Mittwoch, 13. Dezember 2006
Krebs
Mit zunehmendem Alter muss man sich offenkundig daran gewöhnen, dass sich die Krebs-Erkrankungen bei gleichaltrigen und älteren Kolleginnen und Kollegen häufen.

Zugegeben: Es ist schon nicht einfach, mit der eigenen Angst vor einem ähnlichen Schicksal umzugehen. Und wenn es nette Kollegen getroffen hat, fällt das erst recht sehr schwer.

Varzil schweigt dazu und verkneift sich jeden zynischen Hinweis darauf, dass man, bevor die Angst überhand nimmt, vielleicht doch besser in ein "junges" Unternehmen wechseln sollte....

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Dienstag, 12. Dezember 2006
Geld
Der Autor bezahlt seit Jahren mit der ec-Karte.

Bargeld holen, um es dann anderswohin zu tragen, um dann wieder neues Bargeld zu holen, ist einer der sinnentleerten Verhaltensweisen der Moderne.

Wenn aber die ec-Karte "Karte nicht zulässig) streikt, ist man wieder auf das Bare angewiesen. Der Service der Banken in dem Bereich ist arg zurückgefahren - "Holen Sie bitte Ihr Bargeld am Automaten" ... Ja, schon gut, wäre ja schön, wenn das ginge.

Also zum Schalter und dann zur Kasse... Lebenszeit, die man anderweitig entspannter verleben könnte.

Nachtrag 18:15 Uhr:
Nach Rückkehr um eine neue (nicht unbedingt bessere) Einsicht reicher:

An der "Kasse" gibt es kein Geld ("schon seit Monaten nicht mehr") - man kriegt nach Vorzeigen seines Personalausweises und Erläuterung des Geldwunsches ("ec-karte defekt; nein, eine Neue ist schon beantragt") eine Plastikkarte, mit der man zum Geldautomaten muss. Der Automat gibt dann das Geld heraus.

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Montag, 11. Dezember 2006
Sauber
Ein sicherlich schon generationenaltes Diskussionsthema ist die Frage, wann etwas "sauber" ist.

Die Frage, was eigentlich "sauber" ist, kann man auch nicht einfach durch einen Blick in ein Nachschlagewerk klären:
    sau|ber [Adj. ]
    1. rein, frei von Verschmutzung, frisch gewaschen; ein ~es Hemd; ~e Luft; ~es Wasser; eine Wohnung s. halten; die Kinder s. halten in sauberem Zustand erhalten; die Wohnung s. machen; [ugs. auch o. Obj.] ich habe heute noch nicht s. gemacht (erg.: die Wohnung) noch nicht gereinigt; s. sein [übertr., ugs.] kein Rauschgift mehr nehmen
    2. so, wie es sein soll, ordentlich, sorgfältig; ~e Arbeit; ~e Schrift; s. geführte Rechnungsbücher
    3. [übertr., ugs.] einwandfrei, anständig, lauter; ein ~er Charakter; ~es Verhalten
    4. [iron.] nichtsnutzig, nicht anständig; ein ~es Bürschchen; deine ~e Verwandtschaft
    5. [ugs.] reichlich, beachtlich; das hat eine ~e Stange Geld gekostet
    6. [süddt., österr., schweiz.] hübsch anzusehen; ein ~es Mädchen
    ..."
    (Quelle: Bertelsmann Wörterbuch bei wissen.de)
So nett die einzelnen Bedeutungen sind, die Frage, ab wann man etwas als "sauber" bezeichnen kann, bleibt offen.

Eine sicherlich nicht zu unterschätzende Rolle spielt da die Große Erziehugnsmaschine der Nation, das Fernsehen. Spätestens seit der Grauschleier-Werbung
    (Persil, Ariel, Fakt, Weißer Riese - gibt es eine Waschmittelwerbung, die nicht demonstriert, wie schlecht alle anderen Waschmittel waschen ???)
wissen alle Leute, dass frisch gewaschene Wäsche aus der Waschmaschine nicht automatisch sauber ist.

Sauberkeit ist ein offenkundig fremdbestimmtes Ziel.
    (Der Fleck, der schon seit 10 Wäschen in der Jeans bleibt und nicht rausgeht, egal, was man macht, stört eigentlich nur optisch - ist die 10-mal gewaschene Hose deswegen jetzt permanent dreckig?)
Fremdbestimmung bei der Sauberkeit beginnt ganz früh: Kinder, die versuchen, ohne Händewaschen zum Essen zu kommen und zurückgeschickt werden, zeigen beim zweiten Mal nasse Hände vor - ob sie sauber sind, entscheiden die Eltern.

Jungs schrubben als Rekruten in der Grundausbildung Freitag Mittag die Stube. Ob die Stube aber sauber ist und die Jungs nach Hause dürfen, entscheidet der Spieß. Mädels können ihre Sträuße in Sachen "Sauberkeit" (Zimmer aufräumen, Wäsche waschen etc.) meist nur mit der Mutter ausfechten und sind, solange sie unter deren Fuchtel stehen, meist Anhänger der "ist schon gut so"-Theorie. Das ändert sich aber spätestens, wenn sie eigene Kinder haben.

Grundsätzlich hält derjenige, der putzt, das Ergebnis seines Tuns für "sauber". Wer hingegen mit der Lupe oder dem Mikroskop sucht, wird auch an den saubersten Dingen etwas zu beanstanden finden.

Weil "sauber" objektiv nicht definierbar ist, hat unterschiedliches Sauberkeitsempfinden ein kaum zu überschätzendes Konfliktpotential. Nicht vergessen sollte man dabei, dass die subjektive Einstellung zu Schmutz, Dreck und Unsauberkeit in erster Linie emotional fundiert ist ("Ekel"). Ein Streit um Sauberkeit ist damit mehr oder weniger automatisch ein emotionaler Streit - da kann man nicht Recht oder Unrecht haben.

Varzil nennt das sauber, was er nicht (mehr) genauer auf Dreck untersuchen will. Eine "Varzeline" würde das vermutlich als "Wahrnehmungs-Faulheit" werten.

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