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Sonntag, 20. Mai 2007
Wasser predigen und Wein schlürfen
varzil, 19:12h
Die "geistig-moralische Wende" wird von eher konservativen Kreisen immer dann beschworen, wenn es darum geht, wankende liberale oder fortschrittliche Regierungen abzulösen.
Peinlich für die so anspruchsvoll auftretenden Politiker: der Schuss auf die Linken geht viel zu oft nach hinten los.
Helmut Kohl stolperte über schmierige Gelder, deren Geber er nicht benennen will.
Paul Wolfowitz half als stellvertretender Verteidigungsminister kräftig mit, den Karren im Irak gründlich in den Sumpf zu fahren. Dann startete er als Präsident der Weltbank eine Antikorruptionsiampagne, nur um jetzt, knapp 2 Jahre später, einen eher unrühmlichen Abgang zu machen. Er hatte persönlich dafür gesorgt, dass seine Freundin eine überproportional gute Beörderung erhielt.
Hohe moralische Werte verhelfen auch zu außerordentlich hoher Fallhöhe.
Peinlich für die so anspruchsvoll auftretenden Politiker: der Schuss auf die Linken geht viel zu oft nach hinten los.
Helmut Kohl stolperte über schmierige Gelder, deren Geber er nicht benennen will.
Paul Wolfowitz half als stellvertretender Verteidigungsminister kräftig mit, den Karren im Irak gründlich in den Sumpf zu fahren. Dann startete er als Präsident der Weltbank eine Antikorruptionsiampagne, nur um jetzt, knapp 2 Jahre später, einen eher unrühmlichen Abgang zu machen. Er hatte persönlich dafür gesorgt, dass seine Freundin eine überproportional gute Beörderung erhielt.
Hohe moralische Werte verhelfen auch zu außerordentlich hoher Fallhöhe.
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Mittwoch, 16. Mai 2007
Wenn die Prüfer gehen
varzil, 01:03h
Wie es sich anfühlt, wenn die Prüfer kommen, war vor ca. 8 Monaten thematisiert worden.
Wenn die Prüfer da waren und wieder gehen, ohne dass sie sich wirklich für die vorhandenen Sachverhalte interessiert haben, ist das noch bescheuerter:
Sie haben eine Menge offenkundiger Mängel bemängelt, haben kaum einen hilfreichen Hinweis gegeben, wie man es bei gleicher Personalkapazität besser machen könnte, und gehen wieder, nicht ohne noch einmal auf die offensichtlich gravierenden Sicherheitsmängel aufmerksam zu machen.
Sicherheit regiert vor Funktionalität; Misstrauen ist gewichter als Vertrauen, und überhaupt: wenn man all die Ratschläge beherzigen würde, stünde man sich ständig selbst im Weg:
Natürlich kann man die Sicherungskästen verschließen. Wenn dann aber eine Sicherung versagt und jemand "klebt" an einem schlecht isolierten und schadhaften Gerät fest, muss man erst den Schlüssel organisieren, um den Sicherungskasten wieder aufzuschließen, um dann den Strom abzuschalten.
Oder: einerseits sind die Daten über das Surf-Verhalten der Kollegen geschützt, weil die Privatnutzung des Internetzugangs am Arbeitsplatz nicht vollständig verboten ist. Folglich ist die Protokollierung des Internet-Zugangs im Proxy anonymisiert - es wird eine standardisierte anonymisierte IP-Adresse gespeichert.
Andererseits aber soll in dem Fall, dass kriminelle Handlungen begangen werden ("Kinderpornografie"), der Arbeitsplatz, von dem die Kriminalität ausgeht, feststellbar bleiben. Es soll also nun doch die aktuelle IP-Adresse protokolliert werden.
Um dennoch Datenschutz zu gewährleisten, sollen die Protokolle aber dann doppelt verschlüsselt werden; nur gemeinsam sollen dann im Ernstfall Personalvertretung und Arbeitgeber die Daten entschlüsseln können.
Man kann sich offenkundig aussuchen, welchem Vorwurf man sich lieber aussetzen will, dem Verstoß gegen Datenschutzgesetze oder der potentiellen Strafvereitelung...
Gut, dass die Prüfer auch wieder gehen. Schade, dass sie auch nach 2 Arbeitstagen die eigentlichen Probleme ("wie hält man mit nur drei Mann unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften ein EDV-Netz mit 230 Endanwendern am Laufen?") nicht einmal angesprochen haben.
Varzil würde sagen: die zwei Tage mit den Prüfern waren vertane Zeit! Selig ist, wer vergisst, was nun nicht zu ändern ist.
Wenn die Prüfer da waren und wieder gehen, ohne dass sie sich wirklich für die vorhandenen Sachverhalte interessiert haben, ist das noch bescheuerter:
Sie haben eine Menge offenkundiger Mängel bemängelt, haben kaum einen hilfreichen Hinweis gegeben, wie man es bei gleicher Personalkapazität besser machen könnte, und gehen wieder, nicht ohne noch einmal auf die offensichtlich gravierenden Sicherheitsmängel aufmerksam zu machen.
Sicherheit regiert vor Funktionalität; Misstrauen ist gewichter als Vertrauen, und überhaupt: wenn man all die Ratschläge beherzigen würde, stünde man sich ständig selbst im Weg:
Natürlich kann man die Sicherungskästen verschließen. Wenn dann aber eine Sicherung versagt und jemand "klebt" an einem schlecht isolierten und schadhaften Gerät fest, muss man erst den Schlüssel organisieren, um den Sicherungskasten wieder aufzuschließen, um dann den Strom abzuschalten.
Oder: einerseits sind die Daten über das Surf-Verhalten der Kollegen geschützt, weil die Privatnutzung des Internetzugangs am Arbeitsplatz nicht vollständig verboten ist. Folglich ist die Protokollierung des Internet-Zugangs im Proxy anonymisiert - es wird eine standardisierte anonymisierte IP-Adresse gespeichert.
Andererseits aber soll in dem Fall, dass kriminelle Handlungen begangen werden ("Kinderpornografie"), der Arbeitsplatz, von dem die Kriminalität ausgeht, feststellbar bleiben. Es soll also nun doch die aktuelle IP-Adresse protokolliert werden.
Um dennoch Datenschutz zu gewährleisten, sollen die Protokolle aber dann doppelt verschlüsselt werden; nur gemeinsam sollen dann im Ernstfall Personalvertretung und Arbeitgeber die Daten entschlüsseln können.
Man kann sich offenkundig aussuchen, welchem Vorwurf man sich lieber aussetzen will, dem Verstoß gegen Datenschutzgesetze oder der potentiellen Strafvereitelung...
Gut, dass die Prüfer auch wieder gehen. Schade, dass sie auch nach 2 Arbeitstagen die eigentlichen Probleme ("wie hält man mit nur drei Mann unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften ein EDV-Netz mit 230 Endanwendern am Laufen?") nicht einmal angesprochen haben.
Varzil würde sagen: die zwei Tage mit den Prüfern waren vertane Zeit! Selig ist, wer vergisst, was nun nicht zu ändern ist.
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Montag, 14. Mai 2007
Namen
varzil, 15:46h
Dass Namen nicht nur Schall und Rauch sind, sieht man auch am Beispiel "Daimler":
Aus der Süddeutschen stammt aber auch folgende Erkenntnis:
"Der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler verkauft die Mehrheit an der verlustreichen US-Tochter Chrysler an den US-Finanzinvestor Cerberus. Mit der Namensänderung in Daimler AG will der Konzern anschließend zu seinen Wurzeln zurückkehren.Sollte seinerzeit, als DaimlerChrysler sich namensmäßig verbandelten, noch Weltkonzern-Gefühle assoziiert werden, geht es jetzt wieder um das Bodenständige. "Daimler AG"!
(Quelle: sueddeutsche.de)
Aus der Süddeutschen stammt aber auch folgende Erkenntnis:
" Amerikanische Ökonomen haben kürzlich untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Anfangsbuchstaben des Namens und dem beruflichen Fortkommen gibt, und was soll man sagen: Es gab ihn. Das sieht so aus, dass, wer im ABC vorn steht, auch im Job die Nase vorn hat. ...Wenn diese Ökonomen recht haben, hätte sich der Konzern seinerzeit wohl besser "ChryslerDaimler" genannt...
(Quelle: Süddeutsche vom 14.5.2007, S. 17)
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