Dienstag, 8. Mai 2007
ein 10-Minuten-Beitrag
Zehn Minuten: so lang dauert es, bis der Chef, der Rücksprache halten will, den Kaffee gekocht hat, den der Mitarbeiter für die Rücksprache erbittet.

Zeit für einen Blog-Eintrag zum Thema "Unternehmens-Kultur": Es gab mal Unternehmen (wie z.B. Nestlé), die stellten ihren Mitarbeitern (früher mal) den Kaffee für umsonst bereit. Bis die Heuschrecken kamen.
Bei Behörden gab es das nie - Steuergelder zu Kaffee: das gibt es nur, wenn Besuch kommt!

Jetzt kocht Chef selbst - auch eine Art von Unternehmenskultur.

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Montag, 7. Mai 2007
Krieg und Frieden
Im Abstand von jetzt circa 25 Jahren lesen sich manche seinerzeit nicht hinterfragte Thesen völlig neu:

was man 1982 dachtewas einem heute dazu einfällt
„Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst.“ (Tibetisches Sprichwort)
Gibt es in Tibet überhaupt "Wald"? Wie groß ist Tibet eigentlich?
"Das freie Tibet umfasste eine Fläche von etwa 2,5 Millionen km² [sieben mal die Fläche Deutschlands], während die Autonome Region Tibet eine Fläche von 1,22 Millionen km² hat. ...
(Quelle: )
Und wieviel davon ist Wald?
"Der Waldbestand Tibets betrug 1950 etwa 220.000 qkm, das entspricht ca. 60% der Fläche Deutschlands, im Jahre 1985 war bereits die Hälfte der Wälder Tibets abgeholzt. ..."
(Quelle: Wikipedia zu TibetTibet: Ökologie)
Nur mal so: das tibetanische Sprichword betrifft gerade mal 5 - 10 % seiner Fläche. Zum Vergleich: Deutschland, sicherlich nicht das typische "Wald"-land, ist zu ca. 30 % der Fläche bewaldet...
Krieg ist eine Kulturleistung der Menschheit.
Krieg soll eine eine "Kulturleistung" sein?
"Krieg ist ein unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffengewalt ausgetragener Konflikt, an dem mehrere Staaten oder planmäßig vorgehende, bewaffnete nichtstaatliche Kollektive beteiligt sind. ..."
(Quelle: Wikipedia Krieg)
Nun gut - soweit zum Krieg. Und "Kultur"? "Waffenkultur"?
" Kultur ist das über den Grundbedarf hinausgehende Potential, welches vor allem durch Nahrungsüberfluss in den Kulturvölkern zu Wissenschaft und Künsten genutzt werden konnte. Umgangs­sprachlich "hat Kultur", wer "kultiviert" ist, im Gegensatz zu "unkultiviert", "roh" oder "barbarisch"....
(Quelle: Wikipedia zu Kultur)
Eine breite Mehrheit dürfte "Krieg" also als "barbarisch" und das Gegenteil von "Kultur" beschreiben.

Fazit:
Die These "Krieg ist eine Kulturleistung" hat einiges provokatives Potenzial. Die Ähnlichkeit mit der Behauptung, der Krieg sei der Vater aller Dinge, ist nicht zu übersehen.

Letzeres hat übrigens vor ca. 2.500 Jahren schon Heraklit gesagt. ... Scheint doch irgendetwas dran zu sein, wenn die Tendenz sich über so viele Jahre halten kann.
Skrupellose Gewaltanwendung gibt es, seit es Menschen gibt. Im Laufe der Geschichte wurde sie organisiert, und die Intelligenz der Menschen eingesetzt, um immer speziellere Waffen und Kriegsmethoden zu entwickeln.
Die absolute Lieblingssentenz:
Die "skrupellose Gewaltanwendung"!
Sie gibt es demnach erst, seit es Menschen gibt.

Tyrannosaurus rex hingegen betete dreimal täglich, pflegte seine Skrupel nach jeder Mahlzeit beim Verhaltenstherapeuten und starb dann aus...

Die Menschen haben keine Skrupel bei der Gewaltanwendung? Möglicherweise waren sie in der Evolutionsgeschichte gerade deshalb jüngst durchaus erfolgreich.

Nebenbei:
Ist Gewaltanwendung besser oder gar gut, wenn man dabei Skrupel hat? Wäre ein Löwe, der beim Reißen der Beute Skrupel hat, ein besserer Löwe als ein skrupelloser Löwe? Seiner Beute ist das vermutlich egal.
Krieg in allen seinen Formen ist allgegenwärtig. Wie aber sieht es mit dem Frieden, mit der Friedensfähigkeit aus? In allen Kulturen unserer Erde gibt es Formen von Diplomatie, Schlichtungsrituale und Autoritäten, die Streitigkeiten beenden können.

Wie ist es möglich, dass trotz dieser Fähigkeiten ein dauerhafter Frieden scheinbar eine Utopie bleiben soll?

Das liegt sehr in der Wahrnehmung unserer Gesellschaft begründet, und darin, wie offizielle Institutionen die Inhalte vermitteln.

In den Medien wird über Kriege und Unruhen berichtet, nach dem Motto „bad news is good news“, Politiker befassen sich in der Öffentlichkeit mit dem, was Aufmerksamkeit erregt, das sind Konflikte und Probleme mehr als friedliche Auseinandersetzungen. Selbst wissenschaftliche, oder sogar kirchliche Institutionen erforschen mehr den Krieg, als den Frieden.
In den Medien wird also mehr über Krieg berichtet als über friedliche Auseinandersetzungen?

Welcher Krieg war denn der letzte Krieg, über den berichtet wurde? Die letzten Nachrichten, an man sich erinnert, erzählten von dem Wahlsieg von Sarkozy in Frankreich, von Streikvorbereitungen bei der Telekom, von der bevorstehenden Entscheidung des Bundespräsidenten über eine eventuelle Begnadigung von Christian Klar und was ein paar Knallchargen von der CSU dazu meinen.

Alles eminent kriegerische Töne, aber "Krieg"? Ach ja: der IRAK! Einige Selbstmordbomber schaffen es bis in die Abendnachrichten, aber wohl auch nur, weil US-Soldaten Opfer wurden.

Krieg findet anderswo statt: Sri Lanka, Somalia, Kongo?, Darfur; was ist eigentlich in Ost-Timor, Tschetschenien und West-Sahara los? Ruhe im Karton?
Quelle: ... einer, der früher auch mal so gedacht hat.Quelle: ...einer, der heute anders denkt.

Kinners, was die Zeit vergeht. Gibt es eigentlich auch so etwas wie aufgeklärten Pazifismus?

Varzil weist darauf hin, dass dieser Text bei der geistig moralischen Vorbereitung für das Projekt "Friede wird sein" entstanden ist.

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Freitag, 4. Mai 2007
Browser (2)

(Browser-Zugriffe auf Koriander seit 2005)

Im Unterschied zu August 2005 gibt es jetzt hier 5 % mehr Internet-Explorer-Besuche, 5 % mehr Mozilla-Besuche, dafür aber 8 % weniger Opera-Besuche und 1 % weniger Netscape-Besuche.

Die Datenbasis (jetzt ca 13.000 Besuche) ist dabei rund 20 mal so groß wie vor 21 Monaten (ca. 600 Besuche). Nur nebenbei: Das sind natürlich nicht 13.000 verschiedene Besucher, sondern eben nur Seitenaufrufe an sich.

Als Nachtrag zum vorhergehenden Eintrag:

Anders als am 25.08.2005 vermutet, wird die Welt wahrscheinlich nicht besser, wenn weniger Leute mit dem Internet-Explorer unterwegs sind. Aber wenigstens wird der Internet-Explorer besser weniger schlecht ...

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IE - Browser
Alte Fehler machen neue Fehler nötig. Der Internet-Explorer (IE) hat sich so lange nicht an Standards gehalten, dass man jetzt nicht mehr ohne weiteres davon loskommt:
"... Wie Microsoft Chefarchitekt für die Explorer-Plattform, Chris Wilson, an einer Konferenz in Las Vegas in einer Session mit Entwicklern andeutete, wird der IE8 zwar, wie schon der IE7 einen weiteren Schritt in Richtung Übereinstimmung mit Webstandards darstellen – aber das Ziel wieder nicht völlig erreichen. Wie Wilson erklärte, wäre dies zwar ein wichtiges Ziel, das man aber nur in kleinen Schritten anstreben könne: "Wenn wir einfach sagen: 'Hier ist unser neuer Browser - er ist nun völlig standardkompatibel', dann bringen wir das existierende Ökosystem durcheinander und niemand ist wirklich glücklicher."

Die Kritik wird also von denen kommen, die völlige Kompatibilität zu Webstandards fordern. Solche Standards erleichtern es Entwicklern, Sites und Applikationen zu programmieren, die auf Anhieb in allen Browsern richtig dargestellt werden.

Zähneknirschen aber werden diejenigen, die ihre für frühere Explorer-Versionen optimierten Sites und Applikationen neu anpassen müssen, weil Microsoft einige weitere "Extrawürste" über Bord wirft. Schon der Wechsel auf IE7 bedeutete für sie eine Art Lotterie: Viele kamen ungeschoren davon, andere mussten viel Arbeit investieren, um herauszufinden, warum gewisse Dinge nicht mehr funktionierten. ..."
(Quelle: inside-it.ch)
So kann's kommen. Da hat man sich ein "Ei" ins Nest gelegt, sprich: einen IE programmiert, der alles mögliche macht, nur nicht das, was in den Standards vorgesehen war. Ärgerlich, dass nicht alle begeistert mitmachen, sondern sich lieber an verabredete Standards halten wollen.

Der Hinweis auf einer Webseite "optimiert für Internet-Explorer" kriegt damit eine neue Bedeutung. Man kann danach davon ausgehen, dass die Webseite nach dem nächsten IE-Update unter Umständen ein komplettes Re-Design braucht. IE - das "optimale EI" für kommerzielle Web-Designer. Der Folge-Auftrag ist garantiert ...

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