endlich geht ... Die Grafik-Karte heißt anders als im Windows-Geräte-Manager. Aber die Möglichkeiten, zwei Bildschirme mit dem Notebook zu betreiben, sind im SLED deutlich vielseitiger als unter Windows 2000.
  • Die klassischen Programme aus OpenOffice wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und so weiters sind kein Problem, wie erwartet. Selbst die Dateien von der "besten Textverarbeitung der Welt" (nach Meinung des Autors: WordPerfect) lassen sich in OpenOffice öffnen und bearbeiten.
    Das Bearbeiten ist aber auch nötig, weil die Tabulatoreinstellungen und Ränder nicht mehr stimmen. ...
  • Die Novell-Netware-Unterstützung ist zunächst wieder Anlass für Ärger: man muss den Novell-Client für die Anbindung an Novell-Netware-Server extra runterladen. Er ist nicht auf der Demo-DVD drauf. Schön aber, dass der Client, wenn er mal läuft, seine Arbeit ziemlich sauber erledigt und nur bei Sonderzeichen in Datei- und Verzeichnisnamen (Umlaute) meckert - anstelle von ä, ö oder ü malt er schöne Rechtecke...
  • Die Groupwise-Unterstützung (für die Nicht-Novell-Fans: das ist eine E-Mail-Anwendung, die mit vergleichsweise wenig Administration einen ziemlich guten Job macht, zumindest wenn man das mit den Erfarungen, die andere Firmen mit Microsoft Exchange gemacht haben, vergleicht):
    Erst freut man sich, dass SLED 10 einen Groupwise-Clent dabei hat. Dann ärgert man sich, dass man damit nicht auf ältere Groupwise-Versionen als Groupwise 7 zugreifen kann. Dann ärgert man sich schon wieder, dass man auch hier den Groupwise-Client für die Version 6.5 extra runterladen muss (hat so seine paar -zig MB). Dann aber hat man die Freude, dass der Client sauber läuft. Bis man entdeckt, dass er die Junkmail-Behandlung nicht unterstützt ...
  • Wunderschön einfach ist die Installation von Netzwerkdruckern über TCP/IP. IP-Adresse eingeben, Druckertyp auswählen, testen und 3 von 4 Druckern laufen auf Anhieb! Lediglich der OCE Digitalkopierer OCE 3165 tut sich schwer und möchte einen gesonderten Installationsweg beschritten haben. (Das war aber unter Windows auch schon so...)
  • Zu Multimedia: Das läuft anscheinend auch, besteht hier aber kein Bedarf - wer kann schon auf der Arbeit Musik hören und Filme gucken
  • Die schwierige Entscheidung zum Destktop: "KDE" oder "GNOME"? Das kann man um gehen, indem man erst einmal beide benutzt. Der erste Eindruck: GNOME ist wunderbar aufgeräumt, KDE dagegen vielseitiger ...
  • Was noch nicht läuft:
    • Die Anmeldung am lokalen Rechner und die Anmeldung im Netz lässt sich nicht ohne weiteres zusammenfassen.
    • Die Zeitsynchronisation über das Netz ist noch optimierbar, funktioniert aber über den ntp-Client inzwischen (19:50 Uhr) ganz gut.
    • Microsoft-Access-Datenbanken lassen sich nicht mit OpenOffice bearbeiten.
    • Etliche Bereiche begegnen einem auf Englisch - insbesondere "root" sollte Englisch können.
Fazit:
Eine echte Empfehlung zum Ausprobieren, aber nur, wenn man eine gute Internet-Anbindung hat und wenn man einen zweiten Rechner zur Verfügung hat, um gegebenenfalls recherchieren zu können, warum das nicht funktioniert, was man gerne funktionierend haben würde.

"oh what fun it is to ride in a Novell Suse SLED"

Nachtrag vom 2.11.2006:
Der Fun von Halloween ist über Nacht verblasst: da hat der SLED etliche Einstellungen z.B. zu Grafik und Maus wieder "vergessen" und das Freischalten der online-Updates funktioniert auch nicht ...

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Montag, 30. Oktober 2006
Zeitumstellung
In den Siebziger Jahren glaubte man, dass man Energie (=Erdöl) einsparen könnte, wenn man im Sommer die Leute dazu brächte, früher aufzustehen. Licht ist dann morgens schon von der Sonne genug da und abends muss man die Lampen erst eine Stunde später einschalten. Also könnte man da Energie für die Beleuchtung sparen ...

Nun war logischer Weise das Volk nicht einfach mit dem Appell "Aufstehen" aus den Betten zu scheuchen. Aber alle Welt war und ist daran gewöhnt ist, aufzustehen, wenn der Wecker zu einer bestimmten Uhrzeit klingelt. Also beschloss man, einfach die Uhr im Sommer eine Stunde vorzustellen. Und schon standen alle eine Stunde früher auf.

Eigentlich ist das eine Sensation, dass da in einem elementaren Punkt so einfach eine eingefahrene Verhaltensweise geändert werden kann.

Viele Berufstätige entdeckten darauf hin, dass es auch ein Leben außerhalb des Büros gibt: wenn auf dem Heimweg es noch hell ist, Biergärten und Schwimmbäder offen sind etc., lebt es sich einfach angenehmer. Der Zugewinn an Lebensqualität ist evident, zumal in der Kombination mit den hierzulande durchaus angenehmen Folgen der Klimaerwärmung.

Ein Phänomen bleibt allerdings unerklärt: auch nach jetzt 30 Jahren Zeitumstellung bleibt offen, warum es nach mehr oder weniger einhelliger Überzeugung all derjenigen, die meinen, sie verstünden etwas davon ("Experten"), es keine messbare Energieersparnis gibt.
    "...Das ursprünglich verfolgte Ziel der Energieeinsparung konnte durch die Sommerzeit laut Expertenaussagen in Deutschland nicht erreicht werden. Demnach falle die Energiebilanz sogar negativ aus, da durch das verschobene Aufstehen die Heizperiode verlängert werde und allerlei Aufwände für die Umstellungsprozeduren anfielen.

    Das wird von der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland auf Anfrage der FDP-Fraktion bestätigt. Auch nach diesen Angaben wird keine Energie gespart.

    Trotzdem wurde die Sommerzeit nach Ablauf der „Probezeit“ beibehalten. Ein Teil der Bevölkerung befürwortet die (scheinbar) längere Helligkeit der Sommerabende. Der Anteil der Befürworter in der Bevölkerung ist seit mehreren Jahren rückläufig und liegt zur Zeit bei ca. 51 % (Allerdings gibt es laut Sommerzeitgegnern auch Umfragen und Schätzungen, die das Gegenteil aussagen sollen). In den USA wurde während einer Probephase mit früherem Beginn der Sommerzeit 1974–1975 ein 1%iger Rückgang des gesamten Elektrizitätsverbrauches gemessen.

    Ende 2007 wird ein Bericht der EU-Kommission zu den Auswirkungen der Sommerzeit erwartet.
    (Quelle: Wikipedia zu Sommerzeit)
Varzil glaubt, dass das verlängerte Tageslicht während der Sommerzeit die Menschen dazu veranlasst, mehr "unterwegs" zu sein - was in der Regel mit Autofahren etc. verbunden ist. Und schon ist eine potentielle Einsparung durch weniger Licht durch vermehrte Aktion wie Autofahren u.ä. aufgebraucht.

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Freitag, 27. Oktober 2006
Der Totenschädel
Stillleben von Peter Claesz
("Stillleben" von Pieter Claesz 1596 -1661)

Wo doch jetzt alle mit dem Thema herumspielen:
    "Schädel
    So wie das Bild nur noch eine Form des einst Lebendigen darstellt, ist der Schädel nur noch eine Form des lebendigen Kopfs. Der Betrachter soll den Totenschädel als sein Spiegelbild wahrnehmen. Er versinnbildlicht auch heute noch am deutlichsten die Vergänglichkeit unserer Existenz."
    (Quelle für Text und Bild: Wikipedia zu Vanitas)

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