Freitag, 16. März 2007
Die Todesuhr
etwas morbide:

Ein Internet-Service, der einem die "Sterbezeit" auf den Tag genau ausrechnet
Your Personal Day of Death is..
Sunday, July 24, 2039
(Quelle: Deathclock.com)
und dann auch noch sekundengenau herunter rechnet, wieviele Sekunden es bis dahin sind: 1.238.238.977 waren es eben - die sekündlich wechselnde Zahl lässt sich gar nicht so einfach kopieren...

Sieht man sich den Quellcode in der Ergebnisberechnung an, hat das Javascript auch den Fall vorgesehen, dass das vorausberechnete Datum schon vorbei ist:
"...if(TIMELEFT > 0) window.setTimeout("heartBeat()",DURATION);

else
{
alert("I am sorry, but your time has expired!\n"+
"Have a nice day.");"
...
(Quelle: wie oben)
"Have a nice day": Lebst Du noch, oder bist Du schon tot?

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Budapest und Ungarn
Freies Assoziieren angesichts einer demnächst bevorstehenden Fahrt nach Budapest:

Was fällt einem zu "Budapest" so alles ein?

Budapest ist die Hauptstadt von Ungarn.

Klar, weiß wohl jeder. Die Älteren vermitteln einem auch noch, dass Budapest eine Stadt ist, die aus zwei Städten "Buda" und "Pest" zusammengefasst wurde. Und wer richtig alt ist, wird vielleicht auch noch den deutschen Namen "Ofen-Pest" für "Budapest" kennen ("heute ungebräuchlich" meint die Wikipedia - ungebräuchlich: wo sie recht, hat sie recht ...).

Gibt es in Budapest ein einziges berühmtes Gebäude, sowas wie den Tower, den Kölner Dom oder den Eiffelturm?

Ungarn wiederum: Da waren mal Attila und die Hunnen, dann die Türken, dann Österreich-Ungarn. Der Plattensee, die "Puszta", das Gulasch und der Tokajer. Die Donau. Der Forint.

Noch was? Literatur vielleicht? Grübeln ist angesagt: es fallen einem auf Anhieb weder namhafte finnische noch estnische noch ungarische Schriftsteller ein. Gibt es überhaupt finno-ugrische Literatur?

"Donauschwaben" hingegen tauchen in der Hirnregion auf, in der auch die Siebenbürger Sachsen sich gegen das Vergessen-Werden wehren - vermutlich alles deutsche Auswanderer nach dem 30-Jährigen Krieg.

Ungarische Musik? Zigeuner-Geigen! Aber auch Ferenc Fricsay als Dirigent sowie Bela Bartok, Zoltan Kodaly und György Ligeti als Komponisten.

(Da kommen irgendwo Akzente auf die Namen, wer sie vermisst, mag die Wikipedia damit beschäftigen - hier ist im Moment jedenfalls freies Assoziieren angesagt - da gibt es keine Akzente).

Noch was? Gibt es auch nur eine ungarische Automarke?

Ungarn wollte 1954 Fußballweltmeister werden - hat aber trotz Favoriten-Rolle nicht geklappt.

1956 gab es einen ziemlich blutigen Aufstand gegen die kommunistische Regierung - das hat auch nicht geklappt, unter anderem wohl, weil der Westen den Aufständischen zunächst Hoffnung auf Unterstützung gemacht hatte, dann aber untätig blieb.

Ja und dann jetzt eine Regierung, die vor der Wahl ihre Wähler belogen hat (was ist daran eigentlich so besonders?) und das nachher auch noch zugibt.

Und dann liest man bei Spiegel-online am 15.3.2007:
"...Tausende Menschen haben am Jahrestag der Revolution von 1848 in Ungarn gegen die Mitte-links-Regierung protestiert. Am Abend eskalierte die Lage: Es kam zu Krawallen von Skinheads und Rechtsextremisten, die Polizei griff mit Wasserwerfern und Tränengas an.
...
(Quelle: Spiegel online)
"Am Jahrestag der Revolution von 1848..." ?

Was war da wohl für eine Revolution? Gut, 1848 war wohl so eine ähnliche Zeit wie 1968: allenthalben gärte es in Europa. Aber eine ungarische Revolution?

Spätestens hier schlägt man wieder in der Wikipedia nach:
"1848/49 kam es zur Revolution gegen die Habsburger unter Führung von Lajos Kossuth, in deren Verlauf am 14. April 1849 in der Großen Reformierten Kirche von Debrecen der ungarische Reichstag zusammentrat und Lajos Kossuth die Entthronung des Hauses Habsburg und die Unabhängigkeit Ungarns verkündete. Nach der blutigen Niederschlagung des ungarischen Freiheitskampfes bis August 1849, mit russischer Unterstützung, und einer Phase der Unterdrückung (u. a. der Hinrichtung des ungarischen Ministerpräsidenten Batthyány sowie 13 weiterer Revolutionsführer am 6. Oktober 1849) kam es 1867 unter Kaiser Franz Joseph I. zum Ausgleich der Habsburger mit Ungarn, um dem Vielvölkerstaat in der modernen Zeit eine größere innere Festigkeit zu verleihen. ..."
(Quelle: Wikipedia zur ungarischen Geschichte)
Abgründe des Nichtwissens tun sich auf. Kossuth, Bathyany: Alles Namen, die man noch nie gehört hat. Aber Reisen bildet - sagt man. Mal sehen.

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Donnerstag, 15. März 2007
CO2-Bilanz
Die viele Rederei wirkt. Tochter 2 fragt, wie sie einen Baum pflanzen kann, und wohin eigentlich man einen Baum pflanzen kann, wenn man nicht gerade zufällig Grundstückseigentümer ist.

Und man selbst fragt sich auch immer wieder, was man eigentlich "falsch" macht und was man verbessern könnte. Einen ziemlich umfassenden CO2-Rechner stellt das Bayrische Landesamt für Umwelt bereit. Das persönliche Ergebnis des Autors sieht man rechts.

Anm.:
Möglich, dass das Ergebnis besser wird, wenn man mal den Jahres­strom- und -gas­verbrauch zur Hand hätte. ...


Nicht uninter­essant zum Beispiel, wie sich das Ess­verhalten auf den CO2-Ausstoß auswirkt. Der Haupt­batzen ist aber offen­sichtlich der "persön­liche Konsum": Bekleidung, Tele­kommuni­kation, Druck­erzeugnisse, Elek­tronik-Geräte etc. Das passt schließlich auch zu etwas nerd. Bei den Schweizern heißt die entsprechende Kategorie "diverser Verbrauch".

Inter­essant schließlich, dass das Bild links ähnlich aussieht. Da hat der Autor einen Schweizer CO2-Rechner (Fa. ecospeed SA) benutzt.

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Mittwoch, 14. März 2007
föderale Gleichbehandlung
Rauchverbot und Beamtenpensionierung: zwei Themen, bei denen ein gewisser Teil der Öffentlichkeit meint, es sei nicht hinnehmbar, wenn in Gaststätten in Bonn geraucht werden dürfe, 15 km weiter südlich in Remagen aber nicht (oder umgekehrt), bzw. wenn Beamte in Bayern schon mit 65 in Pension gehen und in Bremen erst mit 67 (oder umgekehrt).
" Der Deutsche Beamtenbund fordert eine bundesweit einheitliche Regelung für die Lebensarbeitszeit der Beamten.

"Es kann nicht sein, dass die Beamten in einem Bundesland bis 65 Jahre arbeiten müssen und nebenan bis 67 oder 68", sagte der Bundesvorsitzende Peter Heesen der Süddeutschen Zeitung. Er verlangt daher, dass "die Frage des Pensionsbeginns nicht in die Zuständigkeit der Länder fällt". Zwar haben diese im Zuge der Föderalismusreform das Beamtenrecht weitgehend an sich gezogen, aber nicht ganz: Die Frage nach dem grundsätzlichen Status der Staatsdiener ist weiterhin Sache des Bundes. "Die Lebensarbeitszeit ist aber eine Grundsatzfrage", sagt Heesen, und gehöre damit zur Restkompetenz des Bundes.

Das Bundesinnenministerium ist freilich gegenteiliger Ansicht: Wie lange bayerische, hessische oder sächsische Beamte künftig arbeiten sollen, sei Angelegenheit der jeweiligen Länder....
(Quelle: Süddeutsche, S. 5 der Papierausgabe von heute )
Klingt so, als sei das, was der Bund sagt, vernünftiger als der Länderstandpunkt. Denn: was spricht dagegen, dass ein Bremer Beamter länger arbeiten muss als ein Bayer? Die Wochen-Arbeitszeiten der Beamten sind ja schon seit eh und je unterschiedlich geregelt.
",,Der Bürger kann ja nicht mit einer Nichtraucherfibel unterm Arm herumlaufen.‘‘ Der Spruch des bayerischen Verbraucherschutzministers Werner Schnappauf (CSU), der damit vor unterschiedlichen Rauchverbots-Regelungen in den einzelnen Bundesländern warnt, beschreibt eine generelle Tendenz.

Auch wenn die Länder allein für die Gaststätten zuständig sind, wird fast überall eine möglichst einheitliche Regelung für ganz Deutschland angestrebt. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe will im März entsprechende Vorschläge vorlegen.

Man könne ,,doch keinem erklären, dass im bayerischen Neu-Ulm etwas anderes gilt als gleich daneben im baden-württembergischen Ulm‘‘, sagt Schnappauf. Deshalb wirbt der CSU-Mann, der sich gerne hart und entschlossen gibt, bei seinen Länderkollegen für eine gemeinsame Linie.

Allerdings: ,,Wenn nichts daraus wird, machen wir unser Gesetz im Alleingang‘‘, kündigte Schnappauf an. ,,Unser Entwurf ist in jedem Fall bis zur Sommerpause fertig.‘‘
...
(Quelle: Sueddeutsche.de)
Auch das Argument will nicht so recht einleuchten: wenn der Gastwirt sagt "Hier wird nicht geraucht", ist das auch dann ok, wenn nebenan in der Kneipe gesagt würde, dass da nur reinkommt, wer raucht ...
Was spricht dagegen, dass in (Neu-)Ulm (Baden-Württemberg bzw. Bayern) die Dinge unterschiedlich geregelt werden?
"...Aber wir, hier und heute, wir könnten nicht einmal damit leben, daß wir in Berlin in der Kneipe rauchen dürfen, in Potsdam aber nicht. ...
(Quelle: Statler & - Waldorf)
Wieso könnten wir nicht damit lebn? Andere Formen der Umweltverschmutzung (Müllabfuhr) sind oft auf Gemeinde-Ebene geregelt - schon immer. Und die Republik hat es bislang überlebt.

Einheitlichkeit (Gleichheit) ist kein Wert an sich. Vielmehr lebt der Gleichheitssatz nicht nur davon, dass Gleiches gleich behandelt wird, sondern auch davon, dass Ungleiches ungleich geregelt wird.

Wer beim Stichwort "Föderalismus" nur an den Unsinn denkt, der als "Bildungsföderalismus" zur Zeit wieder fröhliche Urstände feiert ("16 Zulassungsverfahren für Schulbücher"), übersieht, dass eine Regelung auf lokaler und regionaler Ebene viel schneller angepasst werden kann - wenn sie sich denn als unsinnig erwiesen hat.

Statler und Waldorf erinnert an die Auseinandersetzung um die rechtlichen Regelungen zur Sklavenhaltung in den USA im 19. Jahrhundert und belegt, dass die föderale Struktur dort dem Fortschritt gedient hat.

Der Beweis, dass Zentralstaaten besser funktionieren als föderale Staaten, muss jedenfalls erst noch geführt werden.

Was nicht heißen muss, dass alles, was im Namen des Föderalismus geschieht, per se vernünftig ist.

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