Dienstag, 27. März 2007
Posthorn ./. DHL
Über Jahrhunderte hinweg war das Posthorn ein Signal, zunächst akustisch: Der Postillon kündigte damit die Ankunft der Postkutsche an. "Hier kommt die Post!"

In jüngerer Zeit war das Posthorn ein lediglich optisches Signal in ver­schie­denen Fassungen, die Deutsche Post-AG verwendet es in der Fassung links (Bilder und mehr bei Wikipedia).

Nun aber wird alles anders:
"Am Bonner Post-Tower, der Zentrale der Deutschen Post, ist am Samstag eines der beiden traditionellen Posthorn- Logos abmontiert worden. Es wird demnächst durch ein DHL-Logo ersetzt. Der Konzern will damit einer stärkeren globalen Ausrichtung auch optisch Rechnung tragen. Die Tochter DHL sei das internationale Aushängeschild der Post und als Marke auch im Konzern dominant. So hatte die Post den Schritt bereits im Vorfeld begründet.

Bisher gab es zwei weithin sichtbare gelb-schwarze Posthorn-Logos am 162,5 Meter hohen Post-Tower, der auch das höchste Bürogebäude in Nordrhein-Westfalen ist. Das Posthorn an der Südseite soll bleiben. An der Nordseite werden in den nächsten Wochen die roten DHL- Buchstaben montiert. Die Umgestaltung bedeutet laut Post aber nicht das Ende des alten Posthorns: Für den Briefdienst in Deutschland wird es Bestand haben.
(Quelle: Finanznachrichten.de vom 11.3.2007)
DHL-Logo am Posttowser Noch sieht das Logo etwas unfertig aus - das Bild links machte der Autor gestern (26.3.2007) gegen 18 Uhr.

Unklar ist - ganz nebenbei -, was das neue DHL-Logo der Post einem eigentlich sagen will.
"DHL Worldwide Express wurde 1969 von den Jurastudenten Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn gegründet, aus deren Anfangsbuchstaben der Nachnamen sich der Firmenname zusammensetzt.
(Quelle: Wikipedia zu DHL)
DHL steht also für "Dalsey, Hillblom und Lynn". Aha.

Das Posthorn ("Hier kommt die Post") ist da zumindest für den Kontinentaleuropäer etwas aussagekräftiger.

Varzil fasziniert auch das Tempo, 16 Tage nach der Ankündigung: Da eine Schnecke ein Durchschnittstempo von 0,8 cm pro Sekunde hat, kommt die Schnecke nach 162,5 m (=16.250 cm) in 20.312,5 Sekunden resp. 5,64 Stunden oben auf der Turmspitze an. Die gute alte Schneckenpost ...

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Montag, 26. März 2007
Das dreifaltige "et cetera"
Während das "gol­dene Kro­nen­kreuz" der Dia­konie in der Auf­erstehungs­kirche in Düssel­dorf-­Oberkassel darauf wartet, an eine 86-jäh­rige ver­liehen zu werden, ent­deckt der hetero­konfessio­nelle Christ im evange­lischen Gottes­dienst­buch (EGB) wieder einmal eine kleine Perle von religiösem Wischi-Waschi.

Bevor man allerdings sich selbigem widmet, sei doch ein kleiner Hinweis auf ein unwesentliches Detail an­ge­bracht: die Uhr­zeit auf der Kirchturm­uhr mit 9:05 Uhr ist richtig, gerade mal 6 Stunden nach der Umstellung auf die Sommerzeit!

Nun aber zurück ins EGB und das 16. Jahrhundert:
"...ARTIKEL 3: VOM SOHN GOTTES
Ebenso wird gelehrt, daß Gott, der Sohn, Mensch geworden ist, ..., ebenso daß dieser Christus hinabgestiegen ist zur Hölle (Unterwelt), ...; daß dieser Herr Christus am Ende öffentlich kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten usw. ...
"
(Quelle: Art. 3 Augsburger Bekenntnis, zitiert bei confessio.de)
"usw"!

Das steht da tatsächlich so:
"...die Lebenden und die Toten usw. ..."!

Was soll das denn heißen: "...und so weiter"? Sollen etwa auch die Untoten oder die nascituri gerichtet werden? Die Verfasser des "Augsburger Bekenntnisses", u.a. auch Melanchthon, hatten schon damals (1530) das Bedürfnis, schwierige Dinge auszuklammern den Text lesbar zu halten. Und kürzten die Passage aus dem Glaubensbekenntnis daher ab.

Wer meint, dass das nur eine neumodische Verkürzung ist, kann sich hier eines Besseren belehren lassen:
"Item, dass derselbe Herr Christus endlich wird oeffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten usw., laut des Symboli Apostolorum. ...

(Quelle: Original-Neuhoch-Deutsche Fassung aus dem Project Wittenberg)
Was mögen Melanchthon und Co. mit "usw." abgekürzt haben, fragt man sich da unwillkürlich. Der zitierte Text "zu richten ...." erinnert an das apostolische Glaubensbekenntnis. Dieses schließt den Abschnitt "Credo ... et in Iesum Christum" mit "venturus est iudicare vivos et mortuos" ab, also damit, dass Christus kommen werde, "zu richten die Lebenden und die Toten".

Danach kommt ein Absatz. Es geht mitnichten "und so weiter". Vielmehr wendet sich das Glaubensbekenntnis danach dem Heiligen Geist zu. Ob dieser Teil der sancta trinitas aber mit "usw." gemeint ist?
"Credo in unum Deum ...
Et in Iesum Christum,
... et cetera "
klingt jedenfalls nicht sehr andächtig, sondern mehr nach Gerhard Schröders "Ministerin für Frauen und Gedöns".

Was man nicht alles so vor sich hin denken kann, wenn einem die Predigt zu langweilig wird und man in dem Evangelischen Gebets- und Gesangbuch blättert.

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Samstag, 24. März 2007
Das hat nicht geklappt
Das mit dem shut-down hat nicht geklappt: Wie zum Teufel (außer via Internet) kann man eigentlich feststellen, dass im Kino am Samstag Nachmittag nichts Gescheites läuft? Soll man etwa von Kino zu Kino gurken?

Was auch nicht klappt:
Im Frühjahr hat kein Bekleidungsgeschäft mehr Fäustlinge. Dabei war es in der letzten Woche so kalt wie kaum zuvor in diesem Winter. Fäustlinge gibt es aber trotzdem keine mehr. Soll der dumme Radfahrer, der einen Handschuh verloren hat, doch ruhig frieren.

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