Donnerstag, 23. Juni 2005
Immer wieder Rechdschraibung
Diesmal im roten Rathaus und im Bundeskanzleramt in Berlin:
    Die zum 1. August vorgesehene Einführung der unstrittigen Teile der Rechtschreibreform wird nicht aufgeschoben. Dies bestätigte Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) an diesem Donnerstag am Rande der Ministerkonferenz der deutschen Presse-Agentur in Berlin. ...(Quelle: Faz.net)
Wozu eigentlich dauernd das Gleiche beraten? Schon die KMK hatte am 3.6.2005 dazu einen Beschluss gefasst. Und wenns denn im Herbst eine neue Bundesregierung gibt, macht die sicherlich auch das Fass auf, probiert's und stellt es entsetzt wieder in die Ecke.

Richtig schön verquer würde die Sache allerdings, wenn sich die EU mal des Themas annähme: ist doch EU, wenn Österreich und Deutschland und Belgien und Liechtenstein und ggf. die Schweiz sich auf eine einheitliche Richtigschreibung verständigen, oder? Wer Tomatengrößen, Gurkenkrümmung und Architektenausbildungen in den Griff bekommt, wird das bisschen Getrennt- und Zusammenschreibung ja wohl auch noch schaffen ...

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Bobby Ewing und Tschernobyl
Gestern im Kino:
"Am Tag,als Bobby Ewing starb"
Draußen war es heiß, die Biergärten voll, das Kino leer.

Das Fotografieren des todchicen Glitzervorhangs machte die wachhabenden Kinobetreiber mißtrauisch: "wozu machst Du davon ein Foto?" Gegenfrage: "Gute Frage, wozu macht man überhaupt Fotos?"

Das Verhör versandete danach.

Und der Film:
Eine sehr nachdenklich machende Begegnung mit alten Ritualen ("ausreden lassen", "sich entschuldigen", "Toleranz praktizieren") und alten Fernsehschnipseln.
Eine Geschichte, die keinen richtigen Anfang und auch kein Ende hat, sondern irgendwie dahin dümpelt wie die AKW-WG im Film auch.

Eindrucksvoll allerdings, dass der Tschernobyl-Unfall im Film zunächst weniger Aufsehen verursacht als der Tod von Bobby. War das wirklich am selben Tag?

Varzil wurde erst mit dem Wiederauftauchen von Bobby (alles, d.h. 9 Monate Dallas-Fortsetzungen, nur ein schlechter Traum) auf Dallas aufmerksam.

Tschernobyl war da deutlich eindrucksvoller, wenn auch nicht so hysterisch wie im Film. Gibt es eigentlich Tschernobyl-Opfer außerhalb der ehem. UdSSR?

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Mittwoch, 22. Juni 2005
Hartz IV und Miete
Lawblog beschreibt seine Zeitungslektüre (Rheinische Post):

Frühere Arbeitslosengeld-II-Empfänger kriegten die
Miete nicht ausgezahlt, sondern das Sozialamt/Arbeitsamt zahlte direkt an die Vermieter.

Hartz IV behandelt seine Bezieher (anders als bei der Anschnallpflicht im Auto) als mündige Bürger, die verantwortlich mit dem Geld umgehen.Kommentar: die Anschnallpflicht ist ok, weil das eigenverantwortliche Nichtanschnallen bei einer schweren Unfallverletzung oft zu Lasten der Allgemeinheit (der Steuerzahler, der Versicherten etc.) ging.

Wenn das verantwortliche Handeln dann nicht klappt, ist es irgendwann Vater Staat, der dann bei drohender Obdachlosigkeit wieder zahlen/handeln muss.

Ob das alles so gut durchdacht ist - oder ob die Sozialhilfe-Regelung nicht vielleicht doch die bessere war?

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Dienstag, 21. Juni 2005
Arnold Mendelssohn
Anlässlich der großen Mendelssohnnacht macht man sich schon mal so seine Gedanken, wenn man 6 Stunden und mehr Zeit hat, Musik zu hören.

Die Biografie Arnold Mendelssohn deutet es nur an, das Programmheft nannte das Drama beim Namen:
Arnold Mendelssohn hatte 4 Kinder (Wilhelm (1886-1890), Helene (1888-1888), Karl (1889-1898), Dorothea (* 1890) (Quelle:www.arnold-mendelssohn.de), von denen 3 Kinder jung starben (an Gehirnhautentzündung) und die jüngste nach der überstandenen Gehirnhautentzündung zeit ihres Lebens ein Pflegefall blieb.

Danach schreibt man keine fröhliche Musik mehr.

Nachtrag:
fúxīng beschreibt eine nette Randepisode:
Der rote Luftballon, der während der wieder erstaufgeführten zweiten Sinfonie durch das Kirchenschiff geisterte, gab der insgesamt ernst-schönen Musik eine heitere "Note".
Irgendwann fischte Dominik ihn aus der Luft.

Varzil meint, er hätte ihn auch da schweben lassen. A. Mendelssohn hätte es wohl nicht gestört.

Update:
"fúxīng" ist inzwischen leider nicht mehr online, warum auch immer.

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Briten in Europa
Wie nennt man es wohl, wenn man das Richtige sagt, um etwas Falsches zu bewirken?
    Tony Blair has said Britain's £3bn EU rebate is an "anomaly that has to go" - but he made clear that its removal had to be linked to farm subsidy reform....(Quelle:BBC)
Will sagen:
  1. Der Rabatt bei den britischen Beitragszahlungen ist nicht in Ordnung.
  2. Die europäische Agrarordnung ist nicht in Ordnung.
  3. Blair weiß, dass in Frankreich die Zeichen auf Sturm stehen, sobald das Wort "Agrarsubvention" fällt. Da bewegt sich derzeit nix.
  4. Konsequenz aus Blairs Verhalten: Solange soviel Unordnung ist, lassen wir es doch bei der Unordnung...
Varzil fällt dazu das schöne Wort "scheinheilig" ein.

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Warum die USA in der Terrorismusbekämpfung so erfolgreich sind
    FBI Director Robert Mueller says he doesn't believe his counterterrorism supervisors need to have a background in Arabic, the Middle East or international issues. (Quelle: Yahoo News)
Offenbar traut das FBI Leuten nicht, die Erfahrung haben (arabisch können, unenglische Nachnamen haben, etc.).
    ...The testimony was given in a lawsuit brought against the FBI by agent Bassem Youssef, considered by some to be one of the FBI's most accomplished pre-Sept. 11 terror-fighting agents. He claims he was passed over for top jobs in headquarters despite his expertise.... (ebenfalls:Yahoo News)
    Der Anti-Terror-Chef der amerikanischen Bundespolizei, Gary Bald, räumte freimütig ein, er habe vor Antritt seines Jobs kaum etwas über Terrorismus gewusst. Seine erste entsprechende Ausbildung habe er im Amt erhalten.

    Auf die Frage, ob er etwas über den Nahen Osten, seine Kultur und Geschichte wisse, sagte Bald: «Ich wünschte, ich wüsste etwas. Es wäre schön.» Doch entscheidend für seine Aufgabe sei kein Fachwissen, sondern Führungsstärke....(Quelle: Finanzen.de)

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