Donnerstag, 2. Februar 2006
Kuriosa
"Kurios" ist im Deutschen etwas, das einem merkwürdig mit so leicht erheiterndem Unterton vorkommt.

Im Englischen meint "curious" so etwas wie "neugierig", lt. www.leo.org jedoch auch so etwas wie "eigenartig", "merkwürdig" etc.

Den Kontext von "neugierig" gibt es im Deutschen nicht.

Varzil meint, es liegt an dem negativen Beiklang von "...gierig" - wer will schon als "gierig" gelten.

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Dienstag, 31. Januar 2006
Aua an der Löwenburg
Der Bericht im Generalanzeiger weckt Erinnerungen an die einzige Rodelfahrt des Autors an der Löwenburg am 1.2.2003:
    Schwere Verletzungen hat sich am Montagabend ein 14-jähriges Mädchen zugezogen, die nahe der Löwenburg mit ihrem Schlitten verunglückte. Wie die Königswinterer Feuerwehr mitteilt, hatte das Mädchen gegen 18 Uhr die Kontrolle über ihr Gefährt verloren und war in einer Senke gegen einen Baum gerast.

    Freunde und Mitglieder der Jugendfeuerwehr leisteten erste Hilfe und verständigten den Rettungsdienst. Aufgrund der schwer zugänglichen Lage der Einsatzstelle forderte dieser die Löschgruppe Ittenbach nach. 14 Feuerwehrleute leuchteten die Rodelstrecke aus und unterstützten den Rettungsdienst bei der Versorgung der Verletzten.

    Gesichert durch Seile wurde das Mädchen auf einer Spezialtrage die vereiste Schlittenstrecke hinauf getragen. ..."
    (Quelle: Bonner Generalanzeiger online) vom 31.1.2006
An jenem 1.2.2003 erlitt der Autor ebendort eine komplizierte unterschenkelfraktur, als er (leichtsinniger Weise und ohne Kinder) den Berg runter rodelte und der Fuß gegen einen gefrorenen Erdhügel prallte. Allerdings brauchte es damals nicht etliche Feuerwehrleute, sondern zwei beherzte Rettungssanitäter schoben den Autor auf zwei Schlitten den Berg wieder hoch ...

Das Mädel hat offenbar größeres Pech gehabt, es war um 18 Uhr, also dunkel, und die Jugendfeuerwehr hat eine veritable Rettungsübung ("14 (!) Feuerwehrleute leuchteten die Rodelstrecke aus und unterstützten den Rettungsdienst") daraus gemacht. So kommt dann ein schlichter Rodelunfall auch in die Zeitung.

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Arbeit, Rente und (keine) Kinder
Nun wird es also doch Thema der Alltagspolitik:

Die Verlängerung der Arbeitszeit steht an:
    Ende des Jugendwahns
    Die Deutschen sollen bis 67 arbeiten: Die Vorschläge Franz Münteferings sind richtig und überfällig.
    ..."
    (Quelle: Nina Bovensiepen in süddeutsche online)
Koriander hatte zuletzt am 25. Juni 2005 darauf hingewiesen, dass die Bevölkerungsentwicklung einige Probleme in sich trägt.

Jetzt müssen "nur noch" die Unternehmer lernen, dass sie nicht auf Dauer Erfalog haben werden, wenn sie bei der Rekrutierung von Personal alle über 40 aussortieren. Im Gegenteil: Ältere Leute einzustellen ist auch arbeitsökonomisch sinnvoll.

(Die "Dämografie" war übrigens schon am 31.1.2005, am 3.5.2005 und 4.5.2005 wiederholt Thema bei Koriander ...)

Nicht desto trotz:
Man kann es gar nicht oft genug sagen: die jahrzehntelangen Versäumnisse in der Bevölkerungspolitik lassen sich nicht innerhalb einer Wahlperiode reparieren.

Ein Rentensystem, das in den '50er Jahren konzipiert wurde, als das Durchschnittsalter der Männer bei 68 lag, muss überdacht werden, wenn die Männer heute bald 80 Jahre lang leben. Es macht einfach einen Unterschied, ob man 3 Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben stirbt oder 15 Jahre lang Rentenempfänger ist.

Münteferings Idee, das Renteneintrittsalter um 2 Jahre zu verschieben, ist da sicherlich noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ímmerhin ein Gedanke in die richtige Richtung.

Unsere Haupt-BILDungs-Zeitung hingegen macht in "Enthüllungsjournalismus":
    Unsere Rente schrumpft!
    BILD entlarvt die Mogelpackung
    (Quelle: Bild.de)
Zu überprüfen, ob die BILD-Jungs und -Mädels da richtig gerechnet haben, kann man getrost den Spezialisten bei Bildblog.de überlassen. Man(n) wird nicht umhin kommen, länger zu arbeiten. Und logischer Weise wird man auch weniger Rente kriegen, wenn man vorzeitig in Rente geht. Mit "Rentenschrumpfung" hat das nichts zu tun.

Außer natürlich, dass die Kinder, die die Renten in 10 bis 20 Jahren bezahlen sollen, eigentlich längst geboren sein müssten. Sind sie aber nicht.

Folglich:
Die Zahl der Rentenbeitragszahler schrumpft bzw. wächst nicht so schnell wie die Zahl der Rentenempfänger wächst.


(Die Grafik zeigt die Veränderungen in der Bevölkerungspyramide von 1950 bis 2000 -
Quelle: Statistisches Bundesamt)

Gute Ideen sind offensichtlich immer noch Mangelware, ganz zu schweigen davon, dass es bei BILD offenbar am Problembewußtsein mangelt.

Varzil weist darauf hin, dass Herr Müntefering (Link zur Wikipedia) immerhin 2 Töchter hat.

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Montag, 30. Januar 2006
Witz statt Sex
Eine eigenartige Studie zitiert telepolis:
    Lustige Frauen sind nicht sexy

    Humor ja, aber nur wenn sie über meine Witze lacht, eigene sollte sie nicht machen. Mehr als die Hälfte der befragten Männer gaben in einer Untersuchung an, dass sie nicht mit einer Frau zusammen sein wollten, die sich auf geistreiche Witze versteht. Diese Männer fürchten sich vor solchen Frauen.

    ...

    Für nicht-professionelle Witzemacherinnen, die nicht alleine sterben wollen, gilt demnach, dass sie sich am besten in Gesellschaft oder beim Rendezvous jede witzige Bemerkung ersparen. Wer nicht einsam bleiben will, soll möglichst wenig Witze oder gar keinen machen.
    (Quelle: telepolis)
Traurig für mehr als die "Hälfte der befragten Männer": heiraten sie nur ihr "Publikum"? Aber andererseits gut für die andere (kleinere) Hälfte der befragten Männer: sie haben dann bessere Chancen auf eine witzige Frau.

Varzil hat sich die Quelle näher angesehen: Telepolis verweist auf "EVOLUTION AND HUMAN BEHAVIOR", eine Zeitschrift, die bei Elsevier erscheint: Danach liegen die Abo-Preise für diese Zeitschrift zwischen 337 und 916 Dollar für 6 Ausgaben pro Jahr.

Viel Geld. Ob solche Ergebnisse ("die eine Hälfte der Männer hätte es gerne lieber so, die andere Hälfte der Männer lieber anders") das Geld wert sind?

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