Freitag, 23. Dezember 2005
Millionen vs. Milliarden
Als Frau Merkel, wohlgemerkt unsere Bundeskanzlerin, vom EU-Gipfel zurückkam, war in den Radio-Nachrichten die Rede davon, dass Deutschland den Finanzkompromiss mit erheblichen finanziellen Zugeständnissen erreicht habe.

Anderntags in den gedruckten Medien war dann von "nur" 100 Millionen € die Rede, die der Kompromiss Deutschland koste (Koriander )
Inzwischen haben die deutschen (Ost-)Länder gerechnet und es ist die Rede von rund 2 Milliarden €, die ihnen fehlen.
    "...Der deutsche EU-Nettobeitrag wird nach Schätzungen, die der "Berliner Zeitung" vorliegen, um knapp 2 Milliarden Euro auf 10,4 Milliarden Euro jährlich steigen. ...(Quelle: spiegel online, siehe auch: Berliner Zeitung online)
Die Überlegung, wie die EU bei den Maastricht-Kriterien auf das zu erwartende deutsche Haushaltsdefizit reagiert, bleibt damit aktuell.

Varzil meint, dass für eine frisch gebackene Bundeskanzlerin 2 Milliarden € eine ganze Menge Lehrgeld sind...

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Donnerstag, 22. Dezember 2005
Motiviationskünstler
Wenn in der Dankesrede zum Jahresende (früher "Weihnachtsfeier") einer Behörde, die in den letzten Jahren 30 Stellen (=15 % der Stellen) abgebaut hat und in den kommenden Jahren weitere 30 Stellen abbaut, die "Vergreisung der Mitarbeiter" angesprochen wird, trifft das zu. Neueinstellungen gibt es ja quasi keine, solange man Stellen abbaut. Und es motiviert alle, die älter als 50 Jahre sind, ganz ungemein, gerade auch dann, wenn 2/3 der Mitarbeiter Mitarbeiterinnen sind.

Wenn dann später betont wird, dass eventuelle neue Aufgaben nur mit neuen = jungen Leuten zu bewältigen seien, mag das ja richtig sein - es motiviert dann auch all die, die die Eingangsworte verpasst haben.

Varzil fragt sich, wozu eigentlich motiviert werden soll.

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Mittwoch, 21. Dezember 2005
"Königin des Südens"
Gerne gelesen und spannend zu lesen - eine Geschichte rund um den Einstieg und Aufstieg einer Frau in den Drogenhandel in Mexiko, Marokko und Spanien:

Arturo Pérez-Reverte schreibt einen eigenen Stil, nicht so atemlos und kleingehackt wie beispielsweise Grisham, und doch spannend. Man liest gerne und kann sich gut in die Hauptfigur versetzen - der Ich-Erzähler bleibt dagegen blaß und tritt eigentlich nur auf, um eine Perspektive von Außen auf die Zentralfigur darzustellen. (Buchcoverbild von amazon)

Und beunruhigend: man sympathisiert mit der Hauptperson, obwohl ihre Verbrechen deutlich thematisiert werden und es eigentlich wenig Grund gibt, mit ihr zu fraternisieren.

Nach dem "Club Dumas" (der Vorlage für den Film "Die Neun Pforten") und "Der Fechtmeister" hat Varzil jetzt zum dritten Mal die Feststellung gemacht, dass ein Buch von Perez-Reverte lesenswert ist. An diesen Autor kann man sich offenbar gewöhnen, ohne dass er langweilig wird.

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