Mittwoch, 22. August 2007
Intelligenz ./. Geschlechtsverkehr
Dank Telepolis auf eine elementare Erkenntnis gestoßen gibt das zu einigen Spekulationen Anlass. Telepolis schreibt:
"Intelligente Mathematikerinnen sind eher Jungfrauen als durchschnittlich intelligente Künstlerinnen"
(Quelle: Telepolis)
Das verblüfft erst einmal. Was hat das eine (Intelligenz) mit den anderen (erster sexueller Verkehr) zu tun? Die diversen Erklärungsversuche für das Phänomen bei Telepolis machen einen auch nicht schlauer:
  1. Intelligente Menschen investieren ihre Zeit mit Absicht in andere Dinge.
  2. Intelligente Menschen scheuen sich stärker vor Risiken (Schwangerschaft, Sexualkrankheiten).
  3. Intelligente Menschen sind eher religiös/konservativ.
  4. Intelligente Menschen haben einen schwächer ausgeprägten Sexualtrieb.
  5. Intelligente Menschen sind tendenziell körperlich unattraktiv.
(Quelle: Telepolis)
Keiner dieser Gründe leuchtet auf Anhieb ein.

Plausibel zumindest ist dagegen ein anderer Ansatz in dem von Telepolis zitierten Blog:
...What's the reason for these results? I think one of the simple ones (though not the only one) might be a form of positive assortative mating: like with like. If you assume that affinity is pro­portio­nal to cognitive simi­larity than the sample of individuals for some­one who has an IQ of 100 vs. 130 or 70 is far higher for any given range. ...
(Quelle für Text und Grafik: Gene expression)
Im Ergebnis ist das die alte Volksweisheit "gleich und gleich gesellt sich gern". Und da außerordentliche Intelligenz und außerordentliche Dummheit gleich selten sind, machen offenbar beide ähnlich einsam.

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Dienstag, 21. August 2007
Begriffs-Chaos: freiwillige Pflicht
Das Sommerloch gebiert eigenartige Themen, so auch die "freiwillige Wehrpflicht":
«Wir stärken die Freiwilligkeit, ohne die Wehrpflicht abzuschaffen», sagte SPD-Chef Kurt Beck.
(Quelle: ftd.de)
Freiwillige Wehrpflicht hat eine ähnliche Qualität wie
  • trockener Regen,
  • weißer Rappe oder
  • gemäßigter Taliban.
Dabei meint es die SPD inzwischen gar nicht mehr so paradox. Wörtlich zu lesen steht bei www.spd.de nämlich was anderes:
"Die SPD setzt auf eine Fortentwicklung des Wehrdienstes und strebt an, künftig nur noch diejenigen einzuberufen, die sich zuvor bereit erklärt haben, den Dienst in der Bundeswehr leisten zu wollen. ..."
(Quelle: www.spd.de)
"Freiwillige Pflicht" ist einfach Murks. "Freiwilliger Wehrdienst" ist wenigstens nicht paradox. Ob die Idee was taugt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

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Montag, 20. August 2007
Robert Redford, der Ältere
Wie man sich doch irren kann: Da haben sie alle am 18.08.2007 in ihren Zettelkästen gekramt und überlegt, wie man denn die Samstags-Zeitung füllen könnte.

Herausgekommen sind zahlreiche Berichte zum 70. Geburtstag von Robert Redord (z.B. faz.net, Spiegel-online, Die WELT, und noch viele andere s. Google news).

Und dann das:
"Es bleibt dabei - auf Nachfrage bestätigten 20th Century Fox und das Büro von Robert Redford in Los Angeles, dass der Hollywoodstar tatsächlich am 18. August 1936 geboren wurde, nicht 1937, wie in den meisten Nachschlagewerken angegeben - weshalb alle Grüße und Artikel zum siebzigsten am Samstag ein Jahr Verspätung hatten.
...
(Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 20.8.2007, S. 13, nicht online; Wikipedia hat das Geburtsdatum heute aktualisiert)
Absolut gesehen macht das eine Jahr ja nichts aus. Blamabel: Die meisten Medien haben offenkundig ungeprüft abgeschrieben. Schön: Immerhin eine Zeitung hat nachgehakt. Jetzt.de hat die Frage nach dem Alter schon am Vortag des Geburtstags (17.8.) problematisiert und erläutert:
Auf der Website ancestry.com tauchte vor nicht allzulanger Zeit die Information aus dem kalifornischen Geburtsregister auf, die besagt, dass zwar ein Charles Robert Redford in L.A. geboren wurde - allerdings nicht am 18. August 1937, wie es in jedem Lexikon der Welt steht, von der Encyclopædia Britannica bis zum Brockhaus, sondern schon ein Jahr zuvor.
...
(Quelle: Jetzt.de)
Ob Absicht oder Schusseligkeit oder schlampige Recherche: vorstellbar, dass Robert Redford seine klammheimliche Freude daran hatte, dass sein 70. Geburtstag ein Jahr später Schlagzeilen macht.

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