Samstag, 18. November 2006
Pause - Pause - Pause
Blogger.de hatte ein Problem; anscheinend hatte allerdings der Server-Hoster Hetzner das Problem - jetzt offenbar nicht mehr.

Ist nicht gerade die beste Reklame für Hetzner, wenn da Hunderte von Bloggern (Tausende?) auf Entzug gesetzt werden.
Nachtrag vom 20.11.2006
Die Probleme gehen weiter; das kommt einem vor wie kalter (Blog-)Entzug!

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Donnerstag, 16. November 2006
Koriander: 555 auf Linie


In weniger als 3 Stunden ist es vorbei: der Blick auf diese Seite oben rechts!.

Und da Varzil früher bei myblog.de geschrieben hat, den Counter zwischenzeitlich 'mal für 8 Monate abgestellt hat und auch sonst wenig auf "runde" Zahlen steht, stimmt das alles, was die Statistik da schreibt, nur "cum grano salis".

Und dennoch ein schöner Moment

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Die verbotene Plastiktüte
Eigentlich vernünftig, wass die Sansibaris sich da ausgedacht haben:
    "Zanzibar's ban on the import and production of plastic bags has come into effect..."

    [Zanzibar's Director of Environment Ali Juma said:]

    "Besides being an eyesore, plastic bags are very damaging to land and marine life and we are already threatened by the rapid pace of development."

    He said that anyone violating the ban risked a jail sentence of up to six months or a fine of $2,000 or both punishments. ..."
    (Quelle: BBB-online.de)
Wie gesagt: eine eigentlich nette Idee, Import und Herstellung von Plastiktüten (zu welchem deutschen Substantiv gibt es eigentlich keinen Wikipedia-Eintrag?) einfach zu verbieten: So einfach kann man es sich machen, und 2.000 $ sind auch eine effektivere Strafe als die 38 $ für einen Verstoß gegen das Bananen-Import-Verbot. Fraglich ist wiederum, ob das Verbot funktioniert, sprich von der Bevölkerung akzeptiert wird.

Vor ca. 30 Jahren hatte auch Deutschland die Nase voll von herumflatternden Plastiktüten. Allerdings wurden die Tüten nicht verboten - das hätte wohl niemand mitgemacht.
    Nebenbemerkung:
    "Jute statt Plastik" war ein netter Spruch, aber außerhalb der Müsli-, AKW- und Birkenstock-bewegten Szene blieb es bei dem Spruch. Lediglich die Alten gehen immer noch im Einkaufskorb und -Tasche los.
Statt eines Verbots wurde die Herstellung aus (haltbarem) PVC umgestellt auf eine Herstellung aus (unter UV-Licht zerfallendem) Polyäthylen. Außerdem kosteten die Dinger im Supermarkt auf einmal Geld, früher einen Groschen respektive 10 Pfennig, heute 10 Cent. Auch ohne striktes Herstellungs- und Importverbot ging so die Umweltbelastung deutlich zurück.

Varzil meint, dass es höchste Zeit wird, wieder einen Urlaub in Sansibar (s. Bild rechts von BBC-online) zu planen, natürlich nur, um sich einen Eindruck von der (Un-)Wirksamkeit der Verbote zu verschaffen .

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Zauberhaft: Zeitung ./ . Blog
Manchmal erfährt man mehr aus einem Blog als aus der Zeitung. In Bonn beispielsweise wird regelmäßig eine Inszenierung der Zauberflöte wiederholt, und ebenso regelmäßig berichtet die lokale Zeitung, der Generalanzeiger über die Wiederaufnahme. Das war jahrelang so.

Nun aber berichtet ein hier gern gelesenes Blog ebenfalls über die Wiederaufnahme. Und es ist schon nett, einen Text, der in der Zeitung auf den vermeintlichen Publikums­geschmack getrimmt wurde, neben den Text einer Opernbesucherin zu halten, die authentisch und unmittelbar zu dem Gesehenen und Gehörten Stellung nimmt. Hier ein paar Auszüge:
Generalanzeiger:
"...Dass der Prinz Tamino mit Bogen und Kescher, aber ohne Pfeil durch die Lande zieht, hat Librettist Schikaneder bestimmt. Schon beim Anblick der Schlange (oder der kahlen Nackten, die sie führt?) fällt er in Ohnmacht. .."
Sopran:
"...Auftritt Schlange. Die kommt mir weniger lächerlich vor als die letzten Male (zuerst 1996), es ist aber immer noch eine Türschlitzwurst von Ikea. Die nachte junge Frau, die der Schlange den Kopf führt zu Tamino möchte ich lobend erwähnen. Sie huscht nur für einen Moment durch die schiefe Schachtel, die das Bühnenbild ist. Pfeil war auch auf dem Bild, aber Taminos Kescher ist leer, und das wollte der Schikaneder auch so...."
Anmerkung:
    Das Blog kommt mit der Ikea-Türschlitz-Wurst-Metapher deutlich besser 'rüber. Der Autor hat die Inszenierung vor einigen Jahren gesehen und hat die "Schlange" einfach nur als lächerlich in Erinnerung. Die Nackte hatte er seinerzeit sicherlich gesehen, aber längst wieder vergessen. Nacktheit in der Oper ist für die männlichen Besucher zwar immer noch ein "Ei-Kätscher", sie prägt sich aber einfach nicht mehr als etwas Besonderes sein. Nackt sein macht da Sinn, wo es in die Handlung passt. Alles andere ist Regie-Mumpitz: Aus den Augen, aus dem Sinn.
Generalanzeiger:
"...Keine strahlende Heldenrolle ist Tamino gegeben, und Patrick Henckens bleibt in ihr schauspielerisch etwas hölzern, sänge­risch ohne rechten Glanz. Als Pamina war Anna Virovlansky (sowieso für die Rolle vorgesehen) für Julia Kamenik einge­sprungen. Virovlansky ist auch als Pamina eine bezaubernd-kokette Adele, als die sie in Bonn in der Fledermaus zu sehen war.

Ihr ist keine Spur von Verzweiflung über die Gefangenschaft anzumerken, und wen soll es wundern, dass ihr außer Tamino auch Sarastro (stimmlich blass: Andrej Telegin), Monostatos (Uwe Eikötter) und Papageno zu Füßen liegen?...Mark Morouse hatte sich erkältet, sang aber frisch und herzhaft, gerade so ungehobelt, wie es die Rolle verlangt, Virovlansky glockenhell und leicht. Zum ersten Mal in Bonn zu hören war die dänische Sopranistin Louise Fribo als Königin der Nacht. Sie sang "die" Arie sehr beweglich differenziert mit scheinbar leichter Höhe. Das geriet nicht völlig makellos, dafür mutig, ausdrucksstark und immer im Spiel.

So ist sie sängerisch wie schauspielerisch eine überzeugend böse, verzweifelte, rachsüchtige Mutter. Die akkurateste Ensembleleistung war von den drei Knaben zu hören: Maren Knopp, Joanna Lissai und Stephanie Altmann sind Mitglieder des Jugend­chores der Oper.

Sie füllten ihre Kurze-Hosen-Rolle unbekümmert aus, spielten und sangen dabei professionell. Mit den erwachsenen Sängerinnen und Sängern hatte der musikalische Leiter Erich Wächter trotz seines sehr exakten und durchsichtigen Dirigates mehr Schwierigkeiten. ..."
Sopran:
"...Der Tamino trägt eine Art Schlafanzug mit Pferdchenmotiven, weißblau, die Pamina Lachs, gräßliche Farbe, aber Anna Virovlansky kann nichts entstellen. Ich frage mich, ob sie für jede Besetzung ein anderes bezaubernd schönes Bildnis herstellen, denn dieses sieht Anna Virovlansky deutlich ähnlicher als der ausgefallenen Julia Kamenik. Alle vier anderen Frauen tragen rot-schwarz, die Männer gelb, Ethno-Muster, die Löwen, sind die neu? Sarastro hat eine Gazelle gejagt, man hat sich was geliehen beim "König der Löwen"-Musical, stelle ich mir vor. Die Löwen sind dramaturgisch so unwichtig.

Papageno, die Damen und Tamino jonglieren mit Totenschädeln. Darf man das heutzutage noch?

Streichen sollte man den armen Monostatos. Zieht irgendwie runter, die Figur, keiner liebt mich, weil ich schwarz bin. Und ich denke: Nein, keiner liebt Dich, weil Du ein Langweiler bist mit einer langen weiligen Arie und die nicht mal besonders toll singst. Wie soll man diese Rolle auch nur annähernd p.c. inszenieren? Ohne ihn würde die Oper auch funktionieren und statt dreieinviertel Stunden nur dreieinhalb Stunden dauern. Tamino ist eine trübe Tasse und wird es bis zum Ende und darüber hinaus bleiben, da können die Maurer noch so in ihn investieren.

Aufgabe des Sarastro ist, möglichst tief zu singen, und das macht er wohl ganz gut. Aufgabe der Königin der Nacht ist es, möglichst hoch zu singen, dafür muss ein Gaststar engagiert werden, einer, der noch bezahlbar ist, wie die Dänin Louise Fribo, die die Rolle noch nicht an der Met gesungen hat. Sie macht das gut, trifft nicht immer ganz genau da oben, aber sie traut sich, bei diesen ganzen schnellen hohen Tönen immer weiter zu spielen, hübsch böse und bitter und rachsüchtig, ich mag das.

Ein Durchbruch der Frauenbewegung, dass die drei Knaben statt mit Sänger­knaben oder drei selben oder weiteren Damen mit knackfrischen weiblichen Teenagern aus dem Jugend­chor der Oper besetzt sind. Die drei tragen weiße Kniestrümpfe und bieten die beste Ensembleleistung des Abends. Ihre Vor­stellung von Rhythmus deckt sich mit der des Dirigenten. Großer Spaß, die drei. Ihre Stimmen gerade noch kindlich, der zweite Knabe schon ziemlich kernig zu hören, das ist schön, da versteht man dann auch den Text richtig gut. ..."
Quelle: GeneralanzeigerQuelle: Sopran

Wenn die lokale Zeitung so offen und unverstellt schriebe wie die Bloggerin, würde man wahrscheinlich sogar den Generalanzeiger gerne lesen. Eine Formulierung wie:
    "... Ihre Vorstellung von Rhythmus deckt sich mit der des Dirigenten. ..."
muss man sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen. Viel schöner kann man den Rest des Ensembles nicht abqualifizieren. Wie blass und kraftlos ist dagegen die Zeitung:
    "...Mit den erwachsenen Sängerinnen und Sängern hatte der musikalische Leiter Erich Wächter trotz seines sehr exakten und durchsichtigen Dirigates mehr Schwierigkeiten...."
Vermutlich aber bleibt bei der Zeitung alles so seriös bis bieder, gediegen und glattgeschmirgelt wie die letzten 100 Jahre. Wozu auch sich ändern, junge Leute kaufen eh keine Zeitung mehr, und wenn sich der Ton radikal ändert, kündigen auch die Alten. Varzil weist zusätzlich darauf hin, dass Zeitungsmacher wohl nur selten Weblogs lesen.

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Mittwoch, 15. November 2006
IT-Messe einmal anders
    OpenSource-ler, kommst Du nach Kölle,
    melde dorten,
    Du habest uns stehen gesehen,
    wie das Messe-Gesetz es befiehlt.
Auf der LinuxWorld heute in Köln: Schon der Hinweg ist spannend. Die Bahn hat - schon in Bonn - die bahn­typischen 5 Minuten Ver­spätung. Wie am Montag u.a. in der Süddeutschen zu lesen war, wertet die Bahn eine Ver­spätung von 5 Minuten aber nicht als Ver­spätung.
    "...Ein Zug gilt als verspätet, wenn die angegebenen Ankunfts- oder Abfahrtszeiten um mehr als fünf Minuten verfehlt werden....
    (Quelle: Süddeutsche online)
Der Bahnhof Köln-Deutz liegt direkt neben der Messe. Allerdings wird die Kölner Messe wird zur Zeit umgebaut. Richtiger Eingang für die LinuxWorld wäre der Eingang "Ost" gewesen; entsprechende Hin­weis­schilder - es soll sie tatsächlich geben - waren aber nicht wahrnehmbar.

Der Autor wendet sich also - schließlich ist man man ja König Kunde - dem hochmodernen spiegelglanzpolierten Haupteingang zu. Ein Foyer, sicher 20 Meter mal 50 Meter groß und riesig hoch, mit mehr als 30 Kassen, Infopoint und allem modernen Hochglanz-Schnickschnack, aber buchstäblich menschenleer. Kein Mensch zu sehen. Nirgends.

Man geht also einfach weiter und kommt nach wenigen Schritten hinter dem Foyer in einen Baustellenbereich, sodann in eine gespenstisch leere Messehalle. Leere Messehallen sind riesig. Hier gähnt es schon wieder vor Menschenleere.

Daher wendet man sich mehr oder weniger intuitiv nach rechts Richtung Halle 11 und steht dann in Halle 11.1 vor den Resten einer Messe - grobe Holz­trenn­wände, Müllsäcke, Dreck. Vielleicht von der www.modellbahn-koeln.de - dort gab es das 4. Kölner "Echtdampf-Treffen", oder ist die Linux­World schon vorbei und man hatte sich nur das falsche Datum gemerkt? Nichts dergleichen. Die Halle 11 ist dreistockig, irgendwo in der Halle ist Betrieb, offenkundig in Halle 11.2, wie der forschende Besucher nach einem Aufstieg im Treppenhaus merkt.
    Merke:
    Rolltreppen funktionieren nur dort, wo auch tatsächlich eine Messe stattfindet
Im Obergeschoss (11.2) begrüßt einen wieder gähnende Leere! Aber hinter 5 Meter hohen geschlossenen Metalltoren hört man Messe-typisches Gemurmel. Also gilt es nur noch, einen Durchbruch in der mit den Metalltoren abgetrennten Halle zu finden. Das Notausgangssystem bietet dazu genug Gelegenheit.
    So kann man sich auch dann den Eintritt sparen, wenn man nicht bereits eine Gästekarte von einer teilnehmenden Firma bekommen hat.
Und dann: viel Licht, viele Männer, einige (wenige) meist junge Frauen. Viel Prospekte, Bildschirme, Projektoren. Enge Gänge. Kleine Stände.

Gut, dass der Andrang sich in überschaubaren Grenzen hält. Die Relation von Ausstellern und Besuchern ist aber genau richtig:
  • Man kann einen Stand betreten und findet die meisten Aussteller-Vertreter im Gespräch, kriegt aber schnell einen Ansprechpartner.
  • Ein Rundgang ist schnell gemacht. Innerhalb von ca. 20 Minuten hat man einen Eindruck gewonnen, wer alles "da" ist.
  • Kaffee und Plätzchen gibt's auch.
  • Liebenswert der Stand von "OpenOffice.org e.V.": alles "Ehrenamtliche", keine Schlips- und Kostümträger, sondern: Man trägt vorwiegend das nihilistische Intellektuellen-Schwarz. Auch eine hauptberufliche Hausfrau ist dabei. Wie kommt die wohl an eine "Vertretung" für zuhause?
  • Ansonsten: allenthalben viel Begeisterung für das eigene Produkt, verbunden mit offenen oder versteckten Seitenhieben auf die "microsoft-hörige" Konkurrenz.
  • Völlig neu für den CeBIT-geschädigten IT-ler ist die Erfahrung, dass man nach 3 Stunden so ungefähr das Spektrum der in Betracht kommenden Fragen gestellt hat, mehr oder weniger zufriedenstellende Antworten erhalten hat, und dann sich wieder auf den Heimweg machen kann.
Einziges Manko: Es gibt wegen der Heimreise schon gegen Mittag keine Erfahrungen zu den eventuell nach Messeschluss abends noch zu verköstigenden Bier-Sorten...

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