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Donnerstag, 8. Dezember 2005
Hoden oder Gehirn
varzil, 09:37h
Achtung: Sexualorgan-Content!
Zunächst könnte man es für eine gut übertriebene Wiedergabe einer wissenschaftlich nicht fundierten Mindermeinung aus einer kleineren Lokalredaktion am (westlichen) Rand Deutschlands halten.
Aber denkste: Auch die "scientific community" beschäftigt sich ernsthaft mit dem "Problem":
Weiß das UN-Fledermaussekretariat bzw. Eurobat (wohlgemerkt in Bonn!) eigentlich von diesen bahnbrechenden Untersuchungen?
Einen Link auf das SPIEGEL-online-Bild hat der Autor inzwischen bei Bandblogger.de gefunden:

- "...Der Biologe Scott Pitnick von der Universität Syracuse und seine Kollegen verglichen das Sexualverhalten mit Hoden- und Hirngröße bei 334 Fledermaus- und Flughund-Arten. Ergebnis: Wer häufig den Sexualpartner wechselt, hat relativ große Hoden. Dafür ist das Hirn kleiner.
Ein großes Hirn ist sehr energieaufwendig, ebenso die Produktion vieler Samenzellen, wie Pitnick erklärt. Deshalb könnten die Tiere sich nicht beides leisten. Die Mausohr-Fledermaus Myotis albescens aus der Familie der auch in Europa vertretenen Glattnasen (Vespertilionidae) etwa stecke mehr als doppelt so viel Energie in ihre Hoden wie in ihr Gehirn.
Gesteuert wird die Hodengröße den Forschern zufolge übrigens durch das Verhalten der Weibchen: Je beliebter häufige Partnerwechsel bei ihnen sind, desto größere Hoden entwickeln die Männchen der betreffenden Art. (Quelle: Bonner Generalanzeiger - online nicht mehr verfügbar; dafür aber noch beim stern online)
Zunächst könnte man es für eine gut übertriebene Wiedergabe einer wissenschaftlich nicht fundierten Mindermeinung aus einer kleineren Lokalredaktion am (westlichen) Rand Deutschlands halten.
Aber denkste: Auch die "scientific community" beschäftigt sich ernsthaft mit dem "Problem":
- "...However due to the sometimes extreme increase in relative testes size across the same mating system range, Pitnick suggests an evolutionary tradeoff between investment in energetically costly cognitive machinery and testes depending on sperm competition.
Aside from variation in ejaculate size, many taxa exhibit large variation in their range of mating behavior. ..."
(Quelle mit weiteren Fundstellen:S. 14 einer pdf-Datei mit dem ISBE-Newsletter in einem Bericht "Workshop&Conference Review" über "Biology of Spermatozoa international conference, Derbyshire, UK, 26-30 September 2003" )
- Wie misst man Fledermaus-Hoden und -Gehirne?
- Haben die Fledermaus-Männchen eigentlich die Messungen ihrer Hoden- und Gehirngröße überlebt?
- Produzieren große Hoden tatsächlich mehr Samen als kleine Hoden - der "Bericht" legt das nahe?
- Produziert ein großes Gehirn mehr Sinnvolles als ein kleines Gehirn - der "Bericht" vermutet gesteigerte kognitive Fähigkeiten?
- Wer als (Fledermaus-)Mann der Promiskuität frönt, ruiniert seine kognitiven Kapazitäten?
- Lebt es sich mit einem großen Gehirn (und dem damit möglichen Erkenntnisgewinn) aber wirklich besser als mit einem kleinen Gehirn?
- Wer als (Fledermaus-)Frau (Fledermaus-)Männer zur Promiskuität verleitet, macht sie dumm?
- Kann mann womöglich mit großen Hoden besser kopulieren als mit kleinen (alias "Dumm fickt gut?")?
- Kopuliert überhaupt irgendwer mittels Hoden?
Weiß das UN-Fledermaussekretariat bzw. Eurobat (wohlgemerkt in Bonn!) eigentlich von diesen bahnbrechenden Untersuchungen?
Nachtrag
Markus Becker von Spiegel online hat gerechnet:- "... Allein die Hoden der Flugsäuger können bis zu 8,5 Prozent des Körpergewichts erreichen, haben US-Forscher jetzt festgestellt. Wollte ein männlicher Mensch von 90 Kilogramm Körpergewicht auf das gleiche Verhältnis kommen, müssten seine Keimdrüsen mehr als 15 Pfund auf die Waage bringen...."(Quelle: spiegel online mit einem Bild einer Fledermaus mit Genital; inzwischen (am 3.4.2006) offenbar in den "Bezahl"-Content verschwunden)
Einen Link auf das SPIEGEL-online-Bild hat der Autor inzwischen bei Bandblogger.de gefunden:

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Dienstag, 6. Dezember 2005
Wenn man sich Knoten ins Gehirn schreibt
varzil, 19:56h
- "Wenn es Zweifel gegeben haben sollte, daß Darmstadts Residenzschloß im Bewußtsein der Bürger eine kaum zu unterschätzende Bedeutung besitzt ..."
(es folgt eine - durchweg positive - Rezension einer Vortragsreihe über das Schloss - Quelle: faz.net)
... dann hätte der Verfasser, Rainer Hein, die Zweifel wohl ausgeräumt und von einer "kaum zu überschätzenden ..." Bedeutung geschrieben.
Oder?
Wenn man eine "kaum zu unterschätzende Bedeutung" bezweifelt, was macht man dann eigentlich? Stellt man die Bedeutung an sich in Zweifel oder die Einschätzung als "kaum zu unterschätzen"? Oder wie oder was?
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Hanns Dieter Hüsch +6.12.2005
varzil, 19:05h
Ein weiteres Vorbild ist endgültig von der Bühne abgetreten:

(Bild vom WDR)
Ein Mann, dem der Autor sehr gerne und sehr oft zugehört hat, im Radio oder mehrfach auch live. Und neben vielem Heiteren gab es genauso viel Ernstes und Nachdenkliches.
Und dennoch erinnert sich der Autor besonders an die munteren Beiträge:
Allein schon die Erklärung, wie er mit 2 Akkorden ("d-moll sieben", "und diesen hier") alle seine Lieder begleiten könne, wird unvergesslich bleiben. (Es waren natürlich mehr Akkorde ...). Und dann die Hagenbuch'schen Episoden. Und die ganzen Geschichten vom Niederrhein ... Wie viele schöne Erinnerungen!

(Bild vom WDR)
Ein Mann, dem der Autor sehr gerne und sehr oft zugehört hat, im Radio oder mehrfach auch live. Und neben vielem Heiteren gab es genauso viel Ernstes und Nachdenkliches.
Und dennoch erinnert sich der Autor besonders an die munteren Beiträge:
Allein schon die Erklärung, wie er mit 2 Akkorden ("d-moll sieben", "und diesen hier") alle seine Lieder begleiten könne, wird unvergesslich bleiben. (Es waren natürlich mehr Akkorde ...). Und dann die Hagenbuch'schen Episoden. Und die ganzen Geschichten vom Niederrhein ... Wie viele schöne Erinnerungen!
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Montag, 5. Dezember 2005
Erdbeben am Tanganjika-See
varzil, 16:02h
Wieder hat die Erde gebebt - am Tanganjika-See, d.h. in einer Region, in der die Erdkruste in Bewegung ist.
Die Erdbebenstärke wird mit "6,8" angegeben (Quelle: U.S. Geological Survey).
Mal sehen, ob man in den kommenden Stunden und Tagen mehr hört: 6,8 istmehr weniger als das, was vor etlichen Wochen in Pakistan (7,6), aber mehr als vor 2 Jahren in Bam, Iran passierte.
Im übrigen scheint es so zu sein, dass wegen der Tiefe des Bebens nur leichte bis mittlere Schäden zu erwarten sind (siehe Bild links - es stammt wieder vom USGS, U.S. Geological Survey.
Was leichte und schwere Schäden sind, hängt sicher von dem Wohlstand oder der Armut der jeweiligen Region ab; da ist dann auch der erfahrenste Experte überfordert, wenn er die subjektive Seite der Schäden beurteilen wollte.
Varzil meint zudem, dass nicht überall, wo "Experte" dransteht, auch ein Experte drin sein muss.
Fazit bislang:
Die Medien haben es bemerkt, ist aber nix dolles passiert, also zurück zur heimischen Merkelei.
Die Erdbebenstärke wird mit "6,8" angegeben (Quelle: U.S. Geological Survey). Mal sehen, ob man in den kommenden Stunden und Tagen mehr hört: 6,8 ist
Update 17:20 Uhr:
Spiegel online hat seine Berichterstattung erweitert und lässt einen "Straßburger Erdbebenforschers Christophe Deperetti" zu Worte kommen:- "Nach Auskunft des Straßburger Erdbebenforschers Christophe Deperetti könnte die Tiefe des Bebens erklären, warum das Beben über mehrere hundert Kilometer hinweg zu spüren war. Sie lasse ebenfalls hoffen, dass möglicherweise vergleichsweise wenig Schäden entstanden: "Je näher Beben an der Erdoberfläche liegen, desto zerstörerischer sind sie". Deperetti zufolge sind Erdbeben in dieser Region Afrikas eher selten. Die Zone liege nicht in einem Gebiet, wo Erdplatten aufeinanderstoßen, erläuterte der Forscher. ..."
(Quelle: Spiegel online Hervorhebung in fett vom Autor)
- "Der See liegt im westlichen Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs (dem "Great Rift Valley") (Quelle:wikipedia)
- "... Die tektonische Aktivität, die das Rift Valley formte, schwächte die Erdkruste entlang ihrer Grenzen. Das Gebiet ist deshalb vulkanisch und seismisch aktiv.
Es entstanden die Vulkane des Mount-Kenya-Massiv, des Kilimandscharo, Karisimbi, Nyiragongo, Mount Meru und Mount Elgon sowie das Crater Highland in Tansania. ..."
(Quelle:wikipedia)
Im übrigen scheint es so zu sein, dass wegen der Tiefe des Bebens nur leichte bis mittlere Schäden zu erwarten sind (siehe Bild links - es stammt wieder vom USGS, U.S. Geological Survey. Was leichte und schwere Schäden sind, hängt sicher von dem Wohlstand oder der Armut der jeweiligen Region ab; da ist dann auch der erfahrenste Experte überfordert, wenn er die subjektive Seite der Schäden beurteilen wollte.
Varzil meint zudem, dass nicht überall, wo "Experte" dransteht, auch ein Experte drin sein muss.
2. Update 18:41 Uhr
Detailliertere Infos hat (wieder einmal) die BBC, auch dort wird über die Schäden spekuliert, allerdings nicht aus der Perspektive von Tansania oder Kenia, sondern aus Kalemi/Kongo:- "Much of eastern DR Congo has been ravaged by war in recent years and is blighted by poor communications and infrastructure."
... A quake of this kind could easily produce significant damage, but I wonder what kind of infrastructure they have there in the region," said Dr Andrzej Kijko, head of seismology at South Africa's Council for Geoscience.
"There may not have been much to destroy."..
(Quelle: BBC online)
Update 6.12. 17:31
Es sieht so aus, als ob tatsächlich nicht allzu viel passiert ist. Auf der schon erwähnten BBC-online-Seite gibt es auch "Augenzeugenberichte". Der Bericht, der am nächsten "dran" ist, stammt aus Kalemie/Kongo und lautet:- "Yes we all felt the tremor - long one for sure but no damage around in the north Katanga despite the reported intensity of the earthquake. Only some huts have been reported damaged.
Rajeev, Kalemie, DRC... (Quelle: BBC online)
Fazit bislang:
Die Medien haben es bemerkt, ist aber nix dolles passiert, also zurück zur heimischen Merkelei.
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