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Dienstag, 21. November 2006
Weitergabe von Information
varzil, 17:09h
Die Weitergabe von Informationen über Generationen hinweg hat ihre Tücken, jeweils abhängig von dem Verfahren. Angeregt durch ein Interview von Joachim Polzer mit Günter Lützkendorf in Telepolis zum Thema "Schwarzes Loch im digitalen Gedächtnis" kann man sich ganz generell ja mal fragen, wie man Informationen über die Jahrhunderte hinweg transportiert:
Religionen haben ihre Informationen zum Teil über sehr sehr lange Zeit weitgehend original übertragen, und zwar durch emotionale Mittel: den Menschen wird eine Bindung an die Botschaft zugemutet, das Medium (Bibel, Koran) ist oft besonders geschützt, und es gibt in aller Regel eine besondere "Kaste", die für die Informationsübermittlung zuständig ist (Priester u.ä.).
Varzil fragt sich, wie sinnvoll es ist, alle Informationen verfügbar zu halten. Eine gewisse Menge an Selektion bei der Information wirkt sich womöglich positiv auf deren Qualität aus.
- Zunächst und über Tausende von Jahren haben Eltern ihren Kindern erzählt, was sie wissen.
- Später lernten einige Menschen besondere Informationen auswendig und trugen sie bei besonderen Gelegenheiten vor. (z. Homers Iliias, Nibelungenlied).
- Risiko:
Die mündliche Übertragung funktioniert zunächst reibungslos. Störungen entstehen vor allem nach der Übertragung, weil die Information durch Erinnerungslücken u. ä. verfälscht werden. - Parallel dazu entwickelten die Menschen die Schrift, um bewahrenswerte Informationen weiterzugeben, malten Bilder und Zeichnungen, schufen Skulpturen und Gebäude.
- Risiko:
Schriftliche Überlieferungen sind weitgehend gegen Verfälschungen gefeit. Wenn man allerdings Pech hat, sind die Informationen in einer Sprache geschrieben, die keiner mehr lesen bzw. verstehen kann (z.B. Etrusker, Maya).
Bilder sind zwar zunächst universell verständlich, aber können abstrakte Inhalte nicht ohne weiteres abbilden. - Seit ca. 100 Jahren gibt es informationen auf Tonträgern (Schallplatte, CD, DVD), Bildträger (Fotopapier, Filme CD, DVD) und weitere Informationsträger wie z.B. Magnetbänder und Festplatten.
- Risiko:
Die neueren Verfahren haben ähnliche Probleme: Schallplattenspieler gibt es zwar noch, aber wie lange noch?
Die frühen Rundfunksendungen wurden auf Draht aufgezeichnet: wie spielt man die heutzutage ab?
Magnetbänder gibt es zwar noch im Bereich der Datensicherung, aber die Produkte ändern sich extrem schnell. Das Einlesen alter Bänder in neuen Bandlesegeräten wird zum Glücksspiel. - Seit wenigen Jahren gibt es das Internet: die Informationen liegen "irgendwo im Netz", vermutlich auch auf Festplatten, genaueres muss den Informationshungrigen nicht interessieren. Das Material des Datenträgers verliert damit an Bedeutung.
- Risiko:
Auch hier stellt sich aber die Frage, wie die Inhalte lesbar bleiben. Zwar ist es für Software in der Regel einfacher, alte Datei-Formate einzulesen. Aber auch das hat seine Grenzen: Was ist mit proprietären Datei-Formaten, wenn das Unternehmen nicht mehr existiert? Es gibt genug Firmen und Programmierer, die sich eben nicht so weit in ihre Karten gucken lassen wollen.
Religionen haben ihre Informationen zum Teil über sehr sehr lange Zeit weitgehend original übertragen, und zwar durch emotionale Mittel: den Menschen wird eine Bindung an die Botschaft zugemutet, das Medium (Bibel, Koran) ist oft besonders geschützt, und es gibt in aller Regel eine besondere "Kaste", die für die Informationsübermittlung zuständig ist (Priester u.ä.).
Varzil fragt sich, wie sinnvoll es ist, alle Informationen verfügbar zu halten. Eine gewisse Menge an Selektion bei der Information wirkt sich womöglich positiv auf deren Qualität aus.
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Montag, 20. November 2006
TIME: Libera Bavaria
varzil, 19:31h
Wie schön manche ausländischen Journalisten doch schreiben können:
NB:
Der Aufsatz befasst sich mit dem bevorstehenden Papst-Besuch in der Türkei nach der hier schon wiederholt kommentieren Regensburger Vorlesung von Benedikt XVI. und bringt eine nette Anekdote zur Auseinandersetzung zwischen Islam und Christentum:
Dummer Weise hat die islamische Seite nicht nur kein Oberhaupt, der dem Papst erwidern könnte, sondern auch inhaltlich wohl noch keine überzeugende Antwort gefunden, außer darauf zu verweisen, dass auch das Christentum in Sachen "Gewalt" nicht gerade eine blütenweiße Weste hat ...
- " ... Moreover, what had initially propelled John Paul to the center of the world stage was his challenge to communism and its subsequent fall, a huge geopolitical event that the Pope helped precipitate with two exhilarating visits to his beloved Polish homeland. By contrast, what could Benedict do? Liberate Bavaria? ...
(Quelle: DAVID VAN BIEMA, JEFF ISRAELY/ROME in TIME Magazin online)
NB:
Der Aufsatz befasst sich mit dem bevorstehenden Papst-Besuch in der Türkei nach der hier schon wiederholt kommentieren Regensburger Vorlesung von Benedikt XVI. und bringt eine nette Anekdote zur Auseinandersetzung zwischen Islam und Christentum:
- "...In the 13th century, during the middle of the Fifth Crusade, St. Francis of Assisi briefly departed Italy and journeyed to the Holy Land to evangelize to the Muslims.
According to Christian traditions, he preached the gospel to the Sultan, only to be told that Muslims were as convinced of the truth of Islam as Francis was of Christianity. At that, Francis proposed that he and a Muslim walk through a fire to test whose faith was stronger.
The Sultan said he didn't know whether he could locate a volunteer. Francis said he would walk through the fire by himself. Impressed with Francis' devotion, the Sultan, while maintaining his own faith, agreed to a truce between the two warring sides. ..."
(Quelle: DAVID VAN BIEMA, JEFF ISRAELY/ROME in TIME Magazin online)
Dummer Weise hat die islamische Seite nicht nur kein Oberhaupt, der dem Papst erwidern könnte, sondern auch inhaltlich wohl noch keine überzeugende Antwort gefunden, außer darauf zu verweisen, dass auch das Christentum in Sachen "Gewalt" nicht gerade eine blütenweiße Weste hat ...
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Der Daum-Traum
varzil, 18:31h
Der Eff-Zeh (Köln) war schon immer für eine Nachricht gut. Wohl kaum ein Junge konnte in den 60er- und 70er Jahren im Dunstkreis von Köln aufwachsen, ohne an den Triumphen und Niederlagen des 1. FC Köln teilzuhaben.
Und auch wenn dem Autor Fußball ungefähr so wichtig ist wie Modelleisenbahnbau oder Briefmarkensammeln, das Schicksal des FC begleitet ihn noch immer montagmorgendlich bei der Zeitungslektüre. Die Wochenendergebnisse der Bundesliga muss man spätestens beim Treffen mit den Kollegen bereit haben.
Seit einiger Zeit ist der unaufmerksame Fußballzeitungsleser allerdings gezwungen, zwei Tabellen zu studieren, wenn man das Schicksal des EffZeh nicht weiter verinnernlicht hat als das z. B. der "inverted Jenny".
Momentan ist beim EffZeh 2. Liga angesagt. Und da die Fußballer auf dem Rasen keinen Erfolg hatten, entließ man den Trainer. Die innere Logik sagt einem zwar, dass das das Fußballspiel der Mannschaft nicht ohne weiteres verbessert.
Nur zur Erinnerung und für diejenigen, die von Fußball, Briefmarken und Modelleisenbahn noch weniger verstehen:
Und weil Christoph Daum, der
Die lokale Boulevard-Zeitung Express hatte die Spekulationen heftig forciert und formulierte am letzten Dienstag Daums Antwort so:
Am Freitag noch sendete EinsLive (der Jugendsender des WDR) aus Jux(?) eine Meldung darüber, dass Daum es sich noch einmal überlegt habe und nun doch den FC trainieren wollte.
Am Sonntag dann war der Jux amtlich. Daum hat es sich tatsächlich anders überlegt und wird Trainer beim EffZeh. Für 4 Jahre. Auch in der 2. Bundesliga. (Ob es da eine Regionalliga-Klausel gibt?)
Man reibt sich die Augen und wundert sich. Seriöses Geschäftsgebahren sieht anders aus. Am ehesten lässt sich das Verhalten noch erklären, wenn der EffZeh ein paar Euroscheine mehr aus dem Podolski-Transfer auf den Tisch gelegt hat. Vielleicht hat Daum aber wirklich emotional entschieden und will sich für "seine Heimat" stark machen. Der "Schnee" von Kölle is jood...
Und auch wenn dem Autor Fußball ungefähr so wichtig ist wie Modelleisenbahnbau oder Briefmarkensammeln, das Schicksal des FC begleitet ihn noch immer montagmorgendlich bei der Zeitungslektüre. Die Wochenendergebnisse der Bundesliga muss man spätestens beim Treffen mit den Kollegen bereit haben.
Seit einiger Zeit ist der unaufmerksame Fußballzeitungsleser allerdings gezwungen, zwei Tabellen zu studieren, wenn man das Schicksal des EffZeh nicht weiter verinnernlicht hat als das z. B. der "inverted Jenny".
Momentan ist beim EffZeh 2. Liga angesagt. Und da die Fußballer auf dem Rasen keinen Erfolg hatten, entließ man den Trainer. Die innere Logik sagt einem zwar, dass das das Fußballspiel der Mannschaft nicht ohne weiteres verbessert.
Nur zur Erinnerung und für diejenigen, die von Fußball, Briefmarken und Modelleisenbahn noch weniger verstehen:
- Der Trainer trainiert, aber spielt (meistens) nicht mit!
Und weil Christoph Daum, der
- als aktiver Spieler in Köln gespielt und
- später den EffZeh schon mal trainiert hat,
- nach zwischenzeitlichen Intermezzi u.a. in Leverkusen,
- Stuttgart und
- Istambul den Trainerstuhl besetzte,
Die lokale Boulevard-Zeitung Express hatte die Spekulationen heftig forciert und formulierte am letzten Dienstag Daums Antwort so:
- "Aus der Daum!"
Am Freitag noch sendete EinsLive (der Jugendsender des WDR) aus Jux(?) eine Meldung darüber, dass Daum es sich noch einmal überlegt habe und nun doch den FC trainieren wollte.
Am Sonntag dann war der Jux amtlich. Daum hat es sich tatsächlich anders überlegt und wird Trainer beim EffZeh. Für 4 Jahre. Auch in der 2. Bundesliga. (Ob es da eine Regionalliga-Klausel gibt?)
Man reibt sich die Augen und wundert sich. Seriöses Geschäftsgebahren sieht anders aus. Am ehesten lässt sich das Verhalten noch erklären, wenn der EffZeh ein paar Euroscheine mehr aus dem Podolski-Transfer auf den Tisch gelegt hat. Vielleicht hat Daum aber wirklich emotional entschieden und will sich für "seine Heimat" stark machen. Der "Schnee" von Kölle is jood...
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Samstag, 18. November 2006
Pause - Pause - Pause
varzil, 01:07h
Blogger.de hatte ein Problem; anscheinend hatte allerdings der Server-Hoster Hetzner das Problem - jetzt offenbar nicht mehr.
Ist nicht gerade die beste Reklame für Hetzner, wenn da Hunderte von Bloggern (Tausende?) auf Entzug gesetzt werden.
Ist nicht gerade die beste Reklame für Hetzner, wenn da Hunderte von Bloggern (Tausende?) auf Entzug gesetzt werden.
Nachtrag vom 20.11.2006
Die Probleme gehen weiter; das kommt einem vor wie kalter (Blog-)Entzug!... link (0 Kommentare) ... comment ...bereits 687 x gelesen
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