Montag, 14. November 2005
Siegen
Wenn man nach "Essen" kommt, wird man dort essen. Das hat der Autor aber noch nie gemacht.

Wenn man nach "Baden-Baden" kommt, kann man dort sicherlich irgend wo baden. Das hat der Autor aber auch noch nie gemacht.

Wenn man nun nach "Siegen" kommt und in der Siegerland-Halle auf dem Landeschorwettbewerb singt, will man dort siegen. Das hat der Autor wiederum noch nie gemacht, aber Zweiter geworden zu sein ist auch was Schönes.
    (Nebenbei: Der Link zum Veranstalter, dem Landesmusikrat, führt zwar auf eine Chorwettbewerbsseite, aber nicht wirklich weiter...)
Varzil meint, "Siegen" sollte vielleicht "Zweiterwerden" heißen.

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Donnerstag, 10. November 2005
nine eleven
Vorbemerkung:
"nine eleven" oder "9/11" hat in der angelsächsischen Welt eine andere Bedeutung als hierzulande der 9.11. Letzterer hat es in sich:
    "Der 9. November gilt wegen der Ereignisse von als ein besonders „schicksalsträchtiges“ Datum der neueren Geschichte in Deutschland und Österreich - sowohl in einer heute gesellschaftlich jeweils negativ als auch positiv bewerteten Beurteilung der entsprechenden Ereignisse - und wird daher auch als "Schicksalstag der Deutschen" bezeichnet.(Quelle: wikipedia)
In der Wahrnehmung des Autors kam gestern nur Erinnerung an die Reichskristallprogromnacht vor.

Wieviel Gedenktage gibt es eigentlich für die Judenverfolgung im Dritten Reich neben dem Neunten Elften? Neben dem 9.11.1938 gibt es da noch die Befreiung des KZs Buchenwald am 11. April und die kürzlich von UN zum Gedenktag erhobene Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz am 27. Januar. Gelegentlich wird auch noch der 20. Januar als Tag der Wannsee-Konferenz "gefeiert".

Da mag man sich kaum wundern, wenn es da mit dem Gedenken nicht so richtig klappen will. Es ist einfach zuviel an Gedenken für die armen Dichter und Denker.

Die Briten machen es sich einfacher:
    "Remember remember
    the Fifth of November"
Vor 400 (!) Jahren am 5.11.1605 wurde Guy Fawkes, ein katholischer Engländer, bei einem versuchten (!) Sprengstoffattentat auf König und Parlament gefasst.(mehr dazu bei wikipedia).

Varzil: Von den Engländern lernen heißt Gedenken lernen. Bei allen Verbrechen, die von oder an Engländern verübt worden sind, gedenken sie eines fehlgeschlagenen Attentats ...

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Dienstag, 8. November 2005
Bachelor in Jura
Da gibt es seit Jahren, fast möchte man schon sagen, seit Jahrzehnten einen Prozess, genauer, es gibt einen "Bologna-Prozess": europäischen Studienabschlüssen soll zu gegenseitiger Anerkennung verholfen werden.
    In den 1990er Jahren wurde in Europa eine Initiative gestartet, das Hochschulwesen in Europa zu harmonisieren. Die Hauptziele wurden in einer Erklärung der Bildungsminister aus 29 Ländern am 19. Juni 1999 in Bologna festgelegt. Die Vorbereitung und Umsetzung dieser Erklärung wird als Bologna-Prozess bezeichnet.(Quelle: wikipedia)
Deutschlands Kultusminister fanden es klug, ihre jahrzehntelangen Versuche, die Studienzeiten zu verkürzen (Stichwort: "Regelstudienzeit 4 Jahre"), mit einer Neuorganisation des Studienaufbaus zu verquicken. Sie übernahmen dafür angelsächsische Gepflogenheiten, nämlich ein gestuftes Studiensystem ("Bachelor/Master-Studiengänge"). Nun kommt es, wie es kommen muss:

Bei dem Versuch, diesen Bologna-Prozess dem gewachsenen deutschen Hochschulsystem überzustülpen, gibt es immer wieder Stockungen:

Die staatlichen Studiengänge (Juristen, Mediziner, Lehrer) vor allem tun sich sehr schwer, einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss mit dem Bachelor zu vermitteln. Für den Jura-Bachelor hat jetzt das VG Hamburg den vorläufigen "Exitus" konstatitert:
    Bachelor qualifiziert nicht für den Beruf ... (Quelle: Spiegel online)
Recht hat das Gericht. Muss ja nicht alles automatisch klug sein, was die Engländer und Amis machen. Und muss auch nicht alles falsch sein, was man sich in den Zeiten bis etwa 1965/1970 für das deutsche Hochschulsystem hat einfallen lassen.

Varzil meint: das klingt jetzt fast wie Konrad Adam in der FAZ.

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