Mittwoch, 16. Mai 2007
Wenn die Prüfer gehen
Wie es sich anfühlt, wenn die Prüfer kommen, war vor ca. 8 Monaten thematisiert worden.

Wenn die Prüfer da waren und wieder gehen, ohne dass sie sich wirklich für die vorhandenen Sachverhalte interessiert haben, ist das noch bescheuerter:

Sie haben eine Menge offenkundiger Mängel bemängelt, haben kaum einen hilfreichen Hinweis gegeben, wie man es bei gleicher Personalkapazität besser machen könnte, und gehen wieder, nicht ohne noch einmal auf die offensichtlich gravierenden Sicherheitsmängel aufmerksam zu machen.

Sicherheit regiert vor Funktionalität; Misstrauen ist gewichter als Vertrauen, und überhaupt: wenn man all die Ratschläge beherzigen würde, stünde man sich ständig selbst im Weg:

Natürlich kann man die Sicherungskästen verschließen. Wenn dann aber eine Sicherung versagt und jemand "klebt" an einem schlecht isolierten und schadhaften Gerät fest, muss man erst den Schlüssel organisieren, um den Sicherungskasten wieder aufzuschließen, um dann den Strom abzuschalten.

Oder: einerseits sind die Daten über das Surf-Verhalten der Kollegen geschützt, weil die Privatnutzung des Internetzugangs am Arbeitsplatz nicht vollständig verboten ist. Folglich ist die Protokollierung des Internet-Zugangs im Proxy anonymisiert - es wird eine standardisierte anonymisierte IP-Adresse gespeichert.

Andererseits aber soll in dem Fall, dass kriminelle Handlungen begangen werden ("Kinderpornografie"), der Arbeitsplatz, von dem die Kriminalität ausgeht, feststellbar bleiben. Es soll also nun doch die aktuelle IP-Adresse protokolliert werden.

Um dennoch Datenschutz zu gewährleisten, sollen die Protokolle aber dann doppelt verschlüsselt werden; nur gemeinsam sollen dann im Ernstfall Personalvertretung und Arbeitgeber die Daten entschlüsseln können.

Man kann sich offenkundig aussuchen, welchem Vorwurf man sich lieber aussetzen will, dem Verstoß gegen Datenschutzgesetze oder der potentiellen Strafvereitelung...

Gut, dass die Prüfer auch wieder gehen. Schade, dass sie auch nach 2 Arbeitstagen die eigentlichen Probleme ("wie hält man mit nur drei Mann unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften ein EDV-Netz mit 230 Endanwendern am Laufen?") nicht einmal angesprochen haben.

Varzil würde sagen: die zwei Tage mit den Prüfern waren vertane Zeit! Selig ist, wer vergisst, was nun nicht zu ändern ist.

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Montag, 14. Mai 2007
Namen
Dass Namen nicht nur Schall und Rauch sind, sieht man auch am Beispiel "Daimler":
"Der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler verkauft die Mehrheit an der verlustreichen US-Tochter Chrysler an den US-Finanzinvestor Cerberus. Mit der Namensänderung in Daimler AG will der Konzern anschließend zu seinen Wurzeln zurückkehren.
(Quelle: sueddeutsche.de)
Sollte seinerzeit, als DaimlerChrysler sich namensmäßig verbandelten, noch Weltkonzern-Gefühle assoziiert werden, geht es jetzt wieder um das Bodenständige. "Daimler AG"!

Aus der Süddeutschen stammt aber auch folgende Erkenntnis:
" Amerikanische Ökonomen haben kürzlich untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Anfangsbuchstaben des Namens und dem beruflichen Fortkommen gibt, und was soll man sagen: Es gab ihn. Das sieht so aus, dass, wer im ABC vorn steht, auch im Job die Nase vorn hat. ...
(Quelle: Süddeutsche vom 14.5.2007, S. 17)
Wenn diese Ökonomen recht haben, hätte sich der Konzern seinerzeit wohl besser "ChryslerDaimler" genannt...

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Freitag, 11. Mai 2007
Wenn das Telefon streikt
Das hätte ja zu einer Katastrophe werden können:

Streik bei der Telekom
"Tausende Telekom-Mitarbeiter haben am Freitag den ersten Streik in der Geschichte des Bonner Konzerns begonnen.

Die Gewerkschaft Verdi rief rund 11.000 Mitarbeiter der Deutschen Telekom auf, ihre Arbeit niederzulegen und damit gegen die Sparpläne des Unternehmens zu protestieren.

"Der Streik zielt auf Callcenter, Servicestellen und technische Infrastruktur ab", sagte Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm. Die Gewerkschaft habe sich darauf vorbereitet, lange durchzuhalten. Der Schwerpunkt liege in Nordrhein-Westfalen, wo Verdi 3.000 Streikende erwartete. Bei einer Urabstimmung hatten sich 96,5 Prozent der Teilnehmer für den Streik ausgesprochen, der nach Gewerkschaftsangaben mehrere Wochen dauern könnte...."

(Quelle: reuters.de)
Früher hätten 11.000 Streikende bei der Post die Telefonie wirklich stören können (aber nicht stören dürfen, weil sie meist verbeamtet waren): Früher, als das Fräulein vom Amt da noch werkelte und stöpselte. Früher, als da jede Menge analoge automatische Vermittlungsstellen mit jeder Menge mechanischer Teile (und Verschleiß) Selbstwählgespräche vermittelten.

Heute dagegen: Wenn es das Festnetz nicht mehr tut, nimmt man das Mobilfunk-Teil oder telefoniert über IP-Telefonie.

Und wenn die Call-Center bestreikt werden, ist vielleicht ja auch mal Ruhe vor den besorgten Anrufen, ob man denn schon mal von dem Tarif XYZ gehört habe...

Das rechte Verständnis für den Streik fehlt. Die Telekom ist einfach wirklich ziemlich teuer. Folglich sind, wenn keiner mehr mit ihr telefoniert, die Streikenden irgendwann ihren Job los (siehe Karstadt, BenQ, Deutsche Bank, Allianz u. a.). Die Wahl zwischen "weniger verdienen und mehr arbeiten müssen" und "nichts verdienen und keine Arbeit haben" ist eine üble Wahl - kein Wunder, dass die Telekomiker das nicht wollen und lieber streiken. Bloß - was hat ver.di davon, ihre Mitlgieder in die Arbeitslosigkeit streiken zu lassen?

Sinnvoller wäre es, wenn die Telekom ihren Mitarbeitern zusätzlich zu den abzusenkenden Löhnen eine Gewinnbeteiligung anböte. Alternativ sollten auch die Telekom-Beschäftigten regelmäßig eine normale Telefon-Rechnung bekommen. Das sollte als Denkanstoß reichen, um noch einmal neu die "Leistungen" seines Arbeitgebers nachzudenken. Möglich, dass dann auch der jetzt streikende Telekom-Mitarbeiter den sog. "Service" der Telekom als zu teuer empfindet...

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