Montag, 5. März 2007
2-Euro: Gedenken für Meck-Pomm
Gestern befand sich im Portemonnaie ein 2-Euro-Stück mit einer unbekannten Rückseite. Und es war nicht irgend ein Geldstück aus Slowenien oder Andorra oder so. Deutlich steht da drauf: "Mecklenburg-Vorpommern".

Offenbar gehört jetzt auch Mecklenburg-Vorpommern zur Euro-Zone:
"...Mit der 2-Euro-Gedenkmünzen-Serie der Bundesrepublik Deutschland (BRD) soll den Bürgerinnen und Bürgern in Europa der föderale Aufbau der BRD näher gebracht werden. ...
(Quelle: Bundesbank)
Und so sieht sie im realen Leben aus:
2-Euro-Meck-Pomm

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Freitag, 2. März 2007
Nicht von MIR und daher gut
Folgen der Trunksucht
Seht ihn an den Texter.
Trinkt er nicht, dann wächst er.
Misst nur einen halben Meter -
weshalb, das erklär ich später.

Seht ihn an, den Schreiner.
Trinkt er, wird er kleiner.
Schaut, wie flink und frettchenhaft
er an seinem Brettchen schafft.

Seht sie an, die Meise.
Trinkt sie, baut sie Scheiße.
Da! Grad rauscht ihr drittes Ei
wieder voll am Nest vorbei.

Seht ihn an, den Hummer.
Trinkt er wird er dummer.
Hört, wie er durchs Nordmeer keift,
ob ihm wer die Scheren schleift.

Seht ihn an, den Dichter.
Trinkt er, wird er schlichter.
Ach, schon fällt ihm gar kein Reim
auf das Reimwort 'Reim' mehr eim.

(Verfasser: Robert Gernhardt, aus der derzeit aktuellen Merkmail von 2001, mit deutschen Umlauten und ß versehen vom Autor)

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Donnerstag, 1. März 2007
Milch und Evolution
Nachrichten über Milch, die man morgens auf nüchternen Magen liest, während man den Kaffee "schwarz" trinken muss, weil man nicht genug Milch im Haus hat, haben eine ganz besondere Wirkung.
"Vor 8000 Jahren konnten erwachsene Menschen in Europa überwiegend noch keine Milch verdauen, berichten die Forscher. Heute seien mehr als 70 Prozent der Nordeuropäer dazu in der Lage, sagte der Anthropologe Joachim Burger von der an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität am Montag. Die Fähigkeit zur Milchverdauung hat nach seiner Einschätzung den «entscheidenden Vorteil bei der Entwicklung sesshafter Ackerbauern und Viehzüchter im mittleren und nördlichen Europa» gebracht.

...Die Schlussfolgerung der Forscher: Als die ersten domestizierten Ziegen, Schafe und Rinder vor rund 8000 Jahren nach Europa gebracht wurden, konnte die Mehrzahl der Bauern deren Milch nicht vertragen. Die kleine Minderheit, deren Körper auch im Erwachsenenalter Laktase produzierte, erlebte laut Burger von da an eine «evolutionäre Erfolgsgeschichte».
(Quelle: Netzeitung)
Ohne jetzt grundsätzlich an den sicherlich renommierten Mainzer Wissenschaftlern zweifeln zu wollen, irgendwie wirkt das eigenartig. Säugetiere, die keine Milch vertragen: das kommt einem schon etwas eigenartig vor.
"Bei dem Großteil der ostasiatischen und afrikanischen Völker fehlt dieses Enzym den Erwachsenen, so dass sie den Milchzucker aus Milchprodukten nicht abbauen können (siehe Laktoseintoleranz). In Nordeuropa sind etwa 10 % der Bevölkerung laktoseintolerant."
(Quelle: Wikipedia Laktase)
Und noch einmal: ein Säugetier, das keine Milch verträgt, ist irgendwie merkwürdig.

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Meridian
Eine hoffnungsvolle 19-Jährige erklärte dem Autor gestern, dass sie ihre Erkältung/Grippe/Bronchitis mittels Schröpfen auf einem "Meridian" habe behandeln lassen.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gibt es offenbar zahlreiche Energiebahnen, die sich durch den Körper ziehen. Ist eine Bahn gestört, kann es zu Erkrankungen führen. (Wer's nicht glaubt, lese mehr in der Wikipedia).

Wer mit einem Grundstock an europäischer klassischer Bildung ausgestattet ist, gerät da ins Stolpern. DER Meridian: das ist EINE bestimmte Kreisbahn, sozusagen .
"Der Meridian bezeichnet in der Geographie einen halben Längenkreis auf der Erdoberfläche, der von einem geographischen Pol zum anderen verläuft. Er ist die Verbindungslinie aller geographischen Orte, an denen die Sonne zur gleichen Zeit den höchsten Punkt ihrer Tageslaufbahn (Tagebogen) am Himmel einnimmt. Manchmal wird nicht ganz korrekt der Begriff Längenkreis als Synonym verwendet. Alle Punkte mit konstanter geographischer Länge (konstantem "Längengrad") liegen auf einem Meridian.

Der Begriff Meridian leitet sich vom lateinischen "circulus meridianus" = Mittagskreis ab...."
(Quelle: Wikipedia zu Meridian)
"Es kann nur EINEN geben" - gilt allerdings nur für den jeweiligen Standpunkt: da gibt es nur den Meridian. Geht man aber nur etwas nach Ost oder West, gibt es einen anderen Meridian.

Die Menge der Meridiane ist offenbar doch unendlich - die TCM ist da bescheidener: im eigenen Körper gibt es eine "Vielzahl" von Meridianen ...

Und das "Schröpfen" auf einem Meridian könnte man als "Erwärmung" (Moxibustion) und auch als "negatives" Drücken (Saugen; dafür gibt es in der Wikipedia noch kein Fremdwort) beschreiben.

Warum das ganze Procedere ("Schröpfen" auf dem Meridian) aber bei einer Erkältung/Grippe/Bronchitis helfen soll, bleibt unklar: irgendwie ist es gut, wenn die Energie fließen kann und nicht gehindert wird - soweit ok, wenn es nicht gerade 230 Volt sind, die da fließen.

Varzil zweifelt so vor sich hin: auch 230 Volt würden dem einzelnen Virus weniger schaden als dem Menschen. Wieso soll das bei niedrigeren Energien anders sein? Oder geht es nur darum, "das Immunsystem" zu stimulieren?

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