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Freitag, 9. Februar 2007
Kohle zu Ende?
varzil, 15:27h
Die Subventionierung des Steinkohlebergbaus wird eingestellt.
Oder um den Ministerpräsidenten zu zitieren:
"Gestern war ein historischer Tag. Gestern haben wir den Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau in Nordrhein-Westfalen beschlossen. Der Bund und die große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und des Saarlands, die RAG und die IGBCE haben zugestimmt. Heute beginnt eine neue Zeit in der Wirtschafts- und Industriegeschichte Nordrhein-Westfalens...."
(Quelle: Rede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers am 8. Februar 2007 im Düsseldorfer Landtag)
(Bild von Anthrazit aus der Wikipedia)(Quelle: Rede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers am 8. Februar 2007 im Düsseldorfer Landtag)
Soweit so gut: Damit wird immerhin ein Kapitel abgeschlossen, dass schon vor 25 Jahren hätte geschlossen werden sollen. Ein Dozent an der Verwaltungshochschule Speyer rechnete seinerzeit vor, dass man gutes Geld sparen könnte, wenn man alle Kumpels nach A 15 BBesO (Regierungsdirektor) besoldet, die Zechen dicht macht und Importkohle verfeuert.
Wie gesagt, soweit so gut. Bemerkenswert allerdings:
Drittens wollen wir die Wirtschaftspolitik in der Metropole Ruhr auf Leitmärkte und Technologiefelder konzentrieren. Dies sind aus Sicht der Landesregierung zum Beispiel:
die Energiewirtschaft;
...
Die Energiewirtschaft: Sie bleibt für das Ruhrgebiet ein zentrales Feld. In der Region hat sich eine Dichte an energiewirtschaftlichem und -technologischem Know-How entwickelt, die ihresgleichen sucht.
Von strategischer Bedeutung sind für Nordrhein-Westfalen die Investitionen in neue, hochmoderne Kraftwerke mit einem Gesamtvolumen von über 8 Milliarden Euro. Alleine im Ruhrgebiet stehen Kraftwerksinvestitionen von über 5,5 Milliarden Euro an:
RWE will in Hamm ein neues Steinkohlekraftwerk errichten,
...
(Quelle: die selbe Rede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers am 8. Februar 2007 im Düsseldorfer Landtag)
die Energiewirtschaft;
...
Die Energiewirtschaft: Sie bleibt für das Ruhrgebiet ein zentrales Feld. In der Region hat sich eine Dichte an energiewirtschaftlichem und -technologischem Know-How entwickelt, die ihresgleichen sucht.
Von strategischer Bedeutung sind für Nordrhein-Westfalen die Investitionen in neue, hochmoderne Kraftwerke mit einem Gesamtvolumen von über 8 Milliarden Euro. Alleine im Ruhrgebiet stehen Kraftwerksinvestitionen von über 5,5 Milliarden Euro an:
RWE will in Hamm ein neues Steinkohlekraftwerk errichten,
...
(Quelle: die selbe Rede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers am 8. Februar 2007 im Düsseldorfer Landtag)
Was sagt uns unserer Ministerpräsident da? Wir machen die Zechen dicht und bauen direkt daneben ein neues Steinkohlekraftwerk.
Das klingt schon richtig klug. Fehlt nur noch der Hinweis, dass wir uns einerseits ganz heftig für die CO2-Reduktion einsetzen und andererseits Frau Merkel die geplanten EU-Umweltauflagen für die Auto-Industrie angreift und zu Fall bringt.
Varzil erlaubt sich darauf hinzuweisen, dass fossile Themen (Kohle und KMK) wieder schwer im Kommen sind.
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Donnerstag, 8. Februar 2007
Die KMK ist wieder da
varzil, 18:24h
Der Uni-Spiegel erklärt es den angehenden Semestern ganz langsam:
Ein schöner Artikel - mit vielen netten Sottisen und Einblicken. ...
Wirklich.
Eines allerdings verwundert: Das Bild ("Plenarsaal Würzburg" aus der Residenz in Würzburg) ist von 2002 und das zitierte Rundschreiben RS 402/05 ist zwar typisch KMK, aber auch nicht mehr gerade taufrisch:

Richtig aktuell geht anders. Der Artikel ist infiziert von der für die KMK sprichwörtlichen Langsamkeit einer griechischen Landschildkröte ("testudo hermanni"- Bild links aus der Wikipedia). Aber die KMK gibt es ja auch erst seit 1948 und daher ist diese Rückgriff auf ältere Materialien durchaus statthaft - auch für so ein schnelles online-Medium wie SPIEGEL-online.
Aber es hätte schlimmer kommen können für die KMK. Hat sie doch einen bekennenden "Triebtäter" als Präsidenten:
Was hätte man aus diesem Bekenntnis alles machen können. ...
"
...In der Wissenschaftspolitik wimmelt es von Begriffsungetümen. SPIEGEL-Autor Thomas Darnstädt nimmt den Kampf auf und knöpft sich zum Start die Kultusministerkonferenz vor. Kernkompetenz und Wildschweinessen - eine Einführung in die Abgründe der Bildungswelt...."
(Quelle: UniSpiegel.de)
...In der Wissenschaftspolitik wimmelt es von Begriffsungetümen. SPIEGEL-Autor Thomas Darnstädt nimmt den Kampf auf und knöpft sich zum Start die Kultusministerkonferenz vor. Kernkompetenz und Wildschweinessen - eine Einführung in die Abgründe der Bildungswelt...."(Quelle: UniSpiegel.de)
Ein schöner Artikel - mit vielen netten Sottisen und Einblicken. ...
Wirklich.
Eines allerdings verwundert: Das Bild ("Plenarsaal Würzburg" aus der Residenz in Würzburg) ist von 2002 und das zitierte Rundschreiben RS 402/05 ist zwar typisch KMK, aber auch nicht mehr gerade taufrisch:
"Die Kultusministerkonferenz nimmt mit Befremden zur Kenntnis, dass die Finanzministerkonferenz mit Befremden zur Kenntnis genommen hat, dass die Kultusministerinnen und Kultusminister die Spitzenförderung von Studierenden für notwendig erachten"
(Quelle: UniSpiegel.de)
(Quelle: UniSpiegel.de)
Richtig aktuell geht anders. Der Artikel ist infiziert von der für die KMK sprichwörtlichen Langsamkeit einer griechischen Landschildkröte ("testudo hermanni"- Bild links aus der Wikipedia). Aber die KMK gibt es ja auch erst seit 1948 und daher ist diese Rückgriff auf ältere Materialien durchaus statthaft - auch für so ein schnelles online-Medium wie SPIEGEL-online.
Aber es hätte schlimmer kommen können für die KMK. Hat sie doch einen bekennenden "Triebtäter" als Präsidenten:
"Bei der Bildung bin ich Triebtäter"
(Quelle: Interview mit Prof. Zöllner in der Süddeutschen vom 29.1.2007, nur noch im Google-Cache zu erahnen)
(Quelle: Interview mit Prof. Zöllner in der Süddeutschen vom 29.1.2007, nur noch im Google-Cache zu erahnen)
Was hätte man aus diesem Bekenntnis alles machen können. ...
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Mittwoch, 7. Februar 2007
Amarok 2.0 ./. MAcOS
varzil, 19:34h
Wenn Programmierer sich "Misserfolge" schönreden:
"...Today, we managed to link the freshly ported Amarok 2.0 for the first time. Not on Linux, but on native OS X.
It didn't even crash right away. A first start made it complain about a missing audio engine and run kbuildsycoca. Only a second run made it crash for real.
This means that the period where Amarok successfully didn't compile using cmake is over and is now followed by a period where it sucessfully doesn't run...."
(Quelle: amarok.kde.org)
It didn't even crash right away. A first start made it complain about a missing audio engine and run kbuildsycoca. Only a second run made it crash for real.
This means that the period where Amarok successfully didn't compile using cmake is over and is now followed by a period where it sucessfully doesn't run...."
(Quelle: amarok.kde.org)
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AusgeMERZt, die zweite
varzil, 18:01h
Friedrich Merz:
Am 24. 10. 2004 schon mal zurückgetreten (als CDU-Vorstand).
Zwischendurch (im Juni 2005) mal an einem Comeback gearbeitet, kam er nach dem Wechsel von Schröder zu Merkel nie mehr so richtig zurecht.
Jetzt tritt er wieder zurück - und zwar von "der" Politik.
Rein rhetorisch wird "die" Politik ärmer. Und Merz?
Immerhin ist Merz ein Mann, der nicht den einfachsten Weg wählt - ein Politiker, der sich damit profiliert, auch Unbequemes auszusprechen? Na klar, wenn die Wirtschaft ihn dafür so belohnt, fällt es leicht, unbequem zu sein. Mithin: ein Verlust für die Wirtschaft.
Deutschland insgesamt kann auch diesen zweiten Rücktritt verschMERZen.
Am 24. 10. 2004 schon mal zurückgetreten (als CDU-Vorstand).
Zwischendurch (im Juni 2005) mal an einem Comeback gearbeitet, kam er nach dem Wechsel von Schröder zu Merkel nie mehr so richtig zurecht.
Jetzt tritt er wieder zurück - und zwar von "der" Politik.
Der ehemalige Fraktionschef der Union im Bundestag, Friedrich Merz, zieht sich aus der Politik zurück. Er protestiert damit gegen die Politik der Großen Koalition, die mit seinen "Grundüberzeugungen" nicht mehr vereinbar sei.
(Quelle: Financial Times Deutschland; steht aber auch sonst überall)
(Quelle: Financial Times Deutschland; steht aber auch sonst überall)
Rein rhetorisch wird "die" Politik ärmer. Und Merz?
Um Merz' Zukunft muss man sich nicht sorgen. Er arbeitet als Anwalt, hat viele Posten inne, sitzt in einer zweistelligen Zahl von Aufsichts- oder Verwaltungsräten großer Unternehmen und Banken, unter anderem im Aufsichtsrat der Deutschen Börse. Und er berät den Energiekonzern RAG anwaltlich auf seinem Weg zum Börsengang.
Diese Jobs sind auch der Grund, weshalb Merz' Name bald wieder in den Schlagzeilen sein dürfte. Denn das Bundesverfassungsgericht wird voraussichtlich noch im ersten Halbjahr über eine Klage von ihm und acht weiteren Bundestagsabgeordneten von Union, FDP und SPD entscheiden - sie wehren sich dagegen, ihre Verdienste aus Nebentätigkeiten offenzulegen.
(Quelle: Spiegel online)
Diese Jobs sind auch der Grund, weshalb Merz' Name bald wieder in den Schlagzeilen sein dürfte. Denn das Bundesverfassungsgericht wird voraussichtlich noch im ersten Halbjahr über eine Klage von ihm und acht weiteren Bundestagsabgeordneten von Union, FDP und SPD entscheiden - sie wehren sich dagegen, ihre Verdienste aus Nebentätigkeiten offenzulegen.
(Quelle: Spiegel online)
Immerhin ist Merz ein Mann, der nicht den einfachsten Weg wählt - ein Politiker, der sich damit profiliert, auch Unbequemes auszusprechen? Na klar, wenn die Wirtschaft ihn dafür so belohnt, fällt es leicht, unbequem zu sein. Mithin: ein Verlust für die Wirtschaft.
Deutschland insgesamt kann auch diesen zweiten Rücktritt verschMERZen.
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Milch und Bier: Wohnen in der Innenstadt
varzil, 15:44h
Wer über längere Zeit in der Bonner Fußgängerzone eingekauft hat, kennt das Phänomen: Billige Lebensmittel gibt es da nirgends mehr. Als letzte Quelle für Lebensmittel für den schmalen Geldbeutel machte vor etlichen Jahren die "Kaufhalle" dicht.
Seit einigen Jahren konnte man den Liter Frischmilch in der Fußgängerzone nur noch in der durchaus edlen Lebensmittelabteilung von "Kaufhof" kaufen, oder aber am Milch-und-Käse-Stand auf dem Markt. In beiden Fällen kostet Tuffi-Milch dort aber gut und gerne 10 bis 20 Cent mehr als vergleichbare Milch im Supermarkt auf der grünen Wiese oder bei Aldi und Co.
Für den alltäglichen Bedarf gibt es nur noch wenig Geschäfte. Lediglich Bäcker-Filialen und Apotheken gibt es reichlich. Und wie gesagt den Markt (für Obst und Gemüse).
Statt dessen strotzt die Innenstadt vor Schuhläden, Bekleidungsketten und Telefonläden. Für Schreibwaren gibt es nur noch Carthaus; Riesenkönig und Strömer&Emmons haben zugemacht. Röhrscheid (Bücher) wurde vor Jahrzehnten von Bouvier (heißt aber inzwischen Thalia) geschluckt und Radio-Uni (CDs, Platten, HiFi) ist jetzt Steppenwolf/Wolfskin. Beate Uhse vis-a-vis allerdings ist noch Beate Uhse. (Vielleicht heißt der aber auch Dr. Müller oder noch anders).
Nun gibt es Neues zu vermelden:
Die edle Lebensmittelabteilung von Kaufhof hat wieder Konkurrenz. Direkt am Busbahnhof hat vor einigen Monaten ein Bio-Öko-Demeter-Naturata-wieauchimmer-Supermarkt aufgemacht. Und die haben Milch. Bio-Milch - 95 bzw. 99 Cent der Liter. Und wenn man die Augen aufhält, entdeckt man einen seit längerem existierenden Bio-Markt in der Cassius-Bastei wieder. Wenn man schon zuviel für die Milch im Kaffee ausgibt, dann aber auch richtig.
Jetzt fehlt nur noch eine Einkaufsquelle für den immer wieder mal fälligen Kasten Bier - Verkaufsstellen für Einzelflaschen gibt es genug - und eine Videothek.
Langsam wird die Innenstadt wieder bewohnbar.
Seit einigen Jahren konnte man den Liter Frischmilch in der Fußgängerzone nur noch in der durchaus edlen Lebensmittelabteilung von "Kaufhof" kaufen, oder aber am Milch-und-Käse-Stand auf dem Markt. In beiden Fällen kostet Tuffi-Milch dort aber gut und gerne 10 bis 20 Cent mehr als vergleichbare Milch im Supermarkt auf der grünen Wiese oder bei Aldi und Co.
Für den alltäglichen Bedarf gibt es nur noch wenig Geschäfte. Lediglich Bäcker-Filialen und Apotheken gibt es reichlich. Und wie gesagt den Markt (für Obst und Gemüse).
Statt dessen strotzt die Innenstadt vor Schuhläden, Bekleidungsketten und Telefonläden. Für Schreibwaren gibt es nur noch Carthaus; Riesenkönig und Strömer&Emmons haben zugemacht. Röhrscheid (Bücher) wurde vor Jahrzehnten von Bouvier (heißt aber inzwischen Thalia) geschluckt und Radio-Uni (CDs, Platten, HiFi) ist jetzt Steppenwolf/Wolfskin. Beate Uhse vis-a-vis allerdings ist noch Beate Uhse. (Vielleicht heißt der aber auch Dr. Müller oder noch anders).
Nun gibt es Neues zu vermelden:
Die edle Lebensmittelabteilung von Kaufhof hat wieder Konkurrenz. Direkt am Busbahnhof hat vor einigen Monaten ein Bio-Öko-Demeter-Naturata-wieauchimmer-Supermarkt aufgemacht. Und die haben Milch. Bio-Milch - 95 bzw. 99 Cent der Liter. Und wenn man die Augen aufhält, entdeckt man einen seit längerem existierenden Bio-Markt in der Cassius-Bastei wieder. Wenn man schon zuviel für die Milch im Kaffee ausgibt, dann aber auch richtig.
Jetzt fehlt nur noch eine Einkaufsquelle für den immer wieder mal fälligen Kasten Bier - Verkaufsstellen für Einzelflaschen gibt es genug - und eine Videothek.
Langsam wird die Innenstadt wieder bewohnbar.
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