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Dienstag, 22. November 2005
Die Diplomatie, der Frieden und der kleine Junge, der kein Deutsch kann
varzil, 20:12h
Die "König-Fahd-Akademie" in Bonn, eine ohnehin nicht allzu gut beleumundete Institution für streng gläubige Moslems, die aber immer noch 30, früher 60 Schüler pro Jahr einschult, hat diverse Probleme (das Bild links stammt vom Bonner Generalanzeiger):
- "... Seit im Herbst 2003 bekannt wurde, daß in der Moschee der Fahd-Akademie während des Freitagsgebetes zum „Heiligen Krieg” gegen Nichtmuslime aufgerufen wurde und sich in deren Umfeld muslimische Extremisten aufhalten, sind die Behörden alarmiert.
Zunächst wollte der Kölner Regierungspräsident Jürgen Roters die Schule schließen. Doch das Auswärtige Amt intervenierte. Die diplomatischen Beziehungen zu Saudi-Arabien würden leiden. Abgesehen davon gebe es auch eine deutsche Schule in Riad, deren Existenz man nicht gefährden wolle. ..."(Quelle: faz.net vom 23.4.2004)
- "... Ein Vorbeter der Moschee der König-Fahd-Akademie hat 2002 den Sohn eines ebenfalls streng gläubigen und ihm gut bekannten Moschee-Besuchers immer wieder sexuell missbraucht, doch der heute zwölfjährige Junge kennt immer noch nicht so richtig die Unterschiede zwischen Mann und Frau.
Denn obwohl der Junge vor sechs Jahren in Deutschland eingeschult wurde und seitdem ausschließlich an der König-Fahd-Akademie sein Wissen über die Welt erhält, wurde er niemals aufgeklärt und spricht kein Deutsch. ...(Quelle: Kölner Stadtanzeiger online von heute)
- Dort wird Unfrieden gepredigt.
- Die Kinder lernen nicht, zumindest nicht Deutsch.
- Und Pädophilie ist ihnen auch nicht fremd.
- Pädophilie kommt allerdings auch bei Institutionen z.B. der katholischen Kirche vor, ohne dass deren Schulen geschlossen werden. Und dennoch: in der Summe wäre das Verschwinden dieser Akademie kein Verlust für Bonn ...
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Montag, 21. November 2005
333 Millionen Euro zu verschenken
varzil, 19:28h
Seit Monaten predigen alle Parteien, wie schlecht es dem Land insgesamt und dem Bundeshaushalt im Speziellen geht. Merkel hat unter anderem mit dem Thema "Steuern müssen erhöht werden" Wahlkampf gemacht. Die Koalition ist sich darüber auch einig. Allmählich hatte man es gerade begriffen: Geld ist knapp, und "Sparen" geht nicht, reicht nicht, will keiner.
Und dann so etwas:
Warum bezuschussen "wir" aber den Kauf mit mehr als 300 Millionen Euro? Haben wir Geld zu viel? Geht es Israel so schlecht, dass Israel dringend zwei U-Boote braucht, es sich eigentlich aber nicht leisten kann? Produziert HDW in Kiel so teuer, dass "wir" deren Export bezuschussen müssen?
Alles falsche Fragen offenbar:
EINE DRITTEL-MILLIARDE Euro! Das ist richtig Geld! Und nur, damit bei HDW U-Boote gebaut werden können? Wozu um alles in der Welt müssen wir partout den U-Boot-Bau subventionieren?
Wie sähe das Land wohl aus, wenn die 300 Mio. z.B. bei einer Uni investiert würden?
Varzil meint:
Wenn der Bund schon Geld zum Fenster rauswirft, soll er es doch lieber in den Transrapid stecken. Da würden dann wenigstens die Bayern sehen, dass man an sie auch dann denkt, wenn der Edikneift nicht Bundessuperwirtschaftsmini wird.
Nachtrag:
Und dann so etwas:
- " ... Israel kauft zwei hochmoderne Dolphin-U-Boote aus Deutschland. Ein Drittel der Baukosten von einer Milliarde Euro kommen offenbar aus dem Bundeshaushalt. ..."
(Quelle: netzeitung, ähnlich Spiegel online oder die taz)
Warum bezuschussen "wir" aber den Kauf mit mehr als 300 Millionen Euro? Haben wir Geld zu viel? Geht es Israel so schlecht, dass Israel dringend zwei U-Boote braucht, es sich eigentlich aber nicht leisten kann? Produziert HDW in Kiel so teuer, dass "wir" deren Export bezuschussen müssen?
Alles falsche Fragen offenbar:
- "...Der Deal kommt nicht nur der Kieler HDW-Werft gelegen, sondern auch dem Berliner Wehrressort: Solange die Israel-Boote im Bau sind, kann es eigene U-Boot-Pläne verschieben, für die derzeit das Geld fehlt. ..."(Quelle: Spiegel online)
EINE DRITTEL-MILLIARDE Euro! Das ist richtig Geld! Und nur, damit bei HDW U-Boote gebaut werden können? Wozu um alles in der Welt müssen wir partout den U-Boot-Bau subventionieren?
Wie sähe das Land wohl aus, wenn die 300 Mio. z.B. bei einer Uni investiert würden?
Varzil meint:
Wenn der Bund schon Geld zum Fenster rauswirft, soll er es doch lieber in den Transrapid stecken. Da würden dann wenigstens die Bayern sehen, dass man an sie auch dann denkt, wenn der Edi
Nachtrag:
HDW beschäftigt zur Zeit rund 3000 Mitarbeiter. Seit Januar 2005 ist die Kieler-Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH Teil des Werftverbundes ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS)(Quelle: HDW Kiel)
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Sparkasse, Kinder, Eltern und Personalausweis
varzil, 16:08h
Letzte Woche war es in Brühl, hätte aber auch in Neumüster, Neuschwanstein oder Altenkirchen sein können:
Also in Brühl gibt es eine Niederlassung der Kreissparkasse Köln. Für das folgende Schauspiel könnte es wahrscheinlich aber auch jede andere Sparkasse oder Bank sein.
Die Kreissparkasse Köln hatte sich zu Grundschulzeiten ordentlich ins Zeug gelegt und allen Kindern des Autors ein Sparbuch mit damals 5 DM geschenkt.
Nun passiert, was bei vier Kindern schon mal passieren kann: eines dieser Sparbücher ist unauffindbar, es soll gelöscht werden. Ein anderes Kind hat einen Haufen Geld bekommen, den es auf einen Festgeldkonto anlegen möchte.
Nach allerlei Mühe bei der Vorverhandlung zwischen Kind 2 und Kreissparkasse ist klar, dass die Anwesenheit beider Eltern nötig ist. Die Kundenfreundlichkeit der Sparkasse kennt offenbar keine Grenzen und will, wenn sie die Kinder bedient, immer beide Eltern sehen.
Und nicht nur das:
Sie will auch deren Personalausweise sehen.
Und nicht nur das:
Wenn sie nicht beide Personalausweise sieht, will sie auf einmal gar nichts mehr, nicht einmal mehr die Kinder bedienen. Der Autor hat keinen Personalausweis dabei. Also Schluss des ersten Akts. Vorhang fällt, alle Beteiligten fahren wieder in ihre Ausgangsposition zurück.
Pause.
Eine Woche später, die selbe Bank, die selben Eltern, die selben Kinder, das selbe Thema, Unterschied: es gibt einen Personalausweis mehr an Bord. Und der Kundenberater ist großzügig: da die Eltern nicht den gleichen Namen haben, könnte er auch einen Abstammungsnachweis verlangen. Tut er aber nicht - offenbar genügt ihm die Anwesenheit von Eltern und Kindern als Nachweis dafür, dass die Kinder zu den Eltern gehören.
Sparbuch und Festgeldkonto der Kinder lassen sich dank der Existenz von zwei elterlichen Personalausweisen also schnell löschen bzw. einrichten. Wozu ein Personalausweis mehr nicht alles gut ist.
Dann aber geht um das Grundsätzliche. Die (geschiedenen) Eltern möchten sich zukünftig gegenseitig vertreten, so dass ein Elternteil das jeweilige Kind bei dessen Sparkassengeschäften begleitet und in Vollmacht des anderen Elternteils handelt.
§ 1627 BGB fordert die Eltern sogar ausdrücklich auf, sich zu einigen:
Andere getrennt lebende Eltern haben ähnliche Erfahrungen: manche haben es aufgegeben, Sparbücher für die Kinder anzulegen - das sollen die Kinder machen, wenn sie 18 sind.
Oder wie schreibt die Kreissparkasse selbst auf ihrer Seite für die jungen Kunden:
Die Kinder lernen direkt am Beispiel, wie wichtig es ist, immer einen Personalausweis dabei zu haben.
Lerneffekt 2:
Die Eltern lernen, dass es klüger ist, die Gelder in eigene Verwahrung zu nehmen und bei Volljährigkeit auszuzahlen.
Lerneffekt 3:
Das, was das Gesetz will, und das, was die Kreissparkasse will, muss nicht automatisch übereinstimmen.
Also in Brühl gibt es eine Niederlassung der Kreissparkasse Köln. Für das folgende Schauspiel könnte es wahrscheinlich aber auch jede andere Sparkasse oder Bank sein.
Die Kreissparkasse Köln hatte sich zu Grundschulzeiten ordentlich ins Zeug gelegt und allen Kindern des Autors ein Sparbuch mit damals 5 DM geschenkt.
Nun passiert, was bei vier Kindern schon mal passieren kann: eines dieser Sparbücher ist unauffindbar, es soll gelöscht werden. Ein anderes Kind hat einen Haufen Geld bekommen, den es auf einen Festgeldkonto anlegen möchte.
Nach allerlei Mühe bei der Vorverhandlung zwischen Kind 2 und Kreissparkasse ist klar, dass die Anwesenheit beider Eltern nötig ist. Die Kundenfreundlichkeit der Sparkasse kennt offenbar keine Grenzen und will, wenn sie die Kinder bedient, immer beide Eltern sehen. Und nicht nur das:
Sie will auch deren Personalausweise sehen.
Und nicht nur das:
Wenn sie nicht beide Personalausweise sieht, will sie auf einmal gar nichts mehr, nicht einmal mehr die Kinder bedienen. Der Autor hat keinen Personalausweis dabei. Also Schluss des ersten Akts. Vorhang fällt, alle Beteiligten fahren wieder in ihre Ausgangsposition zurück.
Pause.
Eine Woche später, die selbe Bank, die selben Eltern, die selben Kinder, das selbe Thema, Unterschied: es gibt einen Personalausweis mehr an Bord. Und der Kundenberater ist großzügig: da die Eltern nicht den gleichen Namen haben, könnte er auch einen Abstammungsnachweis verlangen. Tut er aber nicht - offenbar genügt ihm die Anwesenheit von Eltern und Kindern als Nachweis dafür, dass die Kinder zu den Eltern gehören.
Sparbuch und Festgeldkonto der Kinder lassen sich dank der Existenz von zwei elterlichen Personalausweisen also schnell löschen bzw. einrichten. Wozu ein Personalausweis mehr nicht alles gut ist.
Dann aber geht um das Grundsätzliche. Die (geschiedenen) Eltern möchten sich zukünftig gegenseitig vertreten, so dass ein Elternteil das jeweilige Kind bei dessen Sparkassengeschäften begleitet und in Vollmacht des anderen Elternteils handelt.
§ 1627 BGB fordert die Eltern sogar ausdrücklich auf, sich zu einigen:
- Die Eltern haben die elterliche Sorge in eigener Verantwortung und in gegenseitigem Einvernehmen zum Wohl des Kindes auszuüben. Bei Meinungsverschiedenheiten müssen sie versuchen, sich zu einigen. (mehr bei Juris)
- (1) Eine Willenserklärung, die jemand innerhalb der ihm zustehenden Vertretungsmacht im Namen des Vertretenen abgibt, wirkt unmittelbar für und gegen den Vertretenen. Es macht keinen Unterschied, ob die Erklärung ausdrücklich im Namen des Vertretenen erfolgt oder ob die Umstände ergeben, dass sie in dessen Namen erfolgen soll.(mehr bei Juris)
Andere getrennt lebende Eltern haben ähnliche Erfahrungen: manche haben es aufgegeben, Sparbücher für die Kinder anzulegen - das sollen die Kinder machen, wenn sie 18 sind.
Oder wie schreibt die Kreissparkasse selbst auf ihrer Seite für die jungen Kunden:
- "...Angenehmer kann Banking nicht sein. ..." (Quelle: www.ksk-koeln.de)
Die Kinder lernen direkt am Beispiel, wie wichtig es ist, immer einen Personalausweis dabei zu haben.
Lerneffekt 2:
Die Eltern lernen, dass es klüger ist, die Gelder in eigene Verwahrung zu nehmen und bei Volljährigkeit auszuzahlen.
Lerneffekt 3:
Das, was das Gesetz will, und das, was die Kreissparkasse will, muss nicht automatisch übereinstimmen.
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Freitag, 18. November 2005
"Altar des Umweltschutzes"
varzil, 13:26h
Immer wieder ist es aufschlussreich, auch mal eine andere Zeitung zu lesen:
Etwas weicheierisch im Vergleich zu der anti-religiösen Grundaussage klingt die Einschränkung
Heiliger St. Florian - hilf!
- "Die ... Regierung ... wird daurauf achten, daß [die FAZ hat noch alte Rechtschreibung] Arbeitsplätze nicht ohne Not auf dem Altar des Umwelschutzes geopfert werden. "(Quelle: Printausgabe der FAZ von heute, Kommentar von "hkm." auf S. 1 "Chemische Lösung")
Etwas weicheierisch im Vergleich zu der anti-religiösen Grundaussage klingt die Einschränkung
"... nicht ohne Not ... geopfert werden"
: in Notfällen soll man dann also doch Arbeitsplätze opfern? In welcher Not? Etwa dann, wenn das eigene Wochenendhäuschen von Hochwasser, Erdrutschen etc. betroffen ist? Heiliger St. Florian - hilf!
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