Freitag, 8. September 2006
Jahreszeiten
Sommer ist,
  • wenn man keine warme Jacke an der Garderobe hängen hat.
  • wenn man bei Sonnenschein die Straßenseite wechselt, um im Schatten zu gehen.
  • wenn man bei Sonnenschein Sonnenschutzcreme verwendet.
Herbst ist,
  • wenn man die warme Jacke aus dem Schrank/Keller holt und an die Garderobe hängt.
  • wenn man bei Sonnenschein die Straßenseite wechselt, um noch einmal in der Sonne gehen zu können.
  • wenn man bei Sonnenschein glaubt, auf Sonnencreme verzichten zu können, weil die Haut genug Gelegenheit hatte, sich auf Sonne einzustellen.
Frühling ist,
  • wenn man häufiger mal die warme Jacke unterwegs verflucht, weil sie zu warm ist.
  • wenn man bei Sonnenschein extra das Haus verlässt, um in der Sonne gehen zu können.
  • wenn man bei Sonnenschein auf Sonnenschutzcreme verzichtet, weil das bißchen Sonne ja doch nicht schaden wird.
Winter ist,
  • wenn die warmen Jacken an der Garderobe sich stapeln.
  • wenn man auch bei Sonnenschein lieber drinnen bleibt, weils draußen zu kalt ist.
  • wenn man die Sonnenschutzcreme nicht findet, weil man nicht mehr weiß, wo man sie verwahrt hat.
Danach ist jetzt einfach Herbst.

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Donnerstag, 7. September 2006
Saftige Strafe
Sansibar, die Insel, die das Deutsche Reich im Tausch gegen Helgoland hergab, hat ein Importverbot für Bananen verhängt, um die "bacterial banana wilt"auszusperren. Das ist eine Bananenkrankheit (so etwas wie "bakterielle Bananenfäule"), die bis zu 90 % einer Ernte vernichtet.
    "Die Bakterienwelke (Moko) wird durch das Bakterium Pseudomonas solanacearum hervorgerufen und kann Stamm und Früchte befallen. An den Früchten äußert sich Moko in einer braunen Trockenfäule. Bekämpfung ist nur durch die Rodung der befallenen Pflanzen möglich...."
    (Quelle: www.hensle.de)
So weit alles klar. Wer sich mit Hühnerpest, Vogelgrippe, Maul- und Klauenseuche oder BSE herumschlägt, wird es den Sansibaris kaum übel nehmen können, dass sie ihre Plantagen schützen wollen.
    "... Bananas are among Zanzibar's top exports, together with fish and rice.

    "It is now illegal to import any type of banana - raw or ripe fruits, leaves and seedlings - into Zanzibar," Mberek Rashid Saidi, a commissioner for agriculture the island, told AFP news agency.

    Anyone found guilty of breaking the ban will face a fine of 50,000 shillings ($38) dollars he added"
    (Quelle: BBC online)
Wer meint, bei den 38 $ könne es sich nur um einen Tippfehler handeln, lasse einmal 50.000 tansanische Schilling in Euro umrechnen:
    "50.000 Tansania-Schilling = 30,14852 Euro"
    (Quelle:www.oanda.com)
Oh du seliges Afrika, der Autor bekam neulich Post vom Landkreis Bebra und sollte 30 € wegen zu schnellem Fahren löhnen (61 km/h statt 50 km/h).

Welchen Strafzweck die tansanische Gesetzgebung auch immer verfolgen mag: das sieht nach einer allenfalls symbolischen Strafe aus, aber nicht so, als ob man ernsthaft einen Verstoß gegen das Verbot verhindern will.

Vielleicht wollen die Sansibaris aber auch nur die Festlandtansanier ärgern. Eigentlich gehört Sansibar zwar zu Tansania, ist aber extrem auf Eigenständigkeit bedacht und hat einen eigenen Einreise-Ritus für alle vorgesehen, die von Daressalam mit dem Schiff ankommen.

Möglicherweise wollen sie den Touristen und sonstigen Festland-Tansaniern da noch mal ein zusätzliches Entgelt abzwacken, wenn sie sich Bananen als Verpflegung eingesteckt haben.

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Witze über 50
Gedanken über Gammelfleisch sind derzeit so in Mode, dass man sich schwer tut, noch etwas Originelles dazu zu schreiben. Und nach dem Selbstmord von Georg Gruner bleibt zumindest dem empfindsameren Teil der potentiellen Gammelfleisch-Esser nicht nur der Döner, sondern auch das Spötteln im Hals stecken (zum Hintergrund mehr in der Netzeitung).

Nicht so dem Berufsspötter Harald Schmidt:
    "Es ist ja auch eine Frage, wie man es formuliert:

    Wir im Ersten sagen nicht Gammelfleisch. Wir sagen 50 plus."
    (Quelle: WDR)
Ok, der Spruch von Harald Schmidt ist alles andere als ein Schenkelklopfer und gehört wohl eher in die Kategorie "geschmacklos". Warum der WDR das in die Sprüchesammlung aufgenommen hat (siehe oben), darüber kann man nur spekulieren. De gustibus non est disputandum. Wirklich?
    "Heute meldete sich das "Büro gegen Altersdiskriminierung" zu Wort. Der Scherz habe die Zuschauer der ARD, die über 50 Jahre sind, beleidigt, sagte Vereinsvorsitzende Hanne Schweitzer, die ihr eigenes Alter lieber verschweigen möchte. Sie fordert Fritz Pleitgen, den Indentanten des Senders WDR auf, "die Zuschauer mit weiteren Folgen dieser Sendung zu verschonen".

    Mit seinem Scherz traf Schmidt immerhin genau die Hauptgruppe der ARD-Zuschauer: Mehr als 70 Prozent sind älter als 50 Jahre. ...
    (Quelle: Spiegel online)
Der Protest von Frau Hanne Schweitzer, die "ihr Alter lieber verschweigt", ist doch erst recht eine Zumutung für jeden, der ihn liest (Bild links bei www.bagso.de). Wie verkalkt muss man eigentlich sein, um sich von einer solchen Plattheit im Rahmen einer Sendung, die für ihre (oft auch geistreichen) Gemeinheiten bekannt ist, beleidigt zu fühlen?

Es wird doch niemand gezwungen, sich Harald-Schmidt anzusehen. Oder will Frau Schweitzer diejenigen schützen, die nicht mehr in der Lage sind, das Programm zu wechseln? Der Autor, der selbst die 50 hinter sich hat, fühlt sich durch den Protest der (alterslosen) Frau Schweitzer beleidigt und protestiert hiermit auf das Schärfste gegen diesen Protest und fordert das "Büro gegen Altersdiskriminierung" auf, zukünftig die Umwelt mit weiteren derartig humorfreien Protesten zu verschonen.

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Mittwoch, 6. September 2006
Männer und Gefühle
Generell stehen Männer im Ruf, über Gefühle eher selten und verhalten zu reden. Männer untereinander empfinden diese Kargheit oft als angenehm, Frauen bezeichnen das hingegen gern als Defizit.

WENN Männer aber ihren Gefühlen unmittelbar und unzensiert Ausdruck verleihen ("boh, ey, guck ma, geile Titten!"), ist das gerade ebendiesen Frauen auch nicht recht.

"Du denkst doch immer nur an das EINE" ist dann eine der harmloseren Entgegnungen. Schwieriger wird es mit Bemerkungen, bei denen als Subtext "Was hat DIE denn, was ICH nicht habe?" mitschwingt. Darauf kann man zwar eine ehrliche Antwort geben, eigentlich aber keine "richtige".

Manche Dialoge in einer Mann-Frau-Beziehung sind halt so strukturiert, dass der Mann verbal schon verloren hat, nachdem Frau die Einleitungsfrage gestellt hat.

Varzil erinnert daran, dass
  1. Männer es Frauen eh nicht recht machen können - zumindest aber würden Frauen es nicht zugeben, wenn es so wäre,
  2. Frauen sich das Leben mit dem regelmäßigen Thematisieren der Befindlichkeit nicht gerade leichter machen (sonst müssten sie signifikant seltener zum Psychologen),
  3. alle Generalisierungen generell angreifbar sind, und erst recht solche zum Thema "Männer und Frauen".

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Das Autofahren, der Elzer Berg und der Feldweg zum ICE
Der Autor schätzt das Autofahren nur bedingt - nämlich wenn es entweder keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, oder wenn selbige unvertretbar teuer sind (Ausflug mit 4 Kindern), oder es zu zeitaufwändig wäre ...

Aber keine Regel ohne Ausnahme:
Von Bonn nach Mainz kommt man zwar genauso gut mit dem Zug. Gestern entschied sich der Autor dennoch für das Auto. Das Navigationssystem empfiehlt den Weg über die A3 Richtung Wiesbaden.
Dann dies:
    "Ein mit hochgiftigen Stoffen beladener Lastwagen ist am Dienstag morgen auf der A3 (Köln-Frankfurt) bei Limburg in Flammen aufgegangen. Weil der vorgeschriebene Gefahrguthinweis an dem Fahrzeug fehlte, geriet bei den Löscharbeiten eine für Wasserorganismen sehr giftige Chemikalie in die Lahn und in die Erde, wie die Polizei mitteilte. Zudem explodierten sechs Fässer, verletzt wurde niemand. Die Untere Wasserbehörde Limburg rief Gewässeralarm aus.

    Die Autobahn in Richtung Süden mußte gesperrt werden, die Wagen stauten sich auf einer Länge von etwa 20 Kilometern. Die Sperrung dauerte den ganzen Tag über
    ...

    Der Lastwagen hatte zwölf Fässer mit je 200 Litern einer hochgiftigen und hochexplosiven Flüssigkeit namens Solvenon geladen. Außerdem transportierte er 150 Papiersäcke mit je 20 Kilogramm eines Granulats. Das für Wasserorganismen hochgiftige Merkaptobenzothiazol war bei dem Brand geschmolzen und mit dem Löschwasser in Lahn und Erde gelangt. "
    (Quelle: Faz.net)
Logische Folge: Verkehrschaos! Am Elzer Berg wird der PKW-Verkehr auf einen asphaltierten Feldweg umgeleitet: So steht man dann nicht mehr auf der dreispurigen Autobahn zwischen Lastwagen, sondern auf einem einspurigen Feldweg im Grünen.

Offenbar ist der Feldweg befestigt worden, um die parallel zur A3 verlaufende ICE-Strecke mit der Feuerwehr erreichen zu können. Nebeneffekt: Tausende Autobahnfahrer können sich jetzt zur Abwechslung mal auf einem Feldweg stauen und Blümchen bestaunen. Immerhin steht man da leiser.

Varzil meint, dass Bahnfahren klüger gewesen wäre.

Nachtrag:
Die Verkehrsmeldungen per TCM im Navi sind zwar bei kleineren Störungen hilfreich; bei einer Autobahnsperrung wäre eine großräumige Umfahrung (ab Dernbacher Dreieck oder direkt von Bonn aus über die A 61) sinnvoll - die Ansage im Navi "es kann keine Ausweichalternative berechnet werden" kommt erst im Stau und damit zu spät.

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