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Freitag, 24. November 2006
"Alien"
varzil, 14:26h
"Alien" ist nicht nur eine Folge guter SF-Filme (Bild rechts bei: german.imdb.com). "Alien" hat im amerikanischen Englisch die Bedeutung von "fremd".Fremdsprachen sind tückisch und Gesetzestexte nicht minder. Wer als Deutscher den "Military Commissions Act of 2006" von September 2006 liest, den beschleicht ein mulmiges Gefühl bei der Definition von "alien". Im Kern enthält der MCA die Rechtsgrundlage dafür, dass Kafka und die CIA zusammen finden. Und da passt die (deutsche) Assoziation einfach unheimlich gut:
- "...
(3) ALIEN- The term `alien' means a person who is not a citizen of the United States...."
(Quelle: Military Commissions Act of 2006 Sec. 3 Chapter 47a Subchapter I Sec. 948a (3))
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Kafka und die CIA
varzil, 13:09h
Gelegentlich gibt es Meldungen, die machen auch den regelmäßigen Nachrichtenleser sprachlos (via 1115.org):
Wer das alles schon wieder verdrängt hat, hier nur eine kleine Erinnerung:
- " [... Guantanamo Bay inmate Majid Khan...]
Mr. Khan was one of the al-Qaeda suspects who was detained in a secret prison of the CIA and subjected to "alternative" interrogation tactics -- the administration's chilling phrase for methods most people regard as torture. Now the government is arguing that by subjecting detainees to such treatment, the CIA gives them "top secret" classified information -- and the government can then take extraordinary measures to keep them quiet about it. ..."
(Quelle: Washington Post online vom 21.11.2006)
Wer das alles schon wieder verdrängt hat, hier nur eine kleine Erinnerung:
- "Folter sei, sagt der amerikanische Geschichtsprofessor Alfred McCoy, auf dem besten Weg, „zum ersten Mal in über 200 Jahren amerikanischer Rechtsgeschichte Einzug in unser Justizsystem zu halten“.
...
Zwei „klassische Varianten“ seien „Stresspositionen“ wie stundenlanges Kauern in der Hocke sowie „Desorientierung“. Dabei wird der Gefangene in völliger Stille gehalten und dann von einem Moment auf den anderen mit extrem lauter Heavy-Metal-Musik beschallt, aus absoluter Isolation geht es in extrem intensive Befragung, von völliger Dunkelheit in gleißendes Licht. Sogar das sogenannte „Waterboarding“, sagt McCoy, sei nicht verboten. „Waterboarding“, auf Deutsch „Wasserkur“, läuft darauf hinaus, dass der Gefangene am Ende fest davon überzeugt ist, zu ertrinken. ..."
(Quelle: Tagesspiegel)
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Mittwoch, 22. November 2006
"zu"
varzil, 17:10h
Worüber man so stolpert im Alltag: heute das kleinewörtchen "zu". Und es geht nicht um den alten Spruch:
Warum eigentlich nicht?
"Zu" ist offenkundig kein Adjektiv, funktioniert aber als Adverb. Aber wieso? Die Duden-Suche zeigt an, dass sie über sieben verschiedene Bedeutungen von "zu" etwas sagen möchte - natürlich nur gegen Geld -, nirgends aber gibt es eine Andeutung, dass eine der Bedeutungen "zu" im Sinne von "geschlossen" meint.
Wictionary ist eher noch weniger schlau.
Verflixt und zugenäht: keiner sagt was zu "zu". Um zu verzweifeln, ist das doch zu blöd. Zu dem Thema noch mehr zu schreiben, auch. Also sagen wir zu "zu" nichts, weder zu Wasser noch zu Lande, zur Hälfte freiwillig, zur Hälfte notgedrungen und machen den Sack hier zu.
-
“Wer "brauchen" ohne "zu" gebraucht, braucht "brauchen" überhaupt nicht zu gebrauchen.”
Warum eigentlich nicht?
"Zu" ist offenkundig kein Adjektiv, funktioniert aber als Adverb. Aber wieso? Die Duden-Suche zeigt an, dass sie über sieben verschiedene Bedeutungen von "zu" etwas sagen möchte - natürlich nur gegen Geld -, nirgends aber gibt es eine Andeutung, dass eine der Bedeutungen "zu" im Sinne von "geschlossen" meint.
Wictionary ist eher noch weniger schlau.
Verflixt und zugenäht: keiner sagt was zu "zu". Um zu verzweifeln, ist das doch zu blöd. Zu dem Thema noch mehr zu schreiben, auch. Also sagen wir zu "zu" nichts, weder zu Wasser noch zu Lande, zur Hälfte freiwillig, zur Hälfte notgedrungen und machen den Sack hier zu.
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Dienstag, 21. November 2006
Weitergabe von Information
varzil, 17:09h
Die Weitergabe von Informationen über Generationen hinweg hat ihre Tücken, jeweils abhängig von dem Verfahren. Angeregt durch ein Interview von Joachim Polzer mit Günter Lützkendorf in Telepolis zum Thema "Schwarzes Loch im digitalen Gedächtnis" kann man sich ganz generell ja mal fragen, wie man Informationen über die Jahrhunderte hinweg transportiert:
Religionen haben ihre Informationen zum Teil über sehr sehr lange Zeit weitgehend original übertragen, und zwar durch emotionale Mittel: den Menschen wird eine Bindung an die Botschaft zugemutet, das Medium (Bibel, Koran) ist oft besonders geschützt, und es gibt in aller Regel eine besondere "Kaste", die für die Informationsübermittlung zuständig ist (Priester u.ä.).
Varzil fragt sich, wie sinnvoll es ist, alle Informationen verfügbar zu halten. Eine gewisse Menge an Selektion bei der Information wirkt sich womöglich positiv auf deren Qualität aus.
- Zunächst und über Tausende von Jahren haben Eltern ihren Kindern erzählt, was sie wissen.
- Später lernten einige Menschen besondere Informationen auswendig und trugen sie bei besonderen Gelegenheiten vor. (z. Homers Iliias, Nibelungenlied).
- Risiko:
Die mündliche Übertragung funktioniert zunächst reibungslos. Störungen entstehen vor allem nach der Übertragung, weil die Information durch Erinnerungslücken u. ä. verfälscht werden. - Parallel dazu entwickelten die Menschen die Schrift, um bewahrenswerte Informationen weiterzugeben, malten Bilder und Zeichnungen, schufen Skulpturen und Gebäude.
- Risiko:
Schriftliche Überlieferungen sind weitgehend gegen Verfälschungen gefeit. Wenn man allerdings Pech hat, sind die Informationen in einer Sprache geschrieben, die keiner mehr lesen bzw. verstehen kann (z.B. Etrusker, Maya).
Bilder sind zwar zunächst universell verständlich, aber können abstrakte Inhalte nicht ohne weiteres abbilden. - Seit ca. 100 Jahren gibt es informationen auf Tonträgern (Schallplatte, CD, DVD), Bildträger (Fotopapier, Filme CD, DVD) und weitere Informationsträger wie z.B. Magnetbänder und Festplatten.
- Risiko:
Die neueren Verfahren haben ähnliche Probleme: Schallplattenspieler gibt es zwar noch, aber wie lange noch?
Die frühen Rundfunksendungen wurden auf Draht aufgezeichnet: wie spielt man die heutzutage ab?
Magnetbänder gibt es zwar noch im Bereich der Datensicherung, aber die Produkte ändern sich extrem schnell. Das Einlesen alter Bänder in neuen Bandlesegeräten wird zum Glücksspiel. - Seit wenigen Jahren gibt es das Internet: die Informationen liegen "irgendwo im Netz", vermutlich auch auf Festplatten, genaueres muss den Informationshungrigen nicht interessieren. Das Material des Datenträgers verliert damit an Bedeutung.
- Risiko:
Auch hier stellt sich aber die Frage, wie die Inhalte lesbar bleiben. Zwar ist es für Software in der Regel einfacher, alte Datei-Formate einzulesen. Aber auch das hat seine Grenzen: Was ist mit proprietären Datei-Formaten, wenn das Unternehmen nicht mehr existiert? Es gibt genug Firmen und Programmierer, die sich eben nicht so weit in ihre Karten gucken lassen wollen.
Religionen haben ihre Informationen zum Teil über sehr sehr lange Zeit weitgehend original übertragen, und zwar durch emotionale Mittel: den Menschen wird eine Bindung an die Botschaft zugemutet, das Medium (Bibel, Koran) ist oft besonders geschützt, und es gibt in aller Regel eine besondere "Kaste", die für die Informationsübermittlung zuständig ist (Priester u.ä.).
Varzil fragt sich, wie sinnvoll es ist, alle Informationen verfügbar zu halten. Eine gewisse Menge an Selektion bei der Information wirkt sich womöglich positiv auf deren Qualität aus.
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