Sonntag, 10. März 2019
QR-Code und wie man es nicht macht
QR-Codes sind lustige Gebilde, quadratisch mit vielen schwarz-weißen Punkten. Auf Plakaten, Postkarten usw. steht der QR-Code, damit man die Webadresse nicht abtippen muss, sondern sie "einfach" mit dem Smartphone scannt...
Das hat natürlich seine Tücken. Jüngst in einem Restaurant gab es einen fest in das Porzellan eingebrannten QR-Code. Der ließ sich einscannen, produzierte aber einen 404-Fehler ("Page not found").

Vor ein paar Tagen erst in einem Schaukasten in Bonn ein noch einfacherer Fail auf einem Plakat: man deckt das kleine Quadrat unten rechts (zuständig, um die Orientierung des QR-Codes zu signalisieren) ab:



Varzil: Das kann man nicht mehr kommentieren, das ist zu schön, um wahr zu sein. Der Schreiber dieser Zeilen besteht darauf, dass das kein Photoshop-Ergebnis, sondern die pure Realität ist.

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Montag, 4. März 2019
der unkorrekte Witz im Karneval
Merkwürdiges geschieht gerade wieder im Bereich der political correctness:

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU-Vorsitzende 2019) hat einen Witz gemacht.
"Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen", sagte Kramp-Karrenbauer bei einem satirischen Auftritt am Donnerstag im baden-württembergischen Stockach am Bodensee. "Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette."
(Quelle: Tagesschau.de)
Das ist nun nicht gerade der Brüller, aber nun ja: im Karneval ist nicht alles witzig, was sich als Witz tarnt. Und AKK hat heftig Prügel Kritik erfahren.

Aber sie ist nicht allein. Bernd Stelzer hat einen Witz im Karneval gemacht.
Bernd Stelter hatte nach eigenen Angaben einen Witz gemacht, in dem es zunächst um seine eigene Heirat ging. Der Mädchenname seiner Frau sei Rumpen – und ein möglicher Doppelname daher Rumpen-Stelter. "Der Standesbeamte hat da gesagt: Nee. Sie wollen keinen Doppelnamen", sagte der Comedian am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen habe ich gesagt: Hätte nicht ein Standesbeamter Frau Kramp-Karrenbauer warnen können?"
(Quelle: t-online.de)
Eine Weimarerin (Gabriele Möller-Hasenbeck) protestierte daraufhin in einem bühnenreifen Auftritt im Gürzenich gegen Witze über Doppelnamen. Und zumindest die halbe Republik, vermutlich die, die nicht Karneval feiert, gibt ihr Recht, siehe "Steltergate".

Varzil rät, das Thema "Witz" im Karneval entspannt zu sehen. Karneval ist nicht dazu da, die politisch korrekte Gesinnung zu fördern. Karneval ist im Ursprung anarchisch, richtet sich gegen die Herrschenden und die herrschende Meinung. Erst die Ordnungswut des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts hat versucht, mit der Organisation des Karnevals ("Festkommitee") das Anarchische zu zähmen. Eigentlich ist das jetzt aber schon bald 100 bis 150 Jahre her. Varzil meint, dass wir eigentlich über jene Zeit hinaus sind.

Nachtrag:
Da sind jetzt wohl die Spin-Doktoren am Werk und geben dem ganzen einen tieferen Sinn:
Man kann daraus etwas über die Strategie der womöglich nächsten CDU-Kanzlerkandidatin lernen.

Seit ihrer Wahl zur neuen CDU-Parteichefin Anfang Dezember sagt Kramp-Karrenbauer immer wieder Sätze, die eine bestimmte Botschaft übermitteln, die sich in etwa so zusammenfassen lässt: Ihr wollt euch nicht verbieten lassen, was euch selbstverständlich ist – wie Autofahren und Fleischessen? Ihr habt das Gefühl, man darf nichts mehr sagen? Ihr findet, diese Moralapostel übertreiben es mit ihrer politischen Korrektheit? Ich auch, ich auch, ich auch!
(Quelle: t-online.de)
Das macht den Witz nicht gerade besser - und befriedigt allenfalls die in der rechten Ecke, die zum Lachen sonst in den Keller gehen würden...

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Nanopartikel-Therapie zur Farbenblindheit (2)
Da gibt es zum Thema "Farbfehlsichtigkeit" wieder mal was Neues:
Forscher haben den Sehsinn von Mäusen erweitert, indem sie den Tieren Nanopartikel in die Netzhaut injiziert haben. Die Mäuse könnten nun Licht im Infrarotbereich wahrnehmen, berichtet ein Team um Yuqian Ma von der University of Science and Technology of China im Fachblatt Cell. Die Technologie könne womöglich auch den menschlichen Sehsinn verbessern.
(Quellle: Süddeutsche.de)
Nun denn: vor zehn Jahren hat man sich über eine Gentherapie für Farbblinde Gedanken gemacht (Koriander im Jahr 2009). Jedenfalls hat man von einer erfolgreichen Gentherapie bei Menschen bislang nichts gehört.

Jetzt gibt es wohl einen anderen Trend: "Nanopartikel"!
Für die Fotorezeptoren der Netzhaut liegt langwelliges infrarotes Licht dagegen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.
Die Forscher überwanden diese Hürde, indem sie den Mäusen eine Lösung mit Nanopartikeln in die Netzhaut spritzten. Dort schmiegen sich die Partikel wie Antennen an die Sehzellen. Trifft langwelliges Licht auf diese Bio-Antennen, so konvertieren diese es ähnlich wie ein Signalwandler in kurzwelligeres Licht, das von den Rezeptoren des Auges anschließend als sichtbare Farbe verbucht wird. Laut den Forschern nehmen die Mäuse Infrarotlicht dadurch vermutlich in einem grünen Farbton wahr.
...
"Wir glauben, dass diese Technik auch in menschlichen Augen funktionieren wird", erklärt Tian Xue, einer der Studienautoren, in einer Mitteilung. Die Methode sei nicht nur geeignet, das menschliche Sehvermögen zu erweitern, sondern auch zur Therapie von Farbschwächen. In der Studie werden aber auch mögliche militärische Anwendungen erwähnt. Bei Mäusen beobachteten die Wissenschaftler nur schwache Nebenwirkungen, die nach kurzer Zeit wieder verschwanden. Für den Einsatz beim Menschen wären aber weitere Tests notwendig.
(Quellle: Süddeutsche.de)
Varzil ist dann mal gespannt, welcher Hype in 10 Jahren (2029) die Farbblindheit korrigieren soll.

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Dienstag, 26. Februar 2019
Packstation (3) und die mTAN
Die Packstation funktioniert beim Paket-abholen seit einigen Jahren so:
man meldet sich an der Station an, gibt eine Nummer (mTAN = mobile TransAktionsNummer) ein, die man per SMS erhalten hat, und ein Fach öffnet sich: Voilá!

Gestern ging das alles ganz anders:
  1. Gegen 10 Uhr meldete die Sendungsverfolgung, dass das Paket an der Packstation abgeholt werden kann.
  2. Allerdings bekam das Händi keine SMS. Und nein, die Mobilfunknummer hat sich seit Jahren nicht geändert. Es ist die selbe, über schon zig mTANs empfangen wurden.
  3. Nun denn, bis 12 Uhr ist immer noch nichts auf dem Händi zu sehen. Glücklicherweise kann man auf der Packstationsseite eine zweite mTAN anfordern. Gesagt, getan.
  4. Leider schweigt das Händi weiter. Also SMS testen, Freund per SMS um SMS-Antwort bitten. Ergebnis: SMS funktioniert, von zwei unterschiedlichen Stellen kommen SMS sofort rein.
  5. Nächster Schritt: DHL Packstation-APP installiert, sie bekommt laut Community auch die mTAN unmittelbar.
  6. Installation und Anmeldung gelingen, die Authentifizierung per SMS-Code klappt. Also kommen auch SMS von DHL rein.
  7. Zurück zur Webseite der Packstation. Dort ist aber nirgends eine Kontaktmöglichkeit angeben, bei der man um Hilfe bitten könnte. In der großen weiten Welt des Internets gibt es einen Hinweis auf eine E-Mail-Adresse. Eine E-Mail an sie wird aber abgelehnt mit "restricted users only".
  8. Schließlich springt einem der Facebook-Button ins Auge. Geht man dort auf die Webseite, kann man einen Chat einleiten. Das dauert etwas (angeblich nur 60 Sekunden). Und weil es etwas länger dauert, sieht man auf einmal, das man Kontakt hatte, aber der Kollege das Chat-Fenster sofort zugemacht hat, als man sich nicht direkt meldet.
  9. Also den E-Mail-Inhalt kopiert und dann einen neuen Chat gefordert. Und als das Fenster sich öffnet, schnell den E-Mail-Sermon aus der IZwischenablage eingekippt.
  10. Im Chat wird dann die Verantwortung auf den Mobilfunkanbieter geschoben: "möglicherweise sei die Packstation dort auf einer Spamliste gelandet". Merkwürdig ist das schon, aber man weiß ja nie.
  11. Also Mobilfunkanbieter anrufen:
    Der Kundenservice staunt etwas, probiert dann die SMS-Verbindung, findet keinen Fehler, und von einer SPAM-Liste für SMS weiß er auch nichts.
  12. Zurück nach Facebook und neuer Chat gestartet. Dieses Mal gibt es eine sinnvollere Antwort: da sei ein bisschen der Wurm drin, die IT arbeite aber daran, und die SMS mit der mTAN käme dann, wenn alles liefe, auch noch zu einem.
  13. In der Tat, gegen 16 Uhr macht es "pling", die SMS ist da.
  14. Auf zur Packstation. Dort muss man sich anmelden und die mTAN eingeben (s.o.). Dumm nur, dass die frische mTAN als "falsch" bezeichnet wird. Tippfehler? Nach zwei weiteren Versuchen mit sehr sorgfältigem Eintippen der mTAN ändert sich die Anzeige. Wegen dreimal falsch eingegebener mTAN wird die Kundennummer für die Packstation gesperrt. Man möge bitte den Service anrufen.
  15. Zurück nach Hause und den Service anrufen. Nach Schilderung des Dilemmas - vermutlich hat man nur die erste mTAN bekommen, die aber unwirksam wird, wenn man eine zweite mTAN anfordert - schaltet der Service die Kundennummer wieder frei und verschickt eine neue SMS mit neuer mTAN.
  16. Diesmal macht es direkt "pling" und es geht wieder raus, auf zur Packstation. Und oh Wunder, jetzt klappt alles wie gewohnt. Eine Klappe geht auf, das (richtige) Paket ist drin und kommt endlich nach Hause. Ende des Dramas gegen 17:45 Uhr.
Varzil meint: vielleicht demnächst doch wieder die Zustellung an die Heimadresse ausprobieren...

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